Eingebrannte Spritzer entstehen, wenn Soße, Suppe oder Fett beim Erhitzen an die Innenwände spritzt und dort durch die Mikrowellenstrahlung immer wieder erhitzt wird. Die Rückstände brennen fest und lassen sich später nicht einfach abwischen. Zuerst weichen Sie die Kruste ein und erzeugen danach Dampf. Anschließend wischen Sie mit einem weichen Tuch und reinigen nach. So kommen Sie ohne Schrubben und ohne aggressive Reiniger aus.
Warum sich Rückstände festbrennen
Fett- und Essensreste absorbieren Mikrowellenstrahlung und werden selbst erhitzt. Bei jedem Erhitzen bekommen die Spritzer neue Wärme, bis sie zu einer harten Kruste werden. Verkrustungen schlucken einen Teil der Strahlung, der sonst das Essen erhitzen würde. Dazu kommen Gerüche, und in seltenen Fällen können starke Verkrustungen Funken verursachen. Feuchte Essensreste sind ebenfalls ein Nährboden für Keime. Regelmäßiges Reinigen beugt all dem vor.
In welcher Reihenfolge Sie die Spritzer lösen
Der häufigste Fehler ist, mit einem harten Schwamm sofort auf die trockene Kruste loszugehen. Das verkratzt die Innenwände und verteilt das Fett nur. Besser ist es, die Spritzer in mehreren Schritten zu lösen: erst einweichen, dann mit Dampf aufweichen, dann wischen und am Ende mit klarem Wasser nachwischen. Mit jedem Schritt lässt sich die Kruste leichter lösen.
Schritt 1: Einweichen
Nehmen Sie zuerst den Drehteller und den Rollring heraus und waschen Sie sie in warmem Wasser mit Spülmittel. Befeuchten Sie die Innenwände mit einem Tuch oder Schwamm, der mit warmem Wasser und etwas Spülmittel getränkt ist. Legen Sie das Tuch für einige Minuten auf die eingebrannten Stellen. Das Wasser löst die oberste Schicht der Kruste, sodass der Dampf besser eindringen kann. Bei sehr dicken Verkrustungen können Sie die Stellen zusätzlich mit ein paar Tropfen Spülmittel beträufeln und kurz einwirken lassen.
Schritt 2: Dampf erzeugen
Stellen Sie eine mikrowellengeeignete Schüssel mit Wasser in das Gerät. Ein Schuss Essig oder der Saft einer halben Zitrone im Wasser löst Fett und neutralisiert Gerüche. Erhitzen Sie das Wasser, bis sich sichtbar Dampf bildet, und lassen Sie die Schüssel danach bei geschlossener Tür noch zwei bis drei Minuten stehen. Der Dampf weicht die eingebrannten Spritzer auf, sodass Sie nicht kräftig schrubben müssen. Achten Sie darauf, dass die Schüssel nicht leer läuft, und nehmen Sie sie mit einem Topflappen heraus, weil sie heiß ist.
Schritt 3: Das richtige Tuch
Nehmen Sie ein weiches Mikrofasertuch oder einen Schwamm, der nicht kratzt. Stahlwolle, Topfkratzer und Scheuerschwämme gehören nicht in die Mikrowelle, weil sie die Beschichtung und die glatten Innenwände zerkratzen. Wischen Sie die aufgeweichten Stellen mit kreisenden Bewegungen ab. Die Kruste löst sich jetzt ohne Kraftaufwand. Bleibt eine Stelle hart, legen Sie das feuchte Tuch direkt darauf, warten Sie kurz und wischen Sie erneut.
Schritt 4: Nachreinigung und Trocknen
Nach dem Wischen bleiben Spülmittel- oder Essigreste an den Wänden. Wischen Sie den Innenraum deshalb ein zweites Mal mit einem feuchten, sauberen Tuch und klarem Wasser nach. Danach trocknen Sie die Wände mit einem weichen Tuch ab und lassen die Tür einen Moment offen, damit Restfeuchtigkeit entweichen kann. Wischen Sie auch die Türdichtung ab, weil sich dort Spritzer und Krümel sammeln. Zum Schluss setzen Sie Drehteller und Rollring wieder ein.
Hartnäckige Reste mit Natron lösen
Wenn nach dem Dampfen einzelne Stellen übrig bleiben, hilft eine Paste aus Natron und etwas Wasser. Streichen Sie die Paste auf die betroffenen Stellen, lassen Sie sie zehn bis fünfzehn Minuten einwirken und wischen Sie sie mit einem feuchten Tuch ab. Natron ist mild, kratzt nicht und löst angebrannte Rückstände, ohne chemische Dämpfe zu hinterlassen. Chemische Ofenreiniger sind in der Mikrowelle unnötig und können Rückstände hinterlassen, die beim nächsten Erhitzen in die Luft gelangen.
Vorsicht bei Funken und Feuchtigkeit
Wenn Sie beim Erhitzen Funken im Innenraum sehen, schalten Sie das Gerät sofort aus und reinigen Sie es gründlich, bevor Sie es wieder benutzen. Denn starke Verkrustungen können solche Funken verursachen. Achten Sie beim Wischen darauf, dass kein Wasser in die Lüftungsschlitze oder zwischen Tür und Gehäuse läuft. Bei starken Verschmutzungen an schwer zugänglichen Stellen hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung, weil manche Hersteller besondere Hinweise zur Reinigung der Innenbeschichtung geben.