Wenn Sie am Monatsende nicht wissen, wohin Ihr Geld geflossen ist, schaffen Sie mit einem einfachen Budgetplan den Überblick. Notieren Sie regelmäßige Einnahmen und Ausgaben. Berücksichtigen Sie vorhersehbare Jahreskosten und berechnen Sie, wie viel für den Alltag bleibt.

Für den Anfang reichen Kontoauszüge, Vertragsunterlagen und Papier und Stift oder eine Tabelle. Erfassen Sie Ihre Ausgaben regelmäßig und passen Sie den Plan an Ihre tatsächlichen Kosten an.

Einnahmen und Ausgaben erfassen

Beginnen Sie mit den Beträgen, auf die Sie sich verlassen können. Dazu zählen zum Beispiel Ihr Nettogehalt und regelmäßig eingehende Leistungen. Unregelmäßige Extras wie Weihnachtsgeld oder Geschenke sollten Sie nicht fest für laufende Ausgaben verplanen.

Notieren Sie anschließend Ihre festen Kosten, etwa Miete, Energie, Telefon, Mitgliedschaften und Kreditraten. Berücksichtigen Sie auch Rechnungen, die nur jährlich oder halbjährlich kommen. Teilen Sie den Betrag durch zwölf und legen Sie den Monatsanteil zurück. So wird eine jährliche Versicherung nicht plötzlich zur unerwarteten Belastung.

Für veränderliche Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung und Freizeit genügt zunächst eine überschaubare Einteilung. Zu viele Kategorien machen das Eintragen mühsam; zu wenige zeigen kaum, wo das Geld bleibt. Wählen Sie Kategorien, die zu Ihrem Alltag passen, und ändern Sie sie, wenn sie sich als unpraktisch erweisen.

Monatsbudget berechnen

Ziehen Sie Ihre festen Kosten und die monatlichen Rücklagen für unregelmäßige Rechnungen von den regelmäßigen Einnahmen ab. Wenn Sie außerdem für ein Sparziel oder einen finanziellen Puffer Geld zurücklegen möchten, rechnen Sie diesen Betrag ebenfalls ab, bevor Sie Ihr Budget für variable Ausgaben festlegen.

Regelmäßige Einnahmen − feste Kosten − Rücklagen und Sparbeträge = Budget für veränderliche Ausgaben

Rechnen Sie mit Ihren eigenen Einnahmen und festen Kosten aus, welcher Betrag für veränderliche Ausgaben bleibt. Teilen Sie den Betrag grob auf Wochen auf. Das dient nur als Orientierung, denn ein Monat hat nicht genau vier Wochen.

Ein Wochenrahmen macht den Plan im Alltag leichter überprüfbar. Wenn Sie in einer Woche mehr ausgeben, prüfen Sie, ob Sie in der nächsten Woche gegensteuern müssen oder ob eine einmalige Ausgabe den Monat verzerrt hat.

Ausgaben regelmäßig notieren

Halten Sie auch kleine Bargeldbeträge und Kartenzahlungen fest. Eine Kartenzahlung zählt zu dem Zeitpunkt, an dem Sie sie tätigen, selbst wenn sie erst später vom Konto abgebucht wird. Belege und kurze Notizen helfen dabei, vergessene Ausgaben nachzutragen.

Wählen Sie eine Methode, die Sie tatsächlich nutzen: ein Notizbuch, eine Tabelle oder eine digitale Übersicht. Automatische Kontoübersichten erfassen Bargeldkäufe nicht vollständig, deshalb müssen Sie diese Ausgaben ergänzen. Ein fester wöchentlicher Termin zum Eintragen hilft. Prüfen Sie am Monatsende außerdem, ob Ihre Ausgabennotizen zu Ihrem Kontostand passen.

Der erste Monat zeigt zunächst nur, wie Ihre Ausgaben in diesem Monat aussehen. Eine Reparatur oder eine ungewöhnlich teure Woche kann das Ergebnis verzerren. Vergleichen Sie deshalb mehrere Monate. Berücksichtigen Sie auch Rechnungen, die in diesem Zeitraum nicht fällig waren.

Den Plan monatlich anpassen

Prüfen Sie am Monatsende, in welchen Bereichen Sie mehr ausgegeben haben als geplant. Fragen Sie sich, ob die Abweichung einmalig war oder ob die Ausgabe regelmäßig wiederkehrt. Bei einer seltenen Reparatur ist eine andere Anpassung nötig als bei einem Lebensmittelbudget, das dauerhaft zu niedrig angesetzt ist.

Die häufig genannte 50/30/20-Regel kann als grobe Orientierung dienen: 50 Prozent des Nettoeinkommens für notwendige Ausgaben, 30 Prozent für Wünsche und Freizeit sowie 20 Prozent für Sparziele oder unerwartete Kosten. Diese Aufteilung passt nicht zu jeder Lebenslage. Wenn Ihre Wohnkosten einen großen Teil des Einkommens ausmachen, ist Ihr eigener Blick auf Einnahmen und Ausgaben aussagekräftiger als eine starre Prozentvorgabe.

Ein Haushaltsbuch zeigt, wofür Sie Geld ausgeben, und hilft Ihnen bei Entscheidungen. Allein durch das Haushaltsbuch steigt Ihr verfügbarer Betrag nicht automatisch. Wenn nach den notwendigen Ausgaben dauerhaft ein Minus bleibt, prüfen Sie zuerst größere feste Kosten. Bei anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten wenden Sie sich frühzeitig an eine kostenlose Schuldnerberatung.