Muffige Handtücher nach dem Waschen sind ein häufiges Problem im Haushalt. Der Geruch entsteht meist durch Feuchtigkeit, Waschmittelreste und organische Stoffe in den Fasern. In vielen Fällen lässt sich das mit einer angepassten Waschroutine beheben, ohne spezielle Reiniger zu kaufen.

Die vier häufigsten Ursachen kann man klar benennen und gezielt beheben.

Waschmittel überdosiert beim Waschen

Mehr Waschmittel als nötig verbessert die Reinigung nicht. Im Gegenteil: Rückstände bleiben auf den Fasern haften. Das passiert besonders bei niedrigen Temperaturen, Kurzprogrammen oder weichem Wasser. Der überschüssige Schaum behindert die Bewegung der Wäsche. Spülen und Schleudern wirken dann schlechter. Die Handtücher fühlen sich seifig oder steif an. In der feuchten Umgebung können sich geruchsbildende Mikroorganismen ansiedeln.

Dosieren Sie Waschmittel nach Wäschemenge, Verschmutzungsgrad und Wasserhärte. Die Angaben auf der Verpackung sind verbindlich. Für normal verschmutzte Wäsche reicht meist die Dosierung für leichte bis normale Verschmutzung. Die Wasserhärte erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger. Bei Flüssigwaschmitteln oder Konzentraten, die nach Gefühl dosiert werden, ist Vorsicht geboten. Hier passiert Überdosierung besonders leicht.

Zu viel Wäsche in der Trommel

Eine volle Trommel spart Energie und Wasser. Aber „voll“ heißt nicht „bis zum Anschlag gestopft“. Bei Baumwollhandtüchern sollte noch etwa eine Handbreit Luft in der Trommel sein. So kann die Wäsche locker liegen. Sind die Handtücher zu dicht gepackt, erreichen Wasser und Waschmittel die Fasern schlechter. Die Wäsche wird dann unzureichend gespült und geschleudert. Restfeuchte und Waschmittelreste bleiben zurück. Das ist eine ideale Grundlage für muffige Gerüche.

Dicke Frotteehandtücher haben mehr Volumen als leichte T-Shirts. Eine Maschine, die bei normaler Buntwäsche noch Platz bietet, kann bei derselben Gewichtsmenge an Handtüchern bereits überladen sein. Für Pflegeleicht-, Fein- oder Wollprogramme gelten niedrigere Beladungsgrenzen. Prüfen Sie im Zweifel die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.

Nasse Wäsche liegt zu lange

Nach Programmende sollten Sie die Handtücher sofort entnehmen. Bleiben sie in der geschlossenen Trommel liegen, entsteht über Stunden ein feuchtwarmes, sauerstoffarmes Milieu. In diesem Klima vermehren sich geruchsbildende Bakterien schnell. Vorhandene Gerüche verstärken sich. Frottee bindet viel Wasser und trocknet in der Trommel nur langsam. Je länger die Wäsche liegt, desto intensiver wird der muffige Geruch.

Planen Sie den Waschgang so, dass Sie die Handtücher direkt aufhängen oder in den Trockner geben können. Lässt sich das nicht vermeiden, lassen Sie die Tür einen Spalt offen. So kann die Restfeuchte entweichen. Aber auch dann sollte die Wäsche nicht über Stunden liegen bleiben.

Unzureichendes Trocknen

Selbst wenn Sie die Handtücher sofort aus der Maschine nehmen, können sie muffig riechen. Das passiert, wenn sie nicht vollständig trocknen. Dicke Frotteeschlingen speichern Feuchtigkeit im Inneren. Die Oberfläche fühlt sich trocken an, aber tiefere Schichten sind noch feucht. Das begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen. So entsteht der typische Geruch.

Hängen Sie die Handtücher einzeln und mit Abstand auf. So kann die Luft gut zirkulieren. Ein schlecht belüftetes Badezimmer oder hohe Raumfeuchtigkeit verzögern die Trocknung. Im Trockner trocknen Handtücher zuverlässiger. Das Pflegeetikett sagt, ob das erlaubt ist. Überschreiten Sie nicht die maximale Trockenmenge. Bei Waschtrocknern ist die Trockenkapazität oft geringer als die Waschkapazität. Reinigen Sie Flusenfilter und Feuchtigkeitssensoren regelmäßig.

Richtige Waschroutine für Handtücher

Eine gute Routine umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Schritte. Prüfen Sie zuerst das Pflegeetikett. Es gibt die maximale Temperatur an und ob der Trockner geeignet ist. Wählen Sie dann das passende Programm. Für robuste Baumwollhandtücher ist das Baumwollprogramm richtig. Kurzprogramme sind bei stark verschmutzter oder geruchsbelasteter Wäsche weniger geeignet. Sie haben weniger Zeit für Spül- und Schleudergänge.

Dosieren Sie das Waschmittel genau. Für weiße, kochfeste Baumwolle verwenden Sie ein Vollwaschmittel mit Bleichfaktoren. Für farbige Handtücher nehmen Sie ein Colorwaschmittel. Weichspüler sollten Sie bei Handtüchern nur zurückhaltend einsetzen oder ganz weglassen. Er legt sich wie ein Film auf die Fasern und verringert die Saugfähigkeit. Bei Mikrofaser ist Weichspüler ungeeignet.

Führen Sie regelmäßig einen 60-Grad-Waschgang mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel durch. Das beugt Ablagerungen in der Maschine vor. Das Umweltbundesamt empfiehlt einen solchen Gang etwa alle zwei Wochen oder nach jeder fünften Wäsche. Wenn das Pflegeetikett es zulässt, können Sie Ihre Handtücher bei 60 Grad waschen. Das entfernt organische Rückstände und Bakterien zuverlässiger als niedrigere Temperaturen.

Materialien und Pflegeetiketten

Nicht jedes Handtuch ist gleich. Reine Baumwollfrottee verträgt meist 40 oder 60 Grad, je nach Farbe und Verarbeitung. Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester trocknen schneller. Sie sind aber oft hitzeempfindlicher. Mikrofaser sollte nicht mit Weichspüler gewaschen werden. Sie verträgt meist nur niedrige Temperaturen. Wolle und Viskose brauchen ein spezielles Wollprogramm und ein geeignetes Waschmittel. Pauschale 60-Grad-Wäschen sind hier tabu.

Das Pflegeetikett gibt immer die maximal zulässige Behandlung an. Ein durchgestrichenes Trocknersymbol bedeutet: Das Textil gehört nicht in den Trockner. Ein Punkt im Trocknersymbol steht für niedrige Temperatur. Zwei Punkte stehen für normale Trocknung. Halten Sie sich an diese Vorgaben. So vermeiden Sie Materialschäden und unnötigen Verschleiß.

Fazit zu muffigen Handtüchern

Muffige Handtücher entstehen meist durch zu viel Waschmittel, eine überfüllte Trommel, zu langes Liegenlassen der nassen Wäsche oder unzureichendes Trocknen. Mit passender Dosierung, richtiger Beladung, schneller Entnahme und vollständiger Trocknung lässt sich das Problem vermeiden. Prüfen Sie Pflegeetikett und Material und führen Sie regelmäßig einen 60-Grad-Waschgang durch, damit Ihre Handtücher frisch und saugfähig bleiben.