Beim Bohren in Wände und Decken verteilt sich Staub auf Böden, Möbeln und in der Raumluft. Je nach Untergrund fällt er anders aus: Gipskarton erzeugt meist feines Pulver, bei Beton und Ziegel entstehen mehr mineralische Partikel. Welche Lösung passt, hängt vor allem vom Untergrund und vom Umfang der Arbeit ab. Vier Methoden mit eigenen Stärken und Grenzen kommen infrage.

Umschlag und Klebezettel für Bohrstaub

Diese Methoden benötigen keine zusätzlichen Geräte. Ein gefalteter Papierumschlag wird mit Malerkrepp unterhalb der Bohrstelle befestigt und fängt das herabfallende Bohrmehl auf. Auch ein Haftnotizzettel funktioniert, wenn Sie die Klebekante nach oben setzen und ihn zu einer kleinen Mulde falten. Beide Varianten sind schnell vorbereitet und kosten kaum etwas.

Für ein einzelnes Dübelloch in Gipskarton oder weichem Putz reicht das völlig aus. Der sichtbare Schmutz bleibt im Umschlag oder auf dem Zettel, und Sie entsorgen beides mitsamt dem Inhalt. Allerdings stoßen diese Methoden schnell an Grenzen: Das Auffangvolumen eines Klebezettels ist sehr gering. Bei Schlagbohrarbeiten oder größeren Bohrdurchmessern fliegt der Staub leicht über die Papierkante hinaus. Auch auf rauem Putz, sandenden Anstrichen oder Strukturtapeten haften Klebeband und Haftnotizen oft unzuverlässig. Hinzu kommt das Risiko, dass Klebeband beim Abziehen Farbe oder Tapetenfasern mitnimmt. Besonders auf empfindlichen Oberflächen sollten Sie vorher an einer unauffälligen Stelle testen.

Für Arbeiten über Kopf an der Decke sind Umschlag und Klebezettel nur bedingt geeignet, weil die Befestigung besonders stabil sein muss und das geringe Eigengewicht der Papierlösung Vibrationen nicht immer standhält. Diese Methoden reduzieren den sichtbaren Schmutz auf dem Boden, ersetzen aber keine technische Stauberfassung. Bei mineralischen Untergründen wie Beton oder Ziegel entsteht feiner Staub, der sich trotz Auffanghilfe in der Raumluft verteilen kann.

Staubsaugerhilfe beim Bohren

Der Einsatz eines Staubsaugers direkt am Bohrloch erfasst deutlich mehr Staub. In der einfachsten Form hält eine zweite Person die Fugendüse unmittelbar unter die Bohrstelle, während der Sauger den Großteil des Bohrmehls bereits aufnimmt, bevor es auf den Boden fällt. Spezielle Wandaufsätze halten die Düse am Untergrund fest und erfassen den Staub direkt an der Entstehungsstelle.

Mit einem für den anfallenden mineralischen Staub ausdrücklich geeigneten Sauger kann die Staubsaugerhilfe bei mehreren Löchern die Nachreinigung und die Staubbelastung in der Raumluft verringern. Allerdings hängt die Wirksamkeit stark von der richtigen Ausführung ab. Ein zu großer Abstand zwischen Düse und Bohrloch verschlechtert die Erfassung. Eine undichte Verbindung zwischen Düse, Schlauch und Sauger mindert die Leistung.

Nicht jeder Haushaltsstaubsauger ist für mineralischen Feinstaub geeignet. Feiner Beton-, Gips- oder Ziegelstaub kann ungeeignete Filter und Beutel schnell belasten und wieder in die Raumluft gelangen. Verwenden Sie deshalb nur einen Sauger, dessen Hersteller ihn ausdrücklich für den anfallenden mineralischen Staub freigibt. Fehlt diese Freigabe, nutzen Sie bei einzelnen kleinen Bohrungen eine passive Auffanghilfe oder leihen Sie für umfangreichere Arbeiten einen geeigneten Bau-Entstauber.

Ein praktischer Nachteil: Ohne Wandhalterung benötigen Sie eine zweite Person, die die Düse positioniert. Das ist nicht immer möglich, und Aufsätze mit Gummidichtung können auf empfindlichen Tapeten Druckstellen hinterlassen. Für Beton, Deckenbohrungen und größere Durchmesser ist die Staubsaugerhilfe mit passendem Aufsatz und ausdrücklich geeignetem Sauger jedoch eine deutlich zuverlässigere Lösung als Umschlag oder Klebezettel.

Bohrstaubfänger für anspruchsvolle Untergründe

Unter dem Begriff Bohrstaubfänger werden verschiedene Systeme zusammengefasst, die den Staub möglichst nah an der Entstehungsstelle erfassen. Es gibt passive Varianten, die ohne Staubsauger auskommen: Ein kleiner Kunststoffaufsatz sitzt direkt am Bohrer und sammelt das Bohrmehl in einem Behälter. Diese Lösung ist kompakt, günstig und für kleine Bohrdurchmesser geeignet. Allerdings ist das Behältervolumen begrenzt. Bei langen Bohrlöchern oder viel Staub kann der Behälter überlaufen.

Deutlich leistungsfähiger sind Systeme mit aktiver Absaugung. Der Bohrstaubfänger wird an einen Staubsauger angeschlossen und saugt den Staub kontinuierlich ab. Einige Geräte arbeiten autark mit einem batteriebetriebenen Vakuum, das den Aufsatz an der Wand festhält. Das ist besonders praktisch, wenn Sie allein arbeiten und keine zweite Person zur Verfügung haben.

Die saubersten Ergebnisse erzielen Sie mit einem Bohrstaubfänger, der zum Bohrer, zum Untergrund und zum Sauger passt. Für Beton, Ziegel und Deckenbohrungen ist diese Methode den anderen klar überlegen. Die direkte Erfassung an der Entstehungsstelle reduziert die Verteilung von Feinstaub im Raum. Allerdings müssen Sie auf die Kompatibilität achten: Der Aufsatz muss zum Bohrdurchmesser passen, die Dichtung auf der Wandfläche sauber aufliegen und der Sauger ausreichend Leistung und den richtigen Anschluss bieten.

Während für gelegentliche Bohrarbeiten in Gipskarton oder Holz ein passiver Bohrstaubfänger oft ausreichend ist, lohnt sich für regelmäßige Arbeiten in Beton oder Stein die Investition in ein aktives Absaugsystem. Bedenken Sie auch, dass nicht jeder Bohrstaubfänger für alle Untergründe gleichermaßen geeignet ist. Auf stark strukturierten oder porösen Flächen kann die Dichtung undicht sein.

Sicherheit beim Bohren

Beachten Sie beim Bohren grundlegende Sicherheitsregeln. Prüfen Sie vor dem Bohren, ob Leitungen oder Rohre im Bohrbereich verlaufen. Verwenden Sie einen passenden Bohrer für den Untergrund und führen Sie die Maschine mit beiden Händen. Eine Schutzbrille gehört zur Grundausstattung. Wenn Sie auf einer Leiter arbeiten, stellen Sie diese nur auf ebenem, tragfähigem Untergrund auf und lehnen Sie sich nicht aus der Leiterachse hinaus. Für Arbeiten in größerer Höhe ist eine Podestleiter wegen des sicheren Standes und des größeren Bewegungsspielraums die bessere Wahl.