Wenn in der Wohnung ständig ungenutzte Dinge herumliegen und sich trotzdem nichts wiederfindet, hilft es, systematisch auszumisten: Nehmen Sie alles aus einem Bereich heraus, gruppieren Sie nach Art, entscheiden Sie ehrlich, was bleibt, und geben Sie jedem verbleibenden Gegenstand einen festen Platz. Das funktioniert in Küche, Kleiderschrank, Bad und Arbeitszimmer gleichermaßen. Wer es einmal durchzieht, findet Dinge schneller wieder und kauft seltener doppelt ein.

So funktioniert Ausmisten

Leeren Sie zuerst den Schrank, das Regal oder die Schublade vollständig aus. Erst wenn alles auf dem Tisch oder Boden liegt, sehen Sie, wie viel Sie tatsächlich besitzen. Sortieren Sie die Gegenstände dann nach Art, sodass Gleiches zu Gleichem kommt, etwa Tassen, Handtücher und Stifte jeweils beieinander. Sie sehen sofort, was doppelt vorhanden ist und was nur Platz wegnimmt.

Erst danach entscheiden Sie. Die japanische Ordnungsberaterin Marie Kondo, deren Methode KonMari heißt, empfiehlt, nach Kategorien zu sortieren statt nach Räumen und nur das zu behalten, was Freude bereitet. Wer zuerst alle Kleidungsstücke der Wohnung an einem Ort sammelt, merkt, wie viele Pullover oder Jeans wirklich vorhanden sind. Die Frage, ob etwas Freude bereitet, funktioniert nicht bei jedem Gegenstand. Bei Dokumenten, Werkzeug oder Vorräten entscheiden Sie besser nach Nutzen: Wurde der Gegenstand im letzten Jahr gebraucht, und wird er voraussichtlich wieder gebraucht?

Küche und Vorratsschrank

In der Küche lohnt sich das Ausmisten besonders, weil sich hier Vorräte, Geschirr und Geräte mischen. Räumen Sie zuerst alle Schränke aus und stellen Sie die Dinge nach Gruppen zusammen: Teller und Tassen, Töpfe und Pfannen, Vorratsdosen, Gewürze, haltbare Lebensmittel. Sortieren Sie dabei konsequent aus, was kaputt, unvollständig oder doppelt ist. Eine Tasse ohne Henkel, ein Topf ohne Deckel und ein überzähliges Nudelsieb brauchen keinen Platz im Schrank.

Bei Lebensmitteln prüfen Sie das Mindesthaltbarkeitsdatum und den tatsächlichen Bedarf. Vorräte, die Sie vor langer Zeit für ein bestimmtes Rezept gekauft haben und seither nicht angefasst haben, werden Sie auch in den nächsten Monaten nicht aufbrauchen. Abgelaufene oder offensichtlich verdorbene Ware räumen Sie direkt aus. Bei saisonalen Dingen wie Weihnachtsdekoration oder Grillzubehör überlegen Sie, wie viel Sie wirklich nutzen. Die Frage ist, ob Sie mehrere Kisten Deko brauchen oder ob eine reicht.

Küchengeräte behandeln Sie getrennt vom Geschirr. Kleingeräte wie Mixer, Waffeleisen oder Entsafter, die seit Jahren ungenutzt im Schrank stehen, können Sie verkaufen oder verschenken, sofern sie funktionieren. Defekte Geräte gehören zur Reparatur, in den Wertstoffhof oder in den Elektroschrott, nicht zurück ins Regal.

Kleiderschrank und Schlafzimmer

Der Kleiderschrank ist der klassische Einstieg, weil er schnell sichtbare Ergebnisse liefert. Nehmen Sie alle Kleidungsstücke heraus, auch die aus dem Flur und vom Wäscheständer. Sortieren Sie nach Art: Oberteile, Hosen, Kleider, Jacken, Socken, Unterwäsche, Schals. Bei jedem Teil stellen Sie dieselben Fragen: Passt es noch, ist es unbeschädigt, und haben Sie es im letzten Jahr getragen? Kleidung, die nur darauf wartet, dass Sie wieder abnehmen, oder die seit Jahren mit Etikett im Schrank hängt, können Sie abgeben.

Die KonMari-Methode schlägt vor, Kleidung nach Kategorien zu ordnen und zusammenzufalten, sodass jedes Teil aufrecht in der Schublade steht. Dadurch sehen Sie auf einen Blick, was vorhanden ist, und greifen nicht mehr in einen Stapel, bis er umfällt. Saisonale Kleidung wie dicke Winterjacken oder Sommerkleider lagern Sie in Kisten und tauschen sie je nach Jahreszeit, wenn der Platz knapp ist. Bewahren Sie die Kleidung sauber und trocken auf, damit sie nicht anfängt zu riechen oder zu schimmeln.

Im Schlafzimmer selbst bleiben der Boden und die sichtbaren Flächen frei. Wäsche, die auf dem Stuhl landet, wandert entweder in den Schrank oder in den Wäschekorb. Ein fester Platz für den Wäschekorb und eine feste Schublade für Unterwäsche verhindern, dass sich die Textilien wieder verteilen.

Bad und Badezimmerschrank

Im Bad sammeln sich vor allem Pflegeprodukte, Medikamente und Handtücher. Räumen Sie den Badezimmerschrank aus und prüfen Sie jedes Produkt: Ist es angebrochen, riecht es verändert, ist das Haltbarkeitsdatum überschritten? Angebrochene Kosmetik gehört nach einiger Zeit weg, weil sich darin Keime vermehren können. Abgelaufene Medikamente geben Sie in der Apotheke ab, sofern sie diese annimmt, oder entsorgen Sie sie über die Schadstoffmobil-Termine Ihrer Gemeinde.

Doppelte Pflegeprodukte brauchen keinen Platz: Wer mehrere angebrochene Shampoos und halb volle Cremes besitzt, braucht zuerst die vorhandenen Reste auf, bevor Neues gekauft wird. Das spart Geld und Platz. Handtücher sortieren Sie nach Zustand. Löchrige oder vergraute Stücke wandern in den Altkleider-Container oder werden zu Putzlappen, wenn sie noch saugfähig sind.

Reinigungsmittel mischen Sie niemals miteinander. Die Kombination kann gesundheitsschädliche Dämpfe erzeugen. Lesen Sie die Hinweise auf der Flasche und bewahren Sie Putzmittel außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Wohnzimmer und Arbeitszimmer

Im Wohnzimmer geht es vor allem um sichtbare Flächen: Tische, Regale, Fensterbänke und den Boden. Räumen Sie diese Flächen leer und stellen Sie nur das zurück, was Sie regelmäßig nutzen oder wirklich schön finden. Deko-Figuren, die seit Jahren verstauben, Zeitschriften, die niemand mehr liest, und Kabel, die zu keinem Gerät mehr gehören, können Sie weggeben oder entsorgen. Gelesene Zeitschriften wandern in den Altpapier-Container, sobald die nächste Ausgabe kommt.

Am Schreibtisch gilt dieselbe Methode wie in der Küche: Nehmen Sie alles aus den Schubladen, sortieren Sie nach Art und treffen Sie Entscheidungen. Papierkram ist der schwierigste Teil, weil Sie selten sicher sind, was Sie noch brauchen. Behalten Sie Dokumente, die Sie rechtlich brauchen, etwa Verträge und Steuerunterlagen. Für den Rest reicht oft ein Scan, das Papier können Sie danach entsorgen. Kabel sortieren Sie nach Gerätetyp und wickeln Sie so auf, dass sie sich nicht verknoten. Kaputte oder veraltete Elektronik gehört in den Elektroschrott oder zum Wertstoffhof.

Schwere Dinge loslassen

Manche Dinge wegzuwerfen fällt schwer, obwohl sie keinen Nutzen mehr haben. Das gilt für Geschenke, Erinnerungsstücke und Kleidung, an der eine Geschichte hängt. Machen Sie ein Foto von dem Gegenstand, bevor Sie ihn weggeben. Das Bild bewahrt die Erinnerung, während der Gegenstand selbst Platz freimacht.

Bei Erinnerungsstücken hilft eine feste Begrenzung: Alles, was in eine Kiste passt, darf bleiben, der Rest wird fotografiert oder abgegeben. Ein Gegenstand, der nur noch an eine Verpflichtung erinnert und kein gutes Gefühl auslöst, darf gehen.

Ordnung halten

Ordnung hält nur, wenn jeder Gegenstand einen festen Platz hat und nach der Benutzung dorthin zurückkehrt. Das klingt banal, ist aber der Kern der Sache. Wenn die Schere immer in derselben Schublade liegt, findet sie jeder wieder, und es sammeln sich keine neuen Scheren an. Ein neuer Gegenstand braucht einen freien Platz, sonst verdrängt er einen alten.

Für den schnellen Besuch konzentrieren Sie sich auf die sichtbaren Flächen: den Flur, das Wohnzimmer und die Küche. Stellen Sie einen Korb oder eine Kiste bereit und legen Sie Dinge hinein, die woanders hingehören. Nach dem Besuch verteilen Sie den Inhalt an die richtigen Plätze. Ein freies Spülbecken und ein leerer Abfalleimer wirken sofort aufgeräumt.