Wer Holz, Glas, Edelstahl oder lackierte Flächen im Haushalt reinigt, muss zuerst das richtige Tuch, die richtige Bürste und das richtige Mittel wählen. Davon hängt ab, ob die Arbeitsplatte glänzt oder matt wird, ob der Holztisch Flecken bekommt und ob Edelstahl Kratzer zeigt.

Materialschonende Reinigung entfernt Schmutz zuverlässig, ohne die Oberfläche zu verändern. Dafür brauchen Sie die richtigen Utensilien und ein paar Grundregeln.

Tücher und Schwämme

Das wichtigste Utensil ist das Tuch, denn es berührt fast jede Oberfläche. Für kratzempfindliche Flächen, Holz und Möbel eignen sich Baumwolltücher am besten. Sie nehmen viel Wasser auf und hinterlassen in der Regel keine Schlieren. Sie können aber Flusen hinterlassen, besonders auf dunklen Flächen. Wählen Sie deshalb ein dicht gewebtes Baumwolltuch, das weniger Fusseln verliert.

Mikrofasertücher eignen sich für die meisten Oberflächen. Ihre feinen Fasern lösen Schmutz auch ohne aggressive Reinigungsmittel, besonders auf Glas, Edelstahl und Kunststoff. Waschen Sie Mikrofasertücher niemals mit Weichspüler. Weichspüler legt sich wie ein Film um die feinen Fasern, verklebt sie und nimmt dem Tuch die Reinigungskraft. Nach ein paar Wäschen mit Weichspüler verschmiert das Tuch Fett und Schmutz nur noch auf der Oberfläche, statt sie aufzunehmen.

Für grobe Verschmutzungen in Küche und Bad nehmen Sie Zellulose-Schwämme mit rauer Seite. Die raue Seite gehört nur auf Fliesen, Keramik und Edelstahl, nicht auf empfindliche Lack- oder Kunststoffflächen. Wenn der Schwamm alt wird und bröselt, ersetzen Sie ihn. Abgeriebene Schwammteile setzen sich sonst in Fugen und Ritzen fest.

Bürsten und Schaber für empfindliche Oberflächen

Für hartnäckige Verschmutzungen in Fugen, an Armaturen oder auf Herdplatten brauchen Sie mehr als ein Tuch. Je weicher die Borsten, desto schonender die Reinigung. Eine Bürste mit Naturborsten oder weichen Nylonborsten entfernt Schmutz aus Fugen, ohne den Untergrund zu zerkratzen. Für Glas und Ceranfelder verwenden Sie einen Glaskeramik-Schaber mit scharfer, dünner Klinge. Die Klinge löst eingebrannte Reste. So müssen Sie nicht mit scheuernden Schwämmen arbeiten, die das Glas beschädigen.

Bei Holzoberflächen verzichten Sie auf Bürsten mit harten Borsten. Eine weiche Handbürste oder ein Tuch reicht aus, um Staub und leichte Verschmutzungen zu entfernen. Für tiefe Kratzer oder hartnäckige Flecken auf Holz ist ein spezielles Holzreinigungsmittel besser geeignet als mechanisches Schrubben, das die Oberfläche dauerhaft schädigt.

Milde Reinigungsmittel wählen

Das beste Tuch hilft wenig, wenn das Reinigungsmittel den Untergrund angreift. Bevorzugen Sie Produkte mit dem Blauen Engel oder dem EU-Umweltzeichen. Sie enthalten keine aggressiven Lösungsmittel und eignen sich für die meisten Oberflächen im Haushalt. Verzichten Sie auf Desinfektionsreiniger, chlorhaltige Sanitärreiniger, ätzende WC-Reiniger mit anorganischen Säuren und chemische Abflussreiniger. Diese Mittel greifen Oberflächen an und belasten Umwelt und Raumluft.

Eine Alternative zu klassischen Reinigern ist die probiotische Hygiene. Probiotische Reiniger setzen nützliche Mikroorganismen auf der Oberfläche ein. Diese verdrängen schädliche Keime und halten das Mikrobiom stabil. Eine Studie des Universitätsklinikums Jena aus dem Jahr 2022 verglich über 39 Wochen Desinfektion, herkömmliche Reiniger und probiotische Hygiene auf Oberflächen. Die probiotische Hygiene war am wirksamsten: Sie wirkte bis zu zehnmal besser als Desinfektion und hielt über 24 Stunden an. Desinfektionsmittel wirken nur etwa 30 Minuten. Die Studie wurde im Krankenhaus durchgeführt, aber die Übertragbarkeit auf den Haushalt ist plausibel, weil auf Küchen- und Badflächen die gleichen Prinzipien gelten.

Für die tägliche Reinigung reicht in den meisten Fällen warmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel oder einem milden Allzweckreiniger. Dosieren Sie sparsam, denn mehr Reinigungsmittel bedeutet nicht automatisch bessere Reinigung. Rückstände von Reinigungsmitteln ziehen neuen Schmutz an und können bei empfindlichen Oberflächen Flecken hinterlassen.

Utensilien pflegen

Utensilien halten nur so lange und reinigen nur so gut, wie Sie sie pflegen. Waschen Sie Tücher und Schwämme nach jedem Einsatz aus und trocknen Sie sie gut. Ein feuchter Schwamm ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die Sie dann bei der nächsten Reinigung auf der Oberfläche verteilen. Hängen Sie Schwämme und Tücher so auf, dass sie schnell trocknen, und wechseln Sie sie regelmäßig aus. Mikrofasertücher können Sie bei hoher Temperatur waschen, ohne Weichspüler, und im Trockner trocknen, wenn der Hersteller es erlaubt.

Klopfen Sie Bürsten nach der Benutzung aus und spülen Sie sie unter fließendem Wasser ab. Bei starken Verschmutzungen hilft ein Tropfen Spülmittel. Lassen Sie die Bürsten mit den Borsten nach unten trocknen. Dann kann das Wasser ablaufen, und im Bürstenkopf bilden sich keine Bakterien.