Beim Frugalismus geben Sie weniger aus und setzen Ihr Geld für das ein, was Ihnen wichtig ist. Wenn Sie Mahlzeiten planen, Zutaten mehrfach verwenden und passende Mengen kochen oder einfrieren, geben Sie in der Küche weniger aus.

Selber kochen ist nicht automatisch günstiger oder schneller als Bestellen. Vergleichen Sie Zutaten, Portionsgrößen und Liefergebühren und berücksichtigen Sie Lebensmittel, die verderben. Planen Sie so, dass das Kochen in Ihren Alltag passt.

Vergleichen Sie Koch- und Bestellkosten

Zum Essenspreis kommen beim Bestellen Liefergebühren und Trinkgeld hinzu. Beim Kochen zu Hause zählen nur die Zutaten, die Sie tatsächlich verbrauchen. Ein angebrochener Sack Reis gehört nicht vollständig in die Kosten einer einzelnen Mahlzeit, wenn Sie den Rest später verwenden. Umgekehrt ist ein Großeinkauf keine Ersparnis, wenn ein Teil der Lebensmittel im Müll landet.

Eine einfache Rechnung lautet: Ersparnis pro Mahlzeit = vergleichbare Bestellkosten einschließlich Gebühren und Trinkgeld minus Kosten der verwendeten Zutaten. Vergleichen Sie dabei möglichst ähnliche Portionen. Halten Sie Ihre Ausgaben für Einkäufe und Bestellungen eine Weile fest. So sehen Sie, ob und bei welchen Gerichten sich der Wechsel für Sie lohnt.

Planen Sie nach Ihren Vorräten

Schauen Sie vor dem Einkauf in Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank. Verarbeiten Sie zuerst Lebensmittel, die bald verbraucht werden müssen, und planen Sie haltbare Zutaten für spätere Tage ein. Eine Einkaufsliste mit den benötigten Mengen hilft, spontane Zusatzkäufe zu vermeiden. Prüfen Sie den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm oder Liter, statt automatisch zur größeren Packung zu greifen.

Für eine einfache Wochenplanung reicht es, einige Gerichte einzuplanen, die sich anpassen lassen:

  • Für die ersten Tage legen Sie ein oder zwei Mahlzeiten mit frischen Zutaten fest.
  • Planen Sie für später Gerichte mit haltbaren oder tiefgekühlten Lebensmitteln.
  • Halten Sie eine schnelle Mahlzeit bereit, die zu Ihrer Ernährung und Ihrer Küche passt.

Sie müssen nicht für jeden Tag genau festlegen, was auf den Tisch kommt. Wenn sich Termine ändern, ist es hilfreicher, Reste oder ein schnelles Gericht aus dem Vorrat einzuplanen, als einen strengen Speiseplan festzulegen, der nicht zu Ihrem Alltag passt.

Kochen Sie Zutaten mehrfach

Günstige Grundzutaten lassen sich auf verschiedene Arten kombinieren. Kochen Sie zum Beispiel Linsen mit Gemüse und servieren Sie eine Portion mit Reis oder Brot. Übrig gebliebene Linsen passen am nächsten Tag in eine Suppe oder als Füllung in ein anderes Gericht. Auch Kartoffeln, Eier, Bohnen und tiefgekühltes Gemüse lassen sich in mehreren Mahlzeiten verwenden.

Kochen Sie größere Mengen nur, wenn Sie schon wissen, was mit den Portionen geschieht. Bewahren Sie einen Teil für eine weitere Mahlzeit im Kühlschrank auf oder frieren Sie ihn ein. So sparen Sie einen erneuten Kochvorgang, ohne am Ende mehr zu essen, als Sie möchten. Tiefkühlgemüse kann ebenfalls praktisch sein, weil Sie nur die Menge entnehmen, die Sie gerade brauchen.

Berücksichtigen Sie Kochzeit und Fertiggerichte

Die Verbraucherzentrale Hamburg verglich fünf selbst gekochte Gerichte mit passenden Fertiggerichten aus dem Supermarkt. Bei einigen Vergleichen waren die Fertiggerichte deutlich teurer. Die Fertig-Bolognese kostete dagegen weniger als die selbst gekochte Variante, enthielt laut Vergleich aber auch deutlich weniger Fleisch. Fertiggerichte waren außerdem schneller zubereitet. Bei der selbst gekochten Bolognese entfiel ein großer Teil der angegebenen Gesamtzeit auf das Köcheln.

Der Vergleich betrifft Fertiggerichte und keine Bestellungen im Restaurant oder bei Lieferdiensten. Er zeigt deshalb keine allgemeingültige Ersparnis pro Bestellung. Zutatenpreise, Rezept, Portionsgröße und Gebühren unterscheiden sich. Selbst gekochtes Essen braucht zudem Zeit und eine nutzbare Küche. Wenn Sie wenig Energie haben, viel zu tun haben oder nicht gut kochen können, kann ein Fertiggericht oder eine Bestellung eine sinnvolle Lösung sein.

Verwerten Sie essbare Reste

Planung spart nur dann Geld, wenn Sie die Lebensmittel auch verbrauchen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes fielen 2022 in privaten Haushalten durchschnittlich 74,5 Kilogramm Lebensmittelabfälle pro Person an. Darin sind auch nicht essbare Bestandteile wie Schalen und Kaffeesatz enthalten. Die Zahl zeigt daher nicht, wie viel Abfall sich vermeiden lässt oder wie viel jeder Haushalt einsparen kann.

Beschriften Sie eingefrorene Portionen mit Inhalt und Datum, damit Sie wissen, was darin ist und wie lange es schon eingefroren ist. Nutzen Sie Reste bei der nächsten Mahlzeit, sofern sie noch einwandfrei sind, und kaufen Sie verderbliche Lebensmittel in Mengen, die zu Ihrem Verbrauch passen. Angebote lohnen sich nur, wenn Sie die Lebensmittel rechtzeitig verwenden.