Viele Menschen wollen eine saubere Wohnung, aber Aufräumen und Putzen fallen ihnen schwer. Die ExtraSauber Studie 2024/25 befragte 627 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die meisten wollen es sauber haben, vielen ist Sauberkeit extrem wichtig. Fast die Hälfte der Befragten hasst das Putzen. Dieser Widerspruch erzeugt Frust und Aufschieberitis.

Wer die Grundlagen von Ordnung und Reinigung beherrscht, erreicht mit weniger Aufwand einen Haushalt, der sich gut anfühlt und auch vor Besuch besteht.

Warum Putzen aufgeschoben wird

Wer hohe Ansprüche an Sauberkeit hat, aber nicht gern putzt, lässt viele Aufgaben liegen. Laut der Studie werden manche Tätigkeiten so lange aufgeschoben, bis sie fast zum Dauerproblem werden. Ein verkrusteter Herd, ein überquellender Wäschekorb oder ein vollgestellter Esstisch entstehen selten an einem Tag. Sie wachsen, weil der Einstieg schwerfällt.

Der Ausweg sind kleinere Einheiten. Kurze Aufgaben erledigen Sie direkt, etwa das Ausräumen der Spülmaschine, das Abwischen der Arbeitsfläche oder das Wegräumen der Schuhe im Flur. Diese Handgriffe verhindern, dass sich die Abneigung gegen eine große, unübersichtliche Aufgabe aufbaut.

Erst aussortieren, dann aufräumen

Ordnung entsteht, wenn weniger Gegenstände in der Wohnung sind. Wer für seine Sachen keinen Platz hat, braucht keine neuen Boxen, sondern muss sich von Überflüssigem trennen. Räumen Sie zuerst aus, sortieren Sie aus, und schaffen Sie erst danach Stauraum.

Beginnen Sie mit einer einzelnen Schublade, einem Regalfach oder einem Kleiderschrankabschnitt. Nehmen Sie alles heraus, und legen Sie es in drei Stapel: behalten, weggeben, entsorgen. Danach gehört nur zurück, was Sie wirklich nutzen. Diese Methode funktioniert, weil sie ein klares Ende hat und Sie schnell ein sichtbares Ergebnis sehen.

Für den dauerhaften Erfolg hilft die Ein-Ein-Regel: Wenn etwas Neues ins Haus kommt, verlässt etwas Altes die Wohnung. Das gilt für Kleidung, Bücher, Küchengeräte und Spielzeug. Die Regel hält die Menge an Gegenständen stabil, ohne dass Sie ständig große Entrümpelungsaktionen planen müssen.

Küche und Bad zuerst putzen

Die Studie zeigt, dass die Befragten besonders großen Wert auf Hygiene in der Küche und im Bad legen. In der Küche entscheiden Sauberkeit und Temperatur darüber, ob sich Keime vermehren. Im Bad verhindert regelmäßige Reinigung Schimmel und Kalk.

Die tägliche Pflege ist wichtiger als die große Grundreinigung. Wischen Sie die Arbeitsfläche nach dem Kochen ab, und räumen Sie Geschirr nicht über Nacht in die Spüle. Im Bad reicht eine kurze Runde: Waschbecken auswischen, Duschkabine mit dem Abzieher trocknen, feuchte Handtücher aufhängen. So setzt sich Schmutz nicht fest und muss später nicht mühsam gelöst werden.

Ein Wochenplan für den Alltag

Ein fester Wochenplan hilft, die Aufgaben zu verteilen, statt alles am Wochenende zu erledigen. Entscheidend ist, dass der Plan zu Ihrem Tagesablauf passt. Wer morgens wenig Zeit hat, verlegt die tägliche Runde auf den Abend. Wer unter der Woche arbeitet, nimmt sich den Samstag für die größeren Aufgaben.

Ein einfacher Rhythmus sieht so aus: Täglich pflegen Sie Küche und Bad kurz, räumen die Wohnung auf und bringen den Müll raus. Einmal pro Woche sind Staubsaugen, Wischen, Badreinigung und Wäsche dran. Monatlich kommen Fenster, Kühlschrank und das Abstauben schwer erreichbarer Flächen hinzu. Der Plan muss nicht perfekt sein. Entscheidend ist die Wiederholung, denn nach einigen Wochen läuft die Routine ohne Nachdenken.

Vor Besuch schnell Ordnung schaffen

Wenn Gäste kommen, zählt der erste Eindruck. Räumen Sie zuerst die Flächen auf, die sofort ins Auge fallen: Flur, Wohnzimmer, Küche und das Gäste-WC. Alles, was herumliegt, wandert in einen Korb oder eine Box, die Sie vorher bereitstellen. Nach dem Besuch verteilen Sie die Sachen wieder an ihren Platz.

Diese Methode nimmt den Druck vor Besuch, ersetzt aber das regelmäßige Aufräumen nicht. Wer ohnehin Ordnung hält, braucht sie selten. Der Korb funktioniert trotzdem, weil er in wenigen Minuten sichtbare Ordnung herstellt, ohne dass Sie jeden Gegenstand einzeln entscheiden müssen.

Was Technik im Haushalt leistet

Die IKW-Zukunftsstudie „Das neue Sauber“ erwartet, dass Digitalisierung und Smart-Home-Technologien im Haushalt an Bedeutung gewinnen. Saugroboter, Haushalts-Apps und Online-Plattformen für Putzhilfen werden demnach beliebter. Diese Prognosen beschreiben einen Trend, keine sofortige Pflicht.

Ein Saugroboter hält den Boden sauber, ersetzt aber das Aufräumen nicht. Bevor der Roboter fahren kann, räumen Sie Kabel, Schuhe und Spielzeug vom Boden. Eine Haushalts-App erinnert an Aufgaben, die Erledigung bleibt Ihnen überlassen. Wer eine Putzhilfe über eine Plattform sucht, sollte auf Bewertungen und klare Absprachen achten. Die Technik unterstützt die Routine, aber die Entscheidung, was aufgeräumt werden muss, trifft sie nicht.

Hausarbeit als Ausgleich zum Arbeitsalltag

Die Zukunftsstudie beschreibt Hausarbeit auch als Ausgleich zur Kopfarbeit und zur ständigen Erreichbarkeit im digitalen Raum. Wer den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzt, erlebt das Putzen als körperliche Tätigkeit mit sofort sichtbarem Ergebnis. Diese Wirkung stellt sich allerdings nur ein, wenn Sie nicht unter Zeitdruck arbeiten.

Planen Sie deshalb bewusst Zeitfenster ein, in denen Sie den Haushalt ohne Hektik erledigen. Musik oder ein Podcast machen die Routine angenehmer. Die Studie erwartet außerdem, dass Hausarbeit zunehmend auch von Männern übernommen wird. Gebrauchsgegenstände werden stärker als Designobjekte wahrgenommen. Verteilen Sie die Aufgaben im Haushalt, statt eine Person für alles zuständig zu machen.