Schonende Reinigung entfernt Schmutz, ohne die Oberfläche zu beschädigen und ohne gesundheitlich bedenkliche Stoffe in die Wohnung zu bringen. Bei empfindlichen Materialien wie Holz, Leder oder Naturstein entscheiden das Mittel und die Technik, ob die Fläche nachher glänzt oder matt wird oder ob sie fleckig oder rissig wird.
An zwei Beispielen aus Produkttests und typischen Haushaltssituationen zeigt sich, wie aggressive Reiniger wirken und welche Methoden besser sind.
Warum aggressive Reiniger riskant sind
In Deutschland müssen Reinigungsmittel nicht alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung angeben. Hersteller dürfen Duftstoffe, Konservierungsmittel und andere Zusätze unter Sammelbegriffen verstecken. Wer wissen will, was wirklich in der Flasche steckt, muss selbst recherchieren oder Testergebnisse lesen.
Übliche Bestandteile sind Tenside, Säuren, Lösungsmittel, Laugen, Enzyme sowie Desinfektions- und Bleichmittel. Einige davon sind nicht unbedenklich: Sie reizen Haut und Augen, andere belasten das Abwasser und damit Gewässer. Wenn Kinder, ältere Menschen oder Haustiere im Haushalt leben, ist die Auswahl besonders wichtig, weil diese Gruppen empfindlicher auf Rückstände reagieren.
Beispiel: Allzweckreiniger im Test
In der Ausgabe 03/2024 hat Öko-Test Allzweckreiniger untersucht, die für Toilette und Boden beworben werden. Zwei Produkte schnitten dabei deutlich schlechter ab als andere.
Der Allzweckreiniger Der General Universal Bergfrühling erhielt ein schlechtes Urteil. Er enthält Duftisolantzolinone, die Allergien sowie Haut- und Augenreizungen auslösen können. Außerdem fanden die Tester Sulfonate. Sie führen zu schweren Augenschäden und schaden Wasserorganismen. Im Praxistest hinterließ das Mittel Streifen und Schlieren auf den gereinigten Flächen.
Vorher wischen Sie mit einem Produkt, das aggressive Chemie und Duftstoffe enthält, über den Boden. Die Fläche riecht stark, bleibt aber streifig. Bei empfindlichen Menschen jucken die Augen. Nachher, mit einem milderen Mittel ohne diese Stoffe, ist der Boden sauber, die Oberfläche unversehrt, und es bleiben keine chemischen Rückstände zurück.
Meister Proper Frühlingserwachen schnitt ebenfalls schlecht ab. Auch hier fanden die Tester Sulfonat sowie schwer abbaubare Phosphonate. Phosphonate gelten nicht als gefährlich für die menschliche Gesundheit, aber sie reichern sich in der Umwelt an. Wer also schonend reinigen will, sollte zu Produkten ohne diese Stoffe greifen.
Beispiel: Spülmaschinen-Tabs
Ein Test von Multitabs ergab, dass viele Produkte gut reinigen, einzelne aber schlecht abschneiden. Sie belasten das Gewässer oder können sogar dazu führen, dass die Spülmaschine ausfällt. Ein solcher Ausfall entsteht, wenn sich schwer lösliche Rückstände im Innenraum ablagern und Mechanismen verkleben.
Ein zweiter Test von 15 Mono-Tabs kam zu Urteilen von Gut bis Mangelhaft. Ein Öko-Tab wurde besser bewertet als ein klassisches Markenprodukt. Das zeigt: Ökologisch orientierte Mittel reinigen nicht automatisch schlechter, denn sie verzichten oft auf aggressive Zusätze und arbeiten trotzdem zuverlässig.
Vorher verwenden Sie einen billigen Tab, der hartes Wasser nicht ausreichend enthärtet. Das Geschirr wird nicht richtig sauber, und nach einigen Wochen bildet sich ein grauer Belag in der Maschine. Nachher, mit einem gut getesteten Tab, wird das Geschirr sauber, und die Maschine bleibt frei von Ablagerungen.
Materialgerecht reinigen: Holz, Leder, Naturstein
Neben dem richtigen Reinigungsmittel muss auch die Technik zum Material passen. Für die drei empfindlichsten Oberflächen im Haushalt gelten klare Regeln.
Holz verträgt keine großen Wassermengen, denn Feuchtigkeit dringt in die Poren ein und lässt das Holz quellen, sich verziehen oder Risse bekommen. Wischen Sie Holzböden und Holzmöbel nur nebelfeucht mit einem gut ausgewrungenen Tuch. Verwenden Sie ein mildes Reinigungsmittel, das für Holz geeignet ist, oder nur lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel. Nach der Reinigung sollten Sie die Fläche trocken nachwischen. Geöltes oder gewachstes Holz braucht zusätzlich regelmäßig Pflege mit dem passenden Öl oder Wachs, damit die Oberfläche geschützt bleibt.
Leder ist empfindlich gegenüber Säuren und Laugen, denn falsche Reiniger entfetten das Leder und machen es spröde. Für glattes Leder genügt meist ein leicht feuchtes Tuch mit etwas Lederpflege oder einer milden Seifenlösung. Lassen Sie das Leder nach der Reinigung trocknen und behandeln Sie es anschließend mit einer Lederpflege. Raues Leder wie Wildleder sollten Sie nur mit einer speziellen Bürste reinigen und niemals nass machen.
Naturstein wie Marmor, Granit oder Kalkstein reagiert empfindlich auf Säuren: Zitronensäure, Essig oder aggressive Allzweckreiniger ätzen die Oberfläche an und hinterlassen matte Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. Reinigen Sie Naturstein nur mit pH-neutralen Mitteln und warmem Wasser. Bei Marmor sollten Sie zusätzlich darauf achten, dass das Mittel keine Schleifpartikel enthält, die die polierte Oberfläche zerkratzen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Testergebnisse zeigen, dass Sie sich nicht auf Werbeversprechen verlassen sollten. Prüfen Sie die Inhaltsstoffe, soweit sie angegeben sind, und meiden Sie Produkte mit Duftisolantzolinonen, Sulfonaten oder Phosphonaten. Achten Sie auf Umweltzeichen, die strengere Kriterien vorgeben, und wählen Sie bei empfindlichen Oberflächen spezielle Produkte statt Universalreiniger.
Je weniger Inhaltsstoffe ein Produkt hat, desto geringer ist das Risiko. Für die meisten Alltagsreinigungen reichen warmes Wasser, ein Mikrofasertuch und bei Bedarf ein Tropfen Spülmittel. Spezielle Reiniger sind nur dort nötig, wo hartnäckiger Schmutz oder besondere Materialien es erfordern.