Silikonfugen dichten die Übergänge zwischen Badewanne, Dusche, Waschbecken und den angrenzenden Fliesen ab. Sie verhindern, dass Wasser oder Wasserdampf hinter die Fliesen oder den Bodenbelag gelangt. Genau dort bleibt Feuchtigkeit hängen, trocknet langsam ab und hinterlässt mit der Zeit dunkle Punkte, gelbe Streifen oder weiße Krusten.

Der häufigste Fehler ist, sofort zum Schwamm oder Universalreiniger zu greifen, statt die Fuge vorher genau anzusehen. Ob sich ein Fleck wegputzen lässt, hängt davon ab, ob dort Schimmel wächst, Kalk aus dem Wasser abgelagert wurde oder das Silikon selbst vergilbt ist. Jede dieser drei Ursachen braucht ein anderes Mittel. Wer sie verwechselt, schädigt die Fuge zusätzlich.

Warum die Diagnose danebengeht

Dunkle Flecken in der Silikonfuge sehen auf den ersten Blick oft gleich aus. In einer feuchten Dusche tippen die meisten sofort auf Schimmel, und oft stimmt das. An derselben Kante entstehen durch hartes Wasser aber auch Kalkablagerungen, die Schmutz festhalten und mit der Zeit dunkel aussehen. Ein gelblicher Schimmer hat dagegen meist eine andere Ursache: Das Silikon altert, wird porös und verfärbt sich im Material selbst. Wer in jedem dieser Fälle mit dem Scheuerschwamm arbeitet, entfernt den Belag nicht und beschädigt nebenbei die Oberfläche der Fuge.

Dieser Abrieb richtet den größten Schaden an. Das ausgehärtete Silikon bildet eine glatte, geschlossene Haut, die Schmutz und Feuchtigkeit abweist. Kratzen Sie diese Haut mit Scheuerpulver, Metallwolle oder einem harten Schwamm an, entstehen feine Rillen. Seifenreste, Kalk und Schmutz setzen sich darin fest, die Fuge wird rau und lässt sich später immer schwerer sauber halten. Schrubben verschlimmert den Zustand einer Silikonfuge, statt ihn zu verbessern.

Dazu kommt ein Sicherheitsrisiko, das oft unterschätzt wird: Wenn Sie zuerst ein chlorhaltiges Mittel gegen Schimmel einsetzen und danach einen sauren Kalklöser, kann giftiges Chlorgas entstehen. Diese Mittel gehören nie in dieselbe Fuge, auch nicht nacheinander.

Schimmel, Kalk oder vergilbtes Silikon erkennen

Sehen Sie sich die Fuge bei Tageslicht an, wischen Sie sie mit einem feuchten Tuch ab und prüfen Sie die Stelle mit dem Fingernagel oder einem Plastikspachtel. Danach lässt sich der Befall meist zuordnen.

  • Schimmel: schwarze, graue oder grünlich schwarze Flecken an der Unterkante der Fuge und in Ecken, die nach dem Duschen lange nass bleiben. Der Fleck sitzt auf der Oberfläche und dringt mit der Zeit tiefer in das Silikon ein. Ein muffiger Geruch im Raum spricht für Schimmel.
  • Kalk: eine helle, weiß-graue, harte Schicht dort, wo Wasser regelmäßig antrocknet. Sie liegt auf dem Silikon und lässt sich nicht mit dem Finger abreiben. Ein Tropfen Essig oder Zitronensäure bringt die Kruste zum Blubbern und macht sie weich.
  • Verfärbung: Die Fuge wirkt gelblich, bräunlich oder gräulich, ohne dass eine Ablagerung aufliegt. Kratzen Sie mit dem Fingernagel darüber, kommt nichts ab; die Färbung sitzt im Material selbst. Sie entsteht mit zunehmendem Alter, durch Wärmequellen wie Kochfeld oder Heizung, durch Rauch und durch langjährige Einwirkung von Reinigungsmitteln. Vergilbtes Silikon ist mehr als ein Schönheitsfehler: Es wird porös, nimmt Feuchtigkeit auf und bietet Schimmel einen Nährboden.

Die drei Ursachen treten auch kombiniert auf. Auf einem älteren, leicht vergilbten Silikon lagert sich Kalk ab, und dort, wo Wasser stehen bleibt, wächst zusätzlich Schimmel. Entfernen Sie deshalb zuerst grobe Ablagerungen vorsichtig mit einem weichen Spachtel, wischen Sie die Fuge ab und lassen Sie sie kurz trocknen. Was danach sichtbar bleibt, entscheidet über das richtige Mittel.

Diese Reinigungsfehler schaden der Silikonfuge

Scheuerschwämme und Scheuerpulver gehören nicht an Silikon. Sie zerstören die glatte Oberfläche, die das Material schützt. Danach dringt Feuchtigkeit schneller ein, und Schimmel siedelt sich leichter an. Für die Fuge nehmen Sie weiche Schwämme, Mikrofasertücher oder eine weiche Bürste.

Der zweite Fehler ist, Chlorreiniger gegen Kalk einzusetzen. Chlorreiniger lösen organische Verschmutzungen, aber keine mineralischen Ablagerungen. Der Kalk bleibt liegen, und die Fuge wird unnötig stark beansprucht. Kalk braucht eine Säure, also Essig, Zitronensäure oder ein entsprechendes Reinigungsmittel.

Säure ist aber kein Dauerhelfer. Wenn Sie die Fuge regelmäßig mit Essig behandeln, greifen Sie neben dem Kalk auch das Silikon an; die Fuge wird spröde, rau und durchlässig. Spülen Sie die Fuge nach jeder Säurebehandlung gründlich ab und setzen Sie Essig sparsam ein.

Lassen Sie auch Metallwerkzeuge weg. Messer und Metallspachtel ritzen das Silikon und die Glasur der angrenzenden Fliesen; an den feinen Kratzern setzen sich Ablagerungen fest, die sich später nicht mehr entfernen lassen. Wenn Sie chlorhaltige Mittel und saure Kalklöser in derselben Fuge anwenden, kann giftiges Chlorgas entstehen. Mischen Sie solche Reiniger nie, auch nicht nacheinander am selben Ort. Silikonfugen sind außerdem nicht mit den harten Mörtelfugen zwischen Fliesen zu verwechseln: Die elastische Fuge verzeiht raue Behandlung deutlich weniger.

Welches Mittel für welche Ursache

Bei Kalkablagerungen hilft ein Hausmittel: Tragen Sie verdünnten Essig oder Zitronensäure auf die betroffene Stelle auf, lassen Sie sie einige Minuten wirken und arbeiten Sie die Stelle danach mit einem weichen Schwamm ab. Spülen Sie die Fuge gründlich, weil die Säure das Silikon auf Dauer angreift. Hartnäckige Krusten brauchen mehrere Durchgänge; der Erfolg kommt von der Einwirkzeit, das Reiben können Sie sich sparen.

Bei oberflächlichem Schimmel wirkt ein alkoholhaltiger Reiniger oder ein handelsüblicher Schimmelentferner. Tragen Sie das Mittel auf, lassen Sie es kurz einwirken und wischen Sie die Stelle ab. Danach muss die Fuge trocken bleiben, denn Schimmel braucht Feuchtigkeit. Wenn die schwarzen Punkte nach der Reinigung innerhalb kurzer Zeit wiederkommen, sitzt der Schimmel unter der Oberfläche im Silikon. Dann bekommt ihn kein Reiniger mehr zuverlässig zu fassen.

Bei vergilbtem oder porös gewordenem Silikon gibt es kein Mittel, das die Farbe zuverlässig wiederherstellt. Mit einem milden Reiniger entfernen Sie den Schmutz von der Oberfläche. Die Gelbfärbung sitzt aber im Material. Bleiche hellt ausgealtertes Silikon nicht dauerhaft auf und schwächt es zusätzlich. Eine deutlich verfärbte Fuge gehört erneuert, bevor der Schimmel die poröse Oberfläche für sich nutzt.

Seifenreste und eingearbeiteten Schmutz entfernen Sie am einfachsten mit warmem Wasser, etwas Spülmittel und einer weichen Bürste. Reiben Sie die Fuge danach mit einem Tuch trocken und lüften Sie den Raum. Eine Fuge, die dauerhaft feucht bleibt, zieht früher oder später Schimmel an, egal wie gründlich sie gereinigt wird.

Wann Sie die Silikonfuge ersetzen müssen

Erneuern müssen Sie die Fuge, wenn der Schimmel nach der Reinigung wiederkommt, wenn das Silikon Risse hat, sich von der Wand löst, hohl klingt oder an manchen Stellen weich wird. Dann dichtet die Fuge nicht mehr zuverlässig. Wasser gelangt hinter die Fuge und erzeugt dort Schimmel, den Sie von außen nicht mehr erreichen.

Zum Erneuern schneiden Sie die alte Fuge mit einem scharfen Messer entlang beider Kanten ein, ziehen das Silikon heraus und entfernen alle Reste aus dem Spalt. Der Spalt muss vollständig trocken sein, bevor neues Silikon hinein darf; Feuchtigkeit in der Fuge führt nach kurzer Zeit wieder zu Schimmel. Verwenden Sie handelsübliches Sanitärsilikon, das Zusätze gegen Schimmelbefall enthält, und streichen Sie die frische Fuge mit einem in Seifenlauge getauchten Spachtel glatt.

Die neue Fuge hält länger, wenn sie trocken bleibt. Wischen Sie sie beim Putzen mit ab, trocknen Sie sie nach dem Duschen mit einem Tuch und lassen Sie den Raum nicht dauerhaft geschlossen feucht. In Sanitärräumen, Betriebsküchen und Kantinen mit viel Wasserdampf sollten Sie die Fugen regelmäßig kontrollieren. Dann fällt beginnender Befall auf, bevor er sich ins Silikon frisst.