Mit gezielten Änderungen behalten Sie Ihre Ausgaben besser im Blick und senken einzelne Kosten, ohne überall zu sparen. Wie viel Spielraum besteht, hängt vom Einkommen, der Wohnsituation und den notwendigen Ausgaben ab.
2023 entfielen laut Destatis durchschnittlich 37,5 Prozent der Konsumausgaben eines Haushalts auf Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung. Der Durchschnitt zeigt nicht, wie viel Ihr Haushalt fürs Wohnen ausgeben sollte. Er zeigt aber, dass neben kleinen Einkäufen auch regelmäßige Kosten zählen.
Ausgaben und Einkäufe
1. Einnahmen und Ausgaben notieren
Halten Sie einen Monat lang fest, was hereinkommt und wohin das Geld geht. Trennen Sie feste Kosten wie Miete und Versicherungen von veränderlichen Ausgaben wie Lebensmitteln oder Freizeit. Teilen Sie jährliche Rechnungen durch zwölf, damit sie im Monatsüberblick nicht untergehen. So sehen Sie, wofür Sie regelmäßig Geld ausgeben. Das Haushaltsbuch allein spart aber noch kein Geld.
2. Abos und Verträge prüfen
Gehen Sie Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen durch. Achten Sie auf Mitgliedschaften, Streamingdienste oder doppelte Angebote, die Sie kaum nutzen. Prüfen Sie vor einer Kündigung die Vertragsbedingungen und was die Kündigung für Sie bedeutet. Versicherungen und Altersvorsorge sollten Sie nicht vorschnell streichen, denn eine scheinbare Ersparnis kann später teuer werden.
3. Einkäufe für die Woche planen
Prüfen Sie vor dem Einkauf Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank, planen Sie einige Mahlzeiten und notieren Sie nur, was tatsächlich fehlt. Die Einkaufsliste hilft, spontane Zusatzkäufe zu vermeiden. Kaufen Sie verderbliche Lebensmittel in Mengen, die Sie rechtzeitig verbrauchen können.
4. Grundpreise vergleichen
Vergleichen Sie den Preis pro Kilogramm oder Liter, der am Regal ausgezeichnet ist. Eine große Packung oder ein Angebot ist nicht automatisch günstiger. Auch Eigenmarken können eine preiswerte Alternative sein, doch entscheidend ist der konkrete Preisvergleich.
5. Reste weiterverwenden
Planen Sie Reste als nächste Mahlzeit ein oder frieren Sie sie rechtzeitig ein. Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum sind häufig noch genießbar; prüfen Sie sie mit Augen, Nase und Geschmack. Ein Verbrauchsdatum ist dagegen eine Sicherheitsfrist und sollte eingehalten werden.
6. Essen mitnehmen
Wenn es zu Ihrem Alltag passt, bereiten Sie Mahlzeiten zu Hause vor und nehmen Sie Essen oder Getränke für Arbeit und unterwegs mit. So reduzieren Sie Ausgaben für spontane Käufe außer Haus. Entscheidend ist eine Lösung, die zu Ihrer Zeit, Ihrer Küche und den Möglichkeiten zur Aufbewahrung passt.
Energie und Rücklagen
7. Heizung passend einstellen
Senken Sie die Raumtemperatur, wenn es für Sie angenehm bleibt. Nach Angaben der Verbraucherzentrale spart ein Grad weniger ungefähr sechs Prozent Heizenergie. Das gilt für die Heizenergie, nicht für die gesamte Haushaltsrechnung. Lassen Sie ungenutzte Räume nicht übermäßig auskühlen: Die Verbraucherzentrale nennt 16 Grad als Mindestwert, um das Schimmelrisiko zu begrenzen.
8. Haushaltsgeräte effizient nutzen
Lassen Sie Wasch- und Spülmaschine möglichst nur laufen, wenn sie gut gefüllt sind. Nutzen Sie das Eco-Programm, wenn es passt, und trocknen Sie Wäsche an der Luft, sofern Platz und Wetter es erlauben. Beim Kochen hilft ein Topfdeckel; für den Wasserkocher erhitzen Sie nur die benötigte Menge. Wie viel das spart, hängt von Geräten, Stromtarif und Nutzung ab.
9. Kurze Wege anders zurücklegen
Prüfen Sie, ob Sie kleine Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen können. Für längere Wege vergleichen Sie die tatsächlichen Kosten und die Alltagstauglichkeit von Auto, öffentlichem Verkehr und anderen Möglichkeiten. Eine pauschale Ersparnis gibt es nicht: Strecke, Wohnort und Nutzung machen einen großen Unterschied.
10. Rücklagen an den Spielraum anpassen
Wenn nach notwendigen Ausgaben Geld übrig bleibt, legen Sie einen Betrag für absehbare Rechnungen oder Notfälle zurück, der zu Ihrem tatsächlichen Monatsbudget passt. So müssen Sie nicht regelmäßig Geld wieder abheben. Reicht das Einkommen kaum für Miete, Energie, Lebensmittel oder notwendige Medikamente, reichen Einsparungen bei einzelnen Alltagskäufen möglicherweise nicht aus. Dann sind eine Priorisierung der Zahlungen und eine Schuldner- oder Sozialberatung sinnvolle nächste Schritte.