Eis im Gefrierschrank ist lästig und teuer: Die Eisschicht erhöht den Stromverbrauch, nimmt Stauraum weg und erschwert das Herausholen der Lebensmittel. Der Winter ist ein guter Zeitpunkt zum Abtauen, weil Sie den Gefrierinhalt draußen in der Kälte zwischenlagern können. Damit die Lebensmittel kalt bleiben und nichts nass wird, müssen Sie die Küche gut vorbereiten und lüften.

Eisschicht kostet Strom und Platz

Je dicker die Eisschicht wird, desto mehr Energie braucht der Gefrierschrank, um die Temperatur zu halten. Der Grund ist einfach: Das Eis bildet eine isolierende Schicht zwischen der Kühlfläche und der Luft, sodass die Wärme schlechter abgeführt wird. Das Gerät muss also länger und stärker kühlen. Gleichzeitig schrumpft der nutzbare Platz, und eingefrorene Packungen bleiben an der Eisschicht kleben. Wer den Gefrierschrank regelmäßig abtaut, gewinnt nicht nur Platz zurück, sondern behält auch den Überblick, was eingelagert ist.

Tauen Sie ab, sobald sich eine deutliche Eisschicht gebildet hat oder die Tür nicht mehr richtig schließt. Denn eine undichte Tür lässt feuchte Raumluft in das Gerät strömen, wodurch sich noch schneller neues Eis bildet.

Winter als günstiger Zeitpunkt

Im Winter können Sie die Kälte im Freien als Zwischenlager verwenden, falls die Temperaturen dauerhaft unter dem Gefrierpunkt liegen. Stellen Sie die Lebensmittel in eine stabile Kühlbox oder einen Korb und decken Sie sie mit einem Tuch ab. Achten Sie darauf, dass die Box nicht in der prallen Sonne steht und nicht von Tieren erreicht werden kann. Wenn es draußen nicht kalt genug ist, nutzen Sie besser eine isolierte Kühltasche mit Kühlakkus oder einen kühlen Kellerraum.

Ein weiterer Vorteil des Winters ist die trockene Luft. Wenn Sie während des Abtauens das Fenster öffnen, zieht die Feuchtigkeit schneller ab und setzt sich nicht als Kondenswasser auf Möbeln oder Wänden ab. Ein kurzer Luftwechsel reicht allerdings. Dauerlüften kühlt den Raum unnötig aus und verlängert den Abtauvorgang.

Vorbereitung: Lebensmittel sinnvoll lagern

Bevor Sie das Gerät ausschalten, räumen Sie den Inhalt so um, dass Sie ihn in wenigen Handgriffen herausnehmen können. Sortieren Sie die Lebensmittel in Körben oder Kisten, am besten nach Gefrierfach oder Gefrierbereich, damit Sie sie später in derselben Reihenfolge zurücklegen können. Wickeln Sie feste Lebensmittel in Zeitungspapier oder ein Geschirrtuch, damit sie länger kalt bleiben, und stapeln Sie alles an einem kühlen Ort.

Bereiten Sie auch Abtauwasser und Feuchtigkeit vor: Legen Sie alte Handtücher oder Lappen auf den Boden vor dem Gerät, und stellen Sie eine flache Auffangwanne oder ein Backblech unter das Gerät. So läuft das Schmelzwasser nicht in die Küche und der Boden bleibt trocken.

Abtauen Schritt für Schritt

Zuerst ziehen Sie den Netzstecker oder schalten den Gefrierschrank über die Temperaturregelung aus. Dann öffnen Sie die Tür und lassen das Eis antauen. Große Eisstücke lösen Sie vorsichtig mit einem Plastikschaber, sobald sie an den Rändern schmelzen. Keine spitzen Metallgegenstände wie Messer, Schraubendreher oder Eispickel verwenden: Sie können die Innenwand oder den Kältekreislauf beschädigen, und ein defekter Kreislauf kostet eine teure Reparatur.

Um das Abtauen zu beschleunigen, stellen Sie eine Schüssel mit heißem Wasser hinein und schließen Sie die Tür. Das warme Wasser gibt Feuchtigkeit ab, und die Wärme beschleunigt das Schmelzen. Verwenden Sie keinen Heizlüfter oder Föhn, weil die starke Hitze die Plastikteile verformen und die Türdichtung schädigen kann.

Lüften und Heizen beim Abtauen

Beim Abtauen setzt das schmelzende Eis viel Feuchtigkeit frei. Im Winter sind die Fenster meist geschlossen, daher bleibt die Feuchtigkeit in der Raumluft und setzt sich an kalten Fensterscheiben oder Außenwänden ab. Dagegen hilft kurzes, kräftiges Stoßlüften: Öffnen Sie das Fenster für ein paar Minuten weit, während das Eis taut, und schließen Sie es danach wieder. So zieht die feuchte Luft ab, ohne dass der Raum völlig auskühlt.

Die normale Raumwärme reicht aus, um das Eis schmelzen zu lassen. Eine hohe Raumtemperatur ist nicht nötig; auch bei kühlerer Luft taut das Eis, nur langsamer. Wenn das Gerät in einem kalten Nebenraum steht, erleichtern eine geschlossene Tür und ein mild beheizter Raum den Vorgang. Den Gefrierschrank direkt neben eine Heizung zu rücken ist aber keine gute Idee, denn die einseitige Wärme belastet Gehäuse und Türdichtung.

Reinigen, trocknen und einschalten

Ist das Eis vollständig geschmolzen, wischen Sie das Gerät innen gründlich mit einem Tuch trocken. Anschließend reinigen Sie die Innenflächen mit lauwarmem Wasser und einer milden Spüllösung oder einem feuchten Schwamm. Scharfe Reiniger und Scheuermittel greifen die Oberflächen an und machen die Türdichtung porös. Danach trocknen Sie alles noch einmal gut ab, stecken den Stecker wieder ein und stellen die gewünschte Temperatur ein.

Erst wenn das Gerät die Temperatur erreicht hat, legen Sie die Lebensmittel zurück. Das dauert bei einem leeren Gefrierschrank meist weniger als eine Stunde, kann aber je nach Modell variieren. Die Zwischenlagerung an der kalten Luft oder in der Kühltasche hält die Lebensmittel in dieser Zeit in der Regel sicher durch.

Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Türdichtung zu prüfen. Wenn sie rissig, hart oder nicht mehr sauber auf dem Rahmen sitzt, sollten Sie sie ersetzen. Eine intakte Dichtung verhindert, dass feuchte Raumluft eindringt, denn genau daraus entsteht wieder neues Eis.

Eisbildung in Grenzen halten

Damit Sie nicht so oft abtauen müssen, lassen Sie warme Speisen erst auskühlen, bevor Sie sie einfrieren, und verschließen Sie Behälter luftdicht. Feuchte Lebensmittel wie Obst oder Fleisch geben sonst Wasser an die Gefrierraumluft ab, das sich bald als Eisschicht absetzt. Außerdem hilft es, die Tür nur kurz zu öffnen und sie immer sicher zuzudrücken. Wer diese Punkte beachtet, hält die Eisschicht klein und muss seltener abtauen.