Silikonfugen in Bad und Küche verfärben sich mit der Zeit. Dunkle Flecken, gelbliche Streifen oder graue Beläge sehen ähnlich aus, haben aber unterschiedliche Ursachen: Schimmel, Kalk oder Schmutz. Klären Sie die Ursache, bevor Sie einen Reiniger kaufen oder die Fugen erneuern. Von ihr hängt die passende Behandlung ab. Ein ungeeignetes Mittel kostet Zeit oder greift das Silikon an.
Schimmel, Kalk oder Schmutz erkennen
Schimmel erkennen Sie an schwarzen, manchmal grünlichen oder grauen Flecken auf der Silikonfuge. Die Flecken sitzen oft an den Fugenrändern oder in kleinen Pünktchen und breiten sich langsam aus. Schimmel wächst in feuchten Bereichen, weil das Silikon Wasser speichert und langsam trocknet. Bleibt die Fuge dauerhaft nass oder ist die Luftfeuchtigkeit hoch, finden die Pilze ideale Bedingungen.
Kalkablagerungen sehen dagegen weiß oder grauweiß aus und fühlen sich rau und krümelig an. Sie entstehen, wenn hartes Wasser auf der Fuge verdunstet und die Mineralien zurückbleiben. Kalk bildet oft eine zusammenhängende Schicht oder Tropfenränder, besonders dort, wo Wasser direkt auf das Silikon trifft.
Gelbliche oder bräunliche Verfärbungen ohne Punkte sind meist Schmutz, Seifenreste oder Kosmetikrückstände. Diese Rückstände setzen sich in der leicht porösen Oberfläche des Silikons fest. Sie sind harmlos, bieten Schimmel aber eine Nahrungsquelle, wenn sie längere Zeit liegen bleiben.
Ein einfacher Test hilft bei der Unterscheidung: Wischen Sie mit einem feuchten Tuch über die Stelle. Löst sich die Verfärbung ab, war es Schmutz. Bleibt sie bestehen und fühlt sich die Stelle rau an, handelt es sich wahrscheinlich um Kalk. Schwarze Punkte, die sich nicht abwischen lassen, deuten auf Schimmel hin.
Schimmel entfernen
Eine verschimmelte Silikonfuge müssen Sie nicht sofort erneuern. Solange die Fuge intakt ist, keine Risse hat und fest am Untergrund haftet, lohnt sich eine Reinigung. Wenn das Silikon brüchig wird oder sich von der Fliese löst, hilft kein Reiniger mehr. Dann muss die Fuge erneuert werden.
Im Handel gibt es Schimmelentferner mit Chlor oder anderen pilztötenden Wirkstoffen. Tragen Sie das Mittel auf die betroffenen Stellen auf und lassen Sie es ausreichend lange einwirken. Die Einwirkzeit ist der wichtigste Faktor. Wer das Mittel zu früh abwischt, entfernt nur die oberflächlichen Sporen, und der Schimmel kommt zurück. Lesen Sie die Angaben auf der Verpackung und halten Sie sich daran. Meist sind das zehn bis dreißig Minuten.
Vor der Behandlung mit chemischen Mitteln können Sie Hausmittel ausprobieren. Tragen Sie eine Paste aus Backpulver und etwas Wasser auf die dunklen Stellen auf, lassen Sie sie kurz einwirken und reiben Sie die Stellen mit einer weichen Bürste ab. Auch Essig oder Essigessenz wirkt gegen oberflächlichen Schimmel. Essig greift das Silikon auf Dauer an und kann es porös machen. Verwenden Sie Essig deshalb nur gelegentlich und spülen Sie die Fuge danach gründlich mit klarem Wasser ab.
Nach der Reinigung lassen Sie die Fuge gut trocknen. Schimmel braucht Feuchtigkeit zum Wachsen, und eine trockene Fuge bleibt deutlich länger sauber. Lüften Sie das Bad nach dem Duschen und wischen Sie überschüssiges Wasser von den Fugen.
Kalk mit Säure lösen
Gegen Kalk hilft Säure. Zitronensäure oder Essig lösen die Mineralablagerungen auf. Tragen Sie die Säure mit einem Tuch oder einer weichen Bürste auf die betroffene Stelle auf. Lassen Sie sie einige Minuten einwirken und spülen Sie anschließend gründlich nach. Bei hartnäckigen Ablagerungen wiederholen Sie die Behandlung.
Verwenden Sie für Kalk keine scheuernden Schwämme oder Stahlwolle. Die raue Oberfläche zerkratzt das Silikon, und in den Kratzern setzt sich später neuer Schmutz fest. Auch aggressive Reiniger mit starken Säuren greifen das Silikon an, wenn Sie sie zu lange einwirken lassen. Bei normalen Kalkflecken reichen Zitronensäure oder ein handelsüblicher Kalklöser aus.
Schmutz und Seifenreste entfernen
Gelbe oder graue Verfärbungen durch Seifenreste und Kosmetik verschwinden meist mit einem Allzweckreiniger und etwas Geduld. Tragen Sie den Reiniger auf, lassen Sie ihn kurz einwirken und reiben Sie mit einem weichen Schwamm oder einer alten Zahnbürste über die Fuge. Spülen Sie danach mit klarem Wasser nach.
Am besten beugen Sie dieser Verschmutzung vor, indem Sie die Silikonfugen bei der normalen Badreinigung mitwischen. So verhindern Sie, dass sich Rückstände festsetzen und später Schimmel anziehen. Eine wöchentliche Reinigung reicht in den meisten Haushalten aus. In stark genutzten Bädern ist es sinnvoll, die Fugen nach dem Duschen kurz abzutrocknen.
Wann Sie die Fuge erneuern sollten
Nicht jede Verfärbung lässt sich wegreinigen. Wenn das Silikon seine Elastizität verloren hat, Risse zeigt oder sich von der Wand löst, müssen Sie die Fuge entfernen und neu ziehen. Wenn der Schimmel trotz mehrfacher Reinigung immer wiederkehrt, sitzt er vermutlich tief im Material und lässt sich nicht mehr vollständig entfernen.
Ein weiteres Zeichen für eine notwendige Erneuerung ist stark vergilbtes und brüchiges Silikon. Vergilbtes Silikon verliert seine schützende Funktion und lässt Feuchtigkeit an den Untergrund gelangen. In diesem Fall hilft nur das Entfernen der alten Fuge mit einem Fugenmesser, gründliches Trocknen und das Neuverfugen mit frischem Sanitärsilikon.