Türdichtungen und Gummilippen sitzen an Kühlschranktüren, Autotüren, Fensterrahmen und Waschmaschinentüren. Sie halten die Kälte im Gerät, Wind und Spritzwasser vom Auto sowie Schmutz und Lärm aus dem Haus fern. Dabei müssen sie Dauerbelastung aushalten: Sonne macht das Gummi spröde, Frost macht es hart, und jedes Öffnen und Schließen scheuert an der Dichtung. Ist die Dichtung verschmutzt, fragen Sie sich: Reinigen oder ersetzen? Ist das Gummi noch elastisch und unversehrt, reicht eine gründliche Reinigung. Ist es porös, rissig oder ausgehärtet, hilft nur ein neues Dichtungsband.
Erst prüfen, dann reinigen
Bevor Sie zu Lappen und Reinigungsmittel greifen, sehen Sie sich die Dichtung genau an. Fahren Sie mit dem Finger über die gesamte Länge und achten Sie auf Risse, brüchige Stellen und Verfärbungen. Drücken Sie das Gummi leicht zusammen. Federt es zurück und fühlt sich weich an, ist es noch in Ordnung. Bleibt eine Delle zurück oder fühlt sich das Material hart an, hat die Dichtung ihre Elastizität verloren.
Dann hilft Reinigen nicht mehr. Sonne, Kälte und ständige Bewegung haben das Gummi bereits mürbe gemacht. Auch eine verformte Dichtung, etwa an der Kühlschranktür, sollten Sie ersetzen. Sie schließt sonst nicht mehr dicht.
Dichtung mit Spülmittel reinigen
Ist die Dichtung noch elastisch, reicht eine sanfte Reinigung. Mischen Sie warmes Wasser mit ein paar Tropfen mildem Spülmittel. Wischen Sie die Dichtung dann mit einem weichen Tuch oder Schwamm ab. Arbeiten Sie entlang der Dichtung und entfernen Sie Schmutz, Staub und Ablagerungen. Danach trocknen Sie das Gummi mit einem sauberen Tuch. Bleibt Feuchtigkeit in der Dichtung zurück, bilden sich mit der Zeit Moos und Schimmel, besonders an Autotüren und Kofferraumklappen.
Aggressive Reiniger, Lösungsmittel und scheuernde Schwämme schaden dem Gummi. Sie entziehen dem Material Fett und machen es spröde. Auch ein Hochdruckreiniger ist ungeeignet. Der starke Strahl kann die Dichtung beschädigen. Für Fahrzeugdichtungen gibt es spezielle Gummipflegemittel. Sie halten das Material geschmeidig. Bei Haushaltsgeräten wie Kühlschrank und Waschmaschine genügt die milde Seifenlösung. Zusätzliche Pflegemittel sind dort nicht nötig.
Entfernen Sie vor der Reinigung groben Schmutz wie Laub oder Sand aus den Falten. Nach Regen bleibt oft Laub an den Dichtungen haften. In den feuchten Ecken bildet sich mit der Zeit Moos. Je früher Sie solche Ablagerungen entfernen, desto länger bleibt das Gummi intakt.
Wann der Austausch nötig ist
Eine Dichtung müssen Sie austauschen, wenn sie porös, rissig oder hart geworden ist oder ihre Form verloren hat. Das erkennen Sie nicht nur am Aussehen, sondern auch an der Funktion: Schließt die Kühlschranktür nicht mehr richtig, weil die Dichtung an einer Stelle platt gedrückt ist, entweicht kalte Luft und der Stromverbrauch steigt. Am Auto merken Sie den Austauschbedarf daran, dass Wasser oder Zugluft ins Innere gelangt oder es bei der Fahrt lauter wird.
Reinigen behebt solche Schäden nicht. Eine poröse Dichtung bleibt porös, auch wenn sie sauber ist. Wer den Austausch hinauszögert, zahlt höhere Energiekosten oder riskiert, dass Feuchtigkeit ins Gerät oder ins Fahrzeug eindringt.
Passende Ersatzdichtung wählen
Beim Austausch kommt es auf das richtige Ersatzteil an. Kühlschrank- und Waschmaschinendichtungen sind meist modellspezifisch. Die passende Dichtung finden Sie über die Gerätenummer. Bei Autos ist die Dichtung oft geklebt oder in eine Führung geklemmt. Sind Sie unsicher, ob Sie den Wechsel selbst durchführen können, lassen Sie die Arbeit von einer Fachwerkstatt erledigen. Das gilt besonders für Schiebedächer. Eine falsch sitzende Dichtung führt dort schnell zu Wasserschäden.