Vorhänge sammeln Staub, Küchendünste und Straßengerüche; nach dem Waschen hängen sie oft voller Knitterfalten. Das Bügeln lässt sich meist sparen. Dafür entfernen Sie Haken und Beschwerungen, befüllen die Trommel locker und waschen mit niedriger Schleuderzahl. Anschließend hängen Sie die Vorhänge feucht auf. Das Pflegeetikett entscheidet, ob der Stoff Maschinenwäsche verträgt.
Pflegeetikett und Stoffart prüfen
Bevor Sie die Vorhänge in die Maschine geben, lesen Sie das Pflegeetikett. Es gibt an, ob der Stoff maschinenwaschbar ist, welche Temperatur er verträgt und ob er in den Trockner darf. Diese Angaben haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen, denn Leinen, Seide, Baumwolle und Synthetik verhalten sich beim Waschen sehr unterschiedlich.
Synthetische Gardinen sind meist bei 30 Grad waschbar. Empfindliche Stoffe wie Seide oder Spitze gehören oft nur in den Schonwaschgang oder zur Handwäsche. Wolle und manche Viskose-Mischungen können beim Waschen einlaufen oder verfilzen. Wenn das Etikett fehlt oder unlesbar ist, entscheiden Sie sich für die vorsichtigste Variante: kaltes oder lauwarmes Wasser, Feinwaschmittel und ein Schonprogramm. Im Zweifel lassen Sie einen unauffälligen Stoffrest an der Innenseite testen, ob Farbe und Struktur das Waschen überstehen.
Haken, Metallteile und Deko entfernen
Nehmen Sie alle Aufhänger, Haken, Rollen, Raffhalter, Dekospangen und Beschwerungsstäbe ab, bevor die Vorhänge in die Maschine kommen. In der Trommel können die Teile herumfliegen, die Wäsche beschädigen oder die Maschine verkratzen. Kleine Metallteile bleiben außerdem oft in den Falten hängen und rosten dort.
Lassen sich rostfreie Plastikteile nicht entfernen, stecken Sie sie in einen Wäschebeutel oder Kissenbezug und waschen sie mit. Empfindliche Spitzengardinen, durchbrochene Stoffe und Fransen waschen Sie grundsätzlich in einem Wäschenetz. So verknoten sie sich nicht und die Fransen fransen nicht aus.
Die Trommel locker befüllen
Vorhänge brauchen Platz in der Maschine, damit Wasser und Waschmittel jeden Teil des Stoffs erreichen. Befüllen Sie die Trommel höchstens zur Hälfte. Legen Sie die Vorhänge locker hinein, statt sie zu stopfen. Wenn Sie mehrere Vorhänge waschen, verteilen Sie sie gleichmäßig. So gerät die Maschine nicht aus dem Gleichgewicht.
Eine zu volle Trommel verknittert den Stoff stark. Die Falten gehen nach dem Trocknen nur schwer heraus. Bei großen Vorhängen ist es sinnvoll, sie einzeln oder in zwei Ladungen zu waschen, auch wenn das mehr Zeit kostet.
Schonprogramm und niedrige Schleuderzahl wählen
Wählen Sie ein Schon- oder Feinwaschprogramm mit niedriger Schleuderzahl. Hohe Schleuderdrehzahlen pressen den Stoff stark zusammen. Sie erzeugen tiefe Knitterfalten, die sich später nur mit dem Bügeleisen entfernen lassen. Eine niedrige Schleuderzahl lässt die Vorhänge feuchter aus der Maschine kommen. Das ist für das knitterfreie Aufhängen von Vorteil.
Das Waschmittel richten Sie nach Farbe und Stoff: Weißwaschmittel für weiße Vorhänge, Buntwaschmittel für farbige und Feinwaschmittel für empfindliche Materialien. Verzichten Sie auf Weichspüler, wenn das Pflegeetikett nichts anderes empfiehlt. Er kann bei manchen Stoffen die Saugfähigkeit und den Fall beeinträchtigen.
Feucht aufhängen statt in den Trockner
Der wichtigste Schritt für knitterfreie Vorhänge ist das Aufhängen im feuchten Zustand. Nehmen Sie die Vorhänge direkt nach dem Schleudern aus der Maschine. Schütteln Sie sie kräftig aus und hängen Sie sie sofort an der Gardinenstange oder Leine auf. Das Eigengewicht des nassen Stoffs zieht die Falten glatt, während er trocknet.
Hängen Sie die Vorhänge nicht in den Trockner, wenn das Pflegeetikett es nicht ausdrücklich erlaubt. Viele Gardinenstoffe laufen bei Wärme ein oder werden spröde. Wenn Sie einen Trockner verwenden möchten, wählen Sie ein niedriges Temperaturprogramm. Nehmen Sie die Vorhänge leicht feucht heraus und hängen Sie sie anschließend auf.
Achten Sie beim Aufhängen darauf, dass die Vorhänge gleichmäßig verteilt sind und nicht an einer Stelle zusammengedrückt werden. Falten, die sich beim Aufhängen bilden, können Sie mit der Hand glattstreichen. Bei sehr empfindlichen Stoffen wie Seide legen Sie die Vorhänge über eine Wäscheleine, statt sie an der Stange einzuhängen. Das gilt, solange sie noch nass sind.
Wie oft Vorhänge gewaschen werden sollten
Vorhänge müssen nicht nach jedem Staubwischen in die Maschine. Je nach Verschmutzungsgrad reicht es, sie zwei- bis viermal pro Jahr zu waschen. In Haushalten mit Rauchern, an stark befahrenen Straßen oder in Küchen, in denen viel gebraten wird, setzen sich Fett und Abgase schneller ab. Dann ist häufigeres Waschen sinnvoll.
Nehmen Sie die Vorhänge erst kurz vor dem Waschen ab, damit sie nicht lange zusammengelegt herumliegen und Knitterfalten bilden. Wenn Sie sie nach dem Trocknen nicht sofort wieder aufhängen, rollen Sie sie locker auf statt zu falten. So vermeiden Sie Druckstellen.