Eine dicke Eisschicht im Gefrierschrank verbraucht mehr Strom und kühlt schlechter, weil das Eis wie eine Isolierschicht wirkt und den Kälteaustausch behindert. Deshalb muss der Kompressor, also der Kühlmotor, länger und härter arbeiten. Regelmäßiges Abtauen spart Energie und verlängert die Lebensdauer des Geräts. Die Faustregel: mindestens zweimal im Jahr abtauen oder sobald die Eisschicht dicker als ein Zentimeter ist.

Je nach Eismenge dauert das Abtauen ein bis mehrere Stunden.

Wann Sie den Gefrierschrank abtauen müssen

Die Eisschicht an den Wänden und am Boden wird dicker als ein Zentimeter, die Schubladen lassen sich nur noch schwer herausziehen, und für die Lebensmittel bleibt sichtbar weniger Platz. Auch der Stromverbrauch steigt: Je mehr Eis sich im Gerät ansammelt, desto mehr Energie braucht der Kompressor, um die Temperatur zu halten.

Regelmäßiges Abtauen spart bis zu 15 Prozent der Stromkosten für das Gefrierfach. Kühlgeräte machen insgesamt bis zu 15 Prozent des Haushaltsstroms aus. Bleibt das Eis zu lange liegen, steigt außerdem das Risiko, dass das Gerät schneller verschleißt oder ganz ausfällt.

Lebensmittel kühl zwischenlagern

Bevor Sie das Gerät abschalten, planen Sie die Zwischenlagerung. Die Lebensmittel müssen während der Abtauzeit kühl bleiben, damit nichts auftaut und verdirbt. Dafür eignen sich Kühlboxen mit Kühlakkus, isolierte Taschen oder ein kühler Kellerraum. Im Winter reicht oft ein Platz auf dem Balkon oder im Garten, solange die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen und die Ware vor Sonne und Tieren geschützt ist.

Sortieren Sie den Inhalt vorher. Lebensmittel, die Sie in den nächsten Tagen ohnehin verbrauchen, warten im Kühlschrank oder direkt in der Küche. Fleisch, Fisch und andere empfindliche Lebensmittel gehören in die Kühlbox mit den stärksten Kühlakkus. Packen Sie die Box dicht, damit die Kälte nicht entweicht, und stellen Sie sie an den kühlsten Ort der Wohnung.

Schritt für Schritt abtauen

Schalten Sie den Gefrierschrank aus und ziehen Sie den Netzstecker; bei fest eingebauten Geräten genügt es, den Thermostat auf Aus zu stellen. Öffnen Sie dann die Tür und räumen Sie alle Lebensmittel heraus. Legen Sie Handtücher auf den Boden vor dem Gerät und stellen Sie flache Schalen oder Backbleche unter die Abtauöffnung, um das Schmelzwasser aufzufangen.

Lassen Sie das Eis am besten von selbst schmelzen; das dauert am längsten, ist aber am sichersten. Wer es beschleunigen möchte, stellt eine Schale mit heißem Wasser auf ein Geschirrtuch ins Gerät und schließt die Tür für einige Minuten. Die aufsteigende Wärme löst das Eis von den Wänden. Auch ein Föhn hilft, wenn Sie ihn auf niedriger Stufe halten und genug Abstand zu den Kunststoffwänden lassen, damit nichts schmilzt oder sich verformt.

Wichtig: Kratzen Sie das Eis niemals mit Messern, Schraubendrehern oder Eiskratzern ab. Die Werkzeuge beschädigen die Innenwände. Sie können auch die Kühlleitung treffen, durch die das Kältemittel fließt. Ein Leck in dieser Leitung macht das Gerät unbrauchbar. Lösen Sie größere Eisstücke stattdessen vorsichtig mit den Händen oder einem Holzspatel, sobald sie sich von selbst gelöst haben.

Wischen Sie das Schmelzwasser regelmäßig mit einem Lappen auf, damit es nicht überläuft; wenn sich das Eis vollständig gelöst hat, tupfen Sie den Innenraum trocken.

Nach dem Abtauen reinigen und trocknen

Nach dem Abtauen ist der richtige Zeitpunkt für eine gründliche Reinigung. Auch bei Minusgraden setzen sich Gerüche fest, Verpackungen werden porös und Flüssigkeiten laufen aus. Eine Reinigung ein- bis zweimal pro Jahr hält das Gerät hygienisch. Sie spart ebenfalls Energie, weil saubere Wände die Kälte besser weitergeben.

Wischen Sie den Innenraum mit einem weichen Tuch und lauwarmem Wasser aus, dem Sie etwas Spülmittel oder Essig beigemischt haben. Das Essigwasser entfernt Gerüche und löst hartnäckige Rückstände. Achten Sie darauf, dass kein Wasser in die Ritzen an der Tür oder in die Lüftungsschlitze läuft. Danach trocknen Sie alle Flächen gründlich ab, denn Restfeuchte gefriert beim nächsten Einschalten sofort wieder zu einer neuen Eisschicht.

Türdichtungen prüfen und pflegen

Die Gummidichtungen an der Tür sind wichtig, damit die Kälte im Gerät bleibt. Eine poröse oder verschmutzte Dichtung lässt warme Luft eindringen, das Gerät kühlt nach und bildet schneller neues Eis. Wischen Sie die Dichtungen bei der Reinigung mit einem feuchten Tuch ab und trocknen Sie sie danach. Prüfen Sie dabei, ob sie rissig oder spröde sind; beschädigte Dichtungen sollten Sie ersetzen, bevor der Stromverbrauch spürbar steigt.

Vermeiden Sie scharfe Gegenstände in der Nähe der Dichtungen, etwa beim Entfernen von Eis an der Türkante. Ein Riss in der Dichtung lässt sich später kaum reparieren; das Gerät muss dann ständig nachkühlen.

Wieder in Betrieb nehmen

Stecken Sie den Netzstecker wieder ein und stellen Sie die gewünschte Temperatur ein. Warten Sie, bis das Gerät die Zieltemperatur erreicht hat, bevor Sie die Lebensmittel zurückräumen. Räumen Sie die Ware so ein, dass die Luft im Innenraum zirkulieren kann: Lassen Sie zwischen den Packungen etwas Abstand und blockieren Sie die Lüftungsschlitze nicht.