Wer Putzen und Aufräumen auslagern möchte, steht vor drei Optionen: einem Reinigungsportal mit angestellten Kräften, einer privaten Hilfe oder einer Person, die schwarz arbeitet. Was sich lohnt, hängt von Kosten, Absicherung und der persönlichen Situation ab.

Registrierte Dienste (also offiziell angemeldete Anbieter) kosten mehr, schützen aber vor den Risiken der Schwarzarbeit. Pflegebedürftige erhalten zusätzlich einen monatlichen Zuschuss, der die Kosten spürbar senkt.

Reinigungsportale im Vergleich

Reinigungsportale vermitteln Haushaltskräfte und übernehmen die Abrechnung. Im Test von Reinigungsportalen schnitt Book a Tiger am besten ab und war das einzige Portal mit der Note „gut". Die Kosten lagen bei rund 20 bis 23 Euro pro Stunde. Der Vorteil: Book a Tiger beschäftigt die Reinigungskräfte fest angestellt, Sie sind damit über das Portal abgesichert, wenn bei der Arbeit etwas passiert.

Das Portal Zeitreicher bot eine akzeptable Absicherung und gute Reinigungsleistung zu Preisen von 25 bis 30 Euro pro Stunde. Der Preisunterschied ist nicht groß, aber die Absicherung unterscheidet sich. Wenn Sie Wert auf Sicherheit legen, wählen Sie ein Portal, dessen Kräfte angestellt sind. Bei vermittelten Kräften treten Sie selbst als Arbeitgeber auf und müssen Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Warum Schwarzarbeit riskant ist

Der Anteil der Schwarzarbeit bei haushaltsnahen Dienstleistungen liegt in Deutschland schätzungsweise bei 80 bis 90 Prozent, höher als in jeder anderen Branche. Rund 3,8 Millionen Haushalte beschäftigen eine Haushaltshilfe, meist ohne Anmeldung beim Finanzamt und ohne Absicherung der Reinigungskraft. Das spart kurzfristig Geld, hat aber erhebliche Nachteile.

Wenn die Reinigungskraft während der Arbeit einen Unfall hat, zahlen Sie als Auftraggeber die Behandlungskosten, weil die Person nicht über Sie unfallversichert ist. Dazu kommen rückwirkende Beitragszahlungen, wenn die Schwarzarbeit auffliegt, und eine mögliche Strafe von bis zu 5000 Euro. Sozialbetrug ist der juristische Begriff für diese Situation. Für viele Haushalte ist die Ersparnis von ein paar Euro pro Stunde das Risiko nicht wert, gerade wenn die Hilfe regelmäßig kommt.

Der Entlastungsbetrag für Pflegebedürftige

Wenn Sie pflegebedürftig sind und zu Hause leben, können Sie mit einem Pflegegrad (der offiziellen Einstufung Ihres Pflegebedarfs) monatlich 131 Euro Entlastungsbetrag für eine Haushaltshilfe oder einen Begleitservice erhalten. Der Betrag wurde von 125 auf 131 Euro erhöht. Sie können ihn für Putzhilfen, Einkaufsservices oder die Begleitung zu Terminen nutzen.

Die Auszahlung hängt vom Bundesland ab. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen kann der Entlastungsbetrag auch an Nachbarn ausgezahlt werden, wenn diese Ihnen helfen. Die private Hilfskraft muss vorher eine kurze Fortbildung machen. In den übrigen Bundesländern können Sie für den Entlastungsbetrag nur registrierte Dienste beauftragen. An enge Verwandte wird der Betrag grundsätzlich nicht ausgezahlt. In Bayern und Niedersachsen können Sie den Zuschlag nur über einen registrierten Dienst nutzen.

Wann sich welche Lösung lohnt

Die Wahl der Haushaltshilfe hängt von drei Faktoren ab: Budget, Zeitbedarf und ob Sie einen Pflegegrad haben. Wenn Sie regelmäßig Hilfe brauchen und Wert auf Absicherung legen, sind Reinigungsportale mit angestellten Kräften die beste Wahl. Die Kosten von 20 bis 30 Euro pro Stunde liegen nah beieinander, der Unterschied liegt in der Absicherung.

Wenn Sie einen Pflegegrad haben, prüfen Sie zuerst den Entlastungsbetrag. Er senkt die monatlichen Kosten spürbar, wenn Sie einen registrierten Dienst beauftragen. In den drei östlichen Bundesländern können Sie auch Nachbarn mit der Hilfe betrauen, aber Sie müssen sie vorher schulen lassen.

Schwarzarbeit ist nur dann eine sinnvolle Option, wenn Sie die Risiken bewusst eingehen. Bei einer einmaligen Hilfe aus dem Bekanntenkreis ist das Risiko geringer als bei einer regelmäßigen Reinigungskraft. Aber die Unfallgefahr und die möglichen Nachzahlungen bleiben. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, melden Sie die Hilfe an oder nutzen einen Dienst.