Mit Backpulver lösen Sie eingetrocknete Soßenreste am Herd, angebrannte Töpfe und hart gewordene Flecken auf der Arbeitsplatte. Backpulver kombiniert drei Stoffe. Natron löst Fett und wirkt als mildes Scheuermittel. Die zugesetzte Säure reagiert mit dem Natron zu Kohlendioxidbläschen, die eingetrocknete Rückstände anheben. Stärke hält das Pulver trocken.
Für die Reinigung können Sie Backpulver und reines Natron fast gleich verwenden. Bei empfindlichen Oberflächen ist Vorsicht nötig.
Der Unterschied zwischen Backpulver und Natron
Backpulver ist nicht dasselbe wie Natron. Natron, chemisch Natriumhydrogencarbonat, ist ein reines, leicht alkalisches Salz. Backpulver enthält Natron, dazu eine Säure wie Weinstein oder ein Phosphat und Stärke als Trennmittel. Beim Putzen können Sie beide fast gleich einsetzen. Reines Natron löst Fett etwas kräftiger, weil es stärker alkalisch wirkt. Backpulver hat dafür den Vorteil, dass die enthaltene Säure Kalk und mineralische Ablagerungen angreift. Die Stärke im Backpulver hinterlässt nach dem Trocknen einen feinen weißen Film; wischen Sie die Flächen deshalb mit klarem Wasser nach.
Verwechseln Sie Backpulver nicht mit Waschsoda. Waschsoda ist Natriumcarbonat, eine deutlich aggressivere Substanz, die Aluminium angreift und die Haut reizt. Für die Küchenreinigung reichen Backpulver oder Natron.
Töpfe, Herd und Backofen reinigen
1. Eingebrannte Töpfe einweichen. Füllen Sie den Topf mit heißem Wasser und geben Sie zwei bis drei Esslöffel Backpulver hinein. Lassen Sie das Wasser kurz aufkochen und den Topf dann mindestens eine halbe Stunde stehen. Die Flüssigkeit dringt in die angebrannte Schicht ein und löst sie vom Boden. Danach reiben Sie die Reste mit einer Spülbürste oder einem Schwamm ab. Bei sehr hartnäckigen Krusten wiederholen Sie den Vorgang oder lassen den Topf über Nacht einweichen.
2. Eingetrocknete Flecken auf dem Herd. Rühren Sie Backpulver mit etwas Wasser zu einer dickflüssigen Paste an und tragen Sie sie nur auf die eingetrockneten Stellen auf. Lassen Sie die Paste zehn bis fünfzehn Minuten wirken und wischen Sie sie dann mit einem feuchten Tuch ab. Bei Glaskeramikfeldern reiben Sie nicht: Die feinen Körner können Mikrokratzer verursachen. Lassen Sie die Paste dort nur einwirken und wischen Sie sie mit einem weichen Tuch ab. Prüfen Sie die Verträglichkeit zuerst an einer unauffälligen Stelle.
3. Backofen mit Backpulver-Paste. Im Backofen sitzen eingebrannte Fettspritzer oft wochenlang fest. Streichen Sie eine Paste aus Backpulver und Wasser auf die verschmutzten Stellen und lassen Sie sie mehrere Stunden oder über Nacht einwirken. Die Paste weicht die Krusten auf. Das Natron im Backpulver löst das Fett, die Säure greift zusätzlich mineralische Rückstände an. Danach wischen Sie die Paste samt gelöstem Schmutz mit einem feuchten Tuch ab. Bei selbstreinigenden Backofenbeschichtungen und Aluminiumteilen beachten Sie die Herstellerhinweise, denn alkalische Mittel können diese Oberflächen angreifen.
4. Grillrost in heißem Wasser einweichen. Ein Grillrost mit eingebrannten Resten passt oft nicht in die Spüle. Legen Sie ihn in einen großen Eimer oder eine Wanne und übergießen Sie ihn mit heißem Wasser und ein paar Esslöffeln Backpulver. Nach einigen Stunden Einweichzeit lösen Sie die Reste mit einer Drahtbürste oder einem Scheuerschwamm. Bei emaillierten Rosten nehmen Sie einen weichen Schwamm, damit die Oberfläche nicht zerkratzt.
Spüle, Arbeitsfläche und kleine Geräte reinigen
5. Spüle und Armaturen. In der Spüle setzen sich eingetrocknete Essensreste gern am Rand fest. Reiben Sie eine Paste aus Backpulver und Wasser kurz ein und spülen Sie sie nach zehn Minuten ab. So reinigen Sie Edelstahl und Keramik. Bei Kalkflecken an den Armaturen löst die Säure im Backpulver den Kalk an. Wischen Sie danach mit klarem Wasser nach, damit keine weißen Stärkereste bleiben. Bei verkalkten Armaturen geben Sie das Pulver direkt auf ein feuchtes Tuch und reiben die Stellen damit ab.
6. Vorsicht bei Naturstein-Arbeitsplatten. Auf Arbeitsplatten aus Edelstahl, Glas oder versiegeltem Holz reiben Sie eingetrocknete Flecken mit einer feuchten Paste aus Backpulver ab. Bei Naturstein wie Marmor oder Kalkstein sollten Sie Backpulver nicht verwenden. Die enthaltene Säure greift die Oberfläche an und hinterlässt matte Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. Für Marmor nehmen Sie besser ein mildes Spülmittel mit Wasser. Auch auf empfindlichen Hochglanzfronten testen Sie das Pulver zuerst an einer unauffälligen Stelle.
7. Dunstabzugshaube und Filter. Der Filter der Dunstabzugshaube sammelt Fett, das mit der Zeit zäh und klebrig wird. Legen Sie den Filter in ein Spülbecken oder eine Wanne mit heißem Wasser und Backpulver. Nach einer halben Stunde lösen Sie das Fett mit einer Bürste ab und spülen den Filter gründlich. Bei Filtern aus Aluminium halten Sie die Einwirkzeit kurz, denn alkalische Lösungen können Aluminium angreifen. Viele Hersteller erlauben die Reinigung im Geschirrspüler; prüfen Sie die Anleitung.
8. Mikrowelle mit Dampf reinigen. Mit Wasserdampf lösen Sie eingetrocknete Spritzer in der Mikrowelle. Stellen Sie eine hitzebeständige Schüssel mit Wasser und einem Teelöffel Backpulver hinein und erhitzen Sie sie zwei bis drei Minuten, bis Dampf entsteht. Lassen Sie die Tür danach noch fünf Minuten geschlossen. Der Dampf weicht die Rückstände auf, sodass Sie sie mit einem Tuch abwischen können. Das Backpulver im Wasser bindet außerdem Gerüche.
9. Fliesen und Fugen. Auf Küchenfliesen setzen sich Fettspritzer und eingetrocknete Soßenreste fest. Tragen Sie eine Paste aus Backpulver und Wasser mit einem Schwamm auf und lassen Sie sie kurz einwirken. Sie reinigt die Fliesen, ohne die Oberfläche anzugreifen. In den Fugen hilft das Pulver gegen dunkle Ablagerungen: Reiben Sie die Paste mit einer alten Zahnbürste in die Fuge ein und spülen Sie sie nach zehn Minuten ab. Bei stark vergilbten Fugen müssen Sie die Paste mehrmals anwenden; alten Schmutz in porösen Fugen entfernt sie nicht immer vollständig.
Vorsicht beim Putzen mit Backpulver
Für alle neun Tipps gelten drei Regeln. Testen Sie das Pulver zuerst an einer unauffälligen Stelle, wenn die Oberfläche empfindlich ist. Das betrifft vor allem Naturstein, Hochglanzfronten, lackierte Flächen und beschichtete Bleche. Wischen Sie nach der Reinigung mit klarem Wasser nach, denn die Stärke im Backpulver hinterlässt sonst einen weißen Film. Mischen Sie Backpulver nicht mit chlorhaltigen Reinigern, weil die Säure im Backpulver mit Chlor reagieren und gesundheitsschädliche Dämpfe bilden kann.
Wenn Sie empfindliche Haut haben, tragen Sie beim Arbeiten mit der Paste Handschuhe. Das Pulver entzieht der Haut Feuchtigkeit und kann sie austrocknen. Bei sehr hartnäckigen, eingebrannten Schichten hilft oft Geduld: Lassen Sie die Paste länger einwirken oder wiederholen Sie die Behandlung, statt kräftiger zu schrubben.