Eingebrannte Fett- und Speisereste haften fest am Backofenrost. Stahlwolle und Drahtbürsten entfernen die Kruste zwar schnell, zerkratzen aber die Oberfläche. Die feinen Kratzer bleiben sichtbar, und beim nächsten Braten setzt sich dort wieder Schmutz fest. Schonender ist es, den Rost einzuweichen und ihn dann mit dem passenden Werkzeug zu reinigen.

Warum Stahlwolle und Drahtbürsten schaden

Stahlwolle und Drahtbürsten ritzen jede Oberfläche an, die nicht aus blankem, massivem Metall besteht. Die Kratzer vergrößern die Fläche, auf der sich Fett und Speisereste beim nächsten Einsatz festsetzen. Dadurch wird der Rost mit jeder Reinigung schwerer sauber zu bekommen, und die geritzten Stellen dunkeln nach.

Hinzu kommen feine Metallpartikel, die die Stahlwolle auf dem Rost hinterlässt. Sie rosten und erzeugen braune Flecken, die sich später kaum entfernen lassen. Verwenden Sie deshalb nur weiche Materialien: weicher Schwamm, Mikrofasertuch, Spülbürste oder ein Kunststoffscheuerer ohne raue Scheuerschicht.

Auch bei Reinigungsmitteln sollten Sie vorsichtig sein. Mischen Sie niemals chlorhaltige Reiniger mit Essig oder anderen Säuren. Dabei entsteht Chlorgas, das die Atemwege reizt. Für den Backofenrost reichen Backpulver, Natron, Spülmittel und Essig aus.

So weichen Sie den Rost gezielt ein

Beim Einweichen geben Sie dem eingebrannten Schmutz Zeit, sich zu lösen, statt ihn mit Druck abzukratzen. Füllen Sie die Spüle oder die Badewanne mit warmem Wasser und geben Sie ein paar Spritzer Spülmittel dazu. Der Rost muss vollständig von Wasser bedeckt sein. Legen Sie ein altes Handtuch unter, damit der Rost die Emaille von Spüle oder Wanne nicht zerkratzt. Nach ein bis zwei Stunden lösen sich die meisten Krusten; Sie können den Rost aber auch über Nacht einweichen lassen.

Für hartnäckige Reste hilft eine Paste aus Backpulver oder Natron. Mischen Sie drei Esslöffel Backpulver mit vier bis sechs Esslöffeln Wasser, bis eine cremige Masse entsteht. Streichen Sie die Paste auf die verkrusteten Stellen und lassen Sie sie einige Minuten einwirken. Danach sind die Rückstände aufgeweicht und lassen sich leicht abspülen.

Essig und Zitronensäure lösen vor allem mineralische Ablagerungen und verbrannte Reste. Verdünnen Sie den Essig mit etwas Wasser, bevor Sie ihn auf den Rost geben. Lassen Sie Säuren nicht über mehrere Stunden einwirken, denn sie greifen manche Oberflächen an.

Mit dem richtigen Werkzeug nacharbeiten

Nach dem Einweichen löst sich der größte Teil der Kruste von selbst oder mit leichtem Druck. Beginnen Sie mit einem weichen Schwamm oder einem Mikrofasertuch und arbeiten Sie in kreisenden Bewegungen. In den Ecken und an den Gitterkanten setzt sich Schmutz besonders gern fest; dort hilft eine alte Zahnbürste oder eine kleine Flaschenbürste. Für sehr feste Reste nehmen Sie einen Holzspatel. Holz ist hart genug, um Krusten zu lösen, aber weicher als die Oberfläche des Rosts.

Lassen Sie den Rost dabei nicht wieder antrocknen. Arbeiten Sie ihn im Wasser liegend ab oder befeuchten Sie ihn zwischendurch erneut. Wenn einzelne Stellen nach dem ersten Durchgang noch krustig sind, tragen Sie erneut etwas Paste auf und warten Sie einige weitere Minuten. Die mechanische Arbeit ersetzt das Einweichen nicht; sie nutzt nur dessen Wirkung.

Beschichtete Roste gesondert behandeln

Viele Roste tragen eine Emaille- oder Antihaftbeschichtung. Solche Oberflächen behandeln Sie anders als blankes Metall. Verwenden Sie niemals scheuernde Schwämme oder Metallwerkzeuge; schon ein einziger Kratzer beschädigt die Schutzschicht. Bei beschichteten Rosten reichen warmes Wasser, Spülmittel und ein weiches Tuch meist völlig aus.

Bei Emaille setzen Sie Essig und Zitronensäure sparsam ein. Die Säure greift die Glasur bei langer Einwirkzeit an und macht sie stumpf. Die Paste aus Backpulver eignet sich auch für beschichtete Roste, weil sie nicht kratzt und sich leicht abspülen lässt. Prüfen Sie zusätzlich die Hinweise des Herstellers: Manche Roste dürfen in die Spülmaschine, andere verlieren dort ihren Glanz oder ihre Antihaftwirkung.

Spülen Sie den Rost nach der Reinigung gründlich mit klarem Wasser ab. Zurückgebliebene Reinigungsmittelreste verbrennen beim nächsten Aufheizen und erzeugen Geruch und Qualm. Trocknen Sie den Rost gut ab oder lassen Sie ihn an der Luft trocknen, bevor Sie ihn zurück in den Ofen schieben.