Aussortierte Kleidung gehört nicht automatisch in einen Spendencontainer. Saubere, intakte Stücke können Sie verkaufen, verschenken oder spenden. Stark verschmutzte, feuchte, verschimmelte oder hygienisch ungeeignete Textilien dürfen Sie nicht spenden.
Seit 2025 gelten neue Regeln für die getrennte Sammlung von Textilabfällen. Für nicht mehr nutzbare Kleidung sind je nach Kommune unterschiedliche Annahmestellen zuständig. Prüfen Sie den Zustand und fragen Sie bei unbrauchbaren Textilien die örtliche Abfallberatung.
Zustand vor Weitergabe prüfen
Prüfen Sie jedes Stück mit vier Fragen: Ist es noch tragbar, lässt es sich verkaufen, eignet es sich für eine Spende oder ist es nur noch ein Alttextil?
Tragbar ist Kleidung in der Regel, wenn sie sauber, trocken, geruchsfrei und vollständig ist. Normale Gebrauchsspuren sind kein Hindernis für die Weitergabe. Einen fehlenden Knopf, eine offene Naht oder einen kleinen Mangel können Sie reparieren. Wenn Sie das nicht tun, nennen Sie den Mangel beim Verkauf oder bei der privaten Weitergabe offen.
Für den Verkauf zählen der Zustand und die Nachfrage. Ein gepflegtes Kleidungsstück mit passender Größe, gefragtem Schnitt oder guter Materialqualität lässt sich eher verkaufen als stark verzogene oder beschädigte Kleidung. Der Verkauf lohnt sich vor allem, wenn Sie den Zustand genau beschreiben können. „Sehr guter Zustand“ reicht nicht, wenn Verfärbungen, Abrieb oder fehlende Teile vorhanden sind.
Spendbar ist Kleidung nur, wenn Sie sie einer anderen Person guten Gewissens geben würden. Sie sollte sauber, trocken, vollständig und hygienisch unbedenklich sein. Stark verschmutzte oder dauerhaft riechende Stücke gehören nicht in eine Kleiderkammer, ein Sozialkaufhaus oder einen Sammelcontainer. Das gilt auch für feuchte, verschimmelte, stark zerrissene oder anderweitig hygienisch ungeeignete Textilien.
Das betrifft auch Haushaltstextilien. Bettwäsche, Handtücher, Tischwäsche, Vorhänge oder Decken können weitergegeben werden, wenn sie sauber und nutzbar sind. Welche dieser Textilien eine bestimmte Annahmestelle akzeptiert, sollten Sie vorher prüfen. Nicht jede Einrichtung nimmt jede Textilart an.
Ein Kleidungsstück kann noch tragbar sein, obwohl es nicht mehr für den Verkauf geeignet ist. Umgekehrt kann ein fast ungetragenes Stück wegen Schimmel, starker Verschmutzung oder hygienischer Belastung ungeeignet für eine Spende sein. Der Zustand steht daher vor dem Wert oder der ursprünglichen Qualität.
Kleidung für Verkauf oder Spende vorbereiten
Diese Reihenfolge hält brauchbare und unbrauchbare Textilien getrennt:
- Leeren Sie alle Taschen und entfernen Sie Schlüssel, Geld, Papiere, Medikamente und andere persönliche Gegenstände.
- Trennen Sie Kleidung, Schuhe und Haushaltstextilien.
- Prüfen Sie Sauberkeit, Geruch, Feuchtigkeit, Schimmel, Risse, fehlende Knöpfe und die Funktionsfähigkeit von Reißverschlüssen.
- Reparieren Sie kleine Mängel, wenn der Aufwand sinnvoll ist.
- Waschen Sie geeignete Stücke und lassen Sie sie vollständig trocknen.
- Entscheiden Sie, ob Sie die Stücke weitertragen, verschenken, verkaufen, spenden oder entsorgen.
- Fragen Sie bei nicht mehr nutzbaren Textilien den örtlichen Entsorgungsträger nach dem richtigen Weg.
Saubere Kleidung, die Sie weitergeben können, sollten Sie vorher waschen. Dadurch wird aber keine Kleidung spendbar, die dauerhaft verschmutzt, verschimmelt oder hygienisch bedenklich ist. Geben Sie solche Stücke nicht nach dem Waschen als Spende ab, wenn die Verschmutzung oder der Schaden bleibt.
Beim Verkauf sind vollständige und sachliche Angaben wichtig. Nennen Sie die Größe, bei Bedarf die Maße, die Marke, das Material und den tatsächlichen Zustand. Beschreiben Sie Flecken, Löcher, Reparaturen, Verfärbungen, Änderungen und fehlende Teile. Fotos sollten Farbe, Schnitt und erkennbare Mängel realistisch zeigen. Eine ehrliche Beschreibung verhindert falsche Erwartungen auf beiden Seiten.
Sie können Kleidung direkt verschenken, in einer Nachbarschaftsgruppe anbieten oder zu einem Kleidertausch mitnehmen. Bei Kleiderkammern und Sozialkaufhäusern sollten Sie vorher kurz nachfragen. Annahmeregeln und Bedarf können sich ändern. Geben Sie nur ab, was die jeweilige Stelle sucht und lagern kann.
Schuhe sollten Sie paarweise zusammenbinden, etwa an den Schnürsenkeln. Das erleichtert die Sortierung. Bei beschädigten Schuhen lohnt sich zunächst die Prüfung, ob eine Reparatur möglich ist. Stark defekte Schuhe werden kaum recycelt und sollten deshalb nicht ungeprüft in eine Sammlung für tragbare Kleidung gelangen.
Seriöse Sammelstellen erkennen
Prüfen Sie vor der Abgabe, wer für den Container oder die Sammlung verantwortlich ist. Nach den Hinweisen der Verbraucherzentrale sollten der vollständige Name des Sammlers, eine deutsche Anschrift und eine erreichbare Festnetznummer angegeben sein. Außerdem sollte klar sein, wie die Kleidung verwertet wird und wofür mögliche Erlöse verwendet werden.
Als zusätzliche Orientierung nennt die Verbraucherzentrale die Kennzeichen FairWertung und BVSE Qualitätssiegel Alttextilsammlung. Ein Siegel allein ersetzt die Prüfung nicht. Achten Sie darauf, ob es dem konkreten Sammler zugeordnet werden kann und ob sich die Angaben über die zuständige Organisation überprüfen lassen.
Vorsicht ist angebracht, wenn ein Handzettel oder Container:
- keinen klaren Namen des verantwortlichen Sammlers nennt,
- nur eine Mobilfunknummer oder gar keine erreichbare Nummer angibt,
- keine deutsche Anschrift ausweist,
- einen wohltätig klingenden Namen verwendet, aber Zweck und Träger nicht erklärt,
- unklare Angaben zur Verwendung der Erlöse macht,
- überfüllt, beschädigt oder keinem Betreiber eindeutig zugeordnet ist.
Eine Haustürsammlung ist nicht automatisch unseriös. Auch karitative Verbände oder Kirchen können Kleidung auf diesem Weg sammeln. Entscheidend bleiben die Identität des Sammlers, seine Erreichbarkeit und transparente Informationen zur Verwendung der Kleidung und der Erlöse.
Auch bei einer verlässlichen Sammlung gelangt nicht jedes Kleidungsstück direkt an eine bedürftige Person. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass gemeinnützige oder seriöse Sammler einen Teil der Ware verkaufen können. Mit den Erlösen können soziale Projekte oder andere Hilfsangebote finanziert werden. Eine Organisation kann Ihnen normalerweise nicht sagen, wo Ihre einzelne Spende landet.
Wenn Ihnen die direkte lokale Weitergabe besonders wichtig ist, fragen Sie eine Kleiderkammer oder ein Sozialkaufhaus nach den aktuellen Annahmeregeln. Auch dort kann wegen großer Mengen ein Teil der Ware an gewerbliche Verwerter weitergegeben werden. Eine pauschale Zusage für jedes Kleidungsstück ist daher auch bei einer örtlichen Stelle nicht angebracht.
Nicht nutzbare Textilien lokal entsorgen
Für tragbare, saubere Kleidung sind geeignete Altkleidersammlungen weiterhin der richtige Weg. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass solche Textilien seit 2025 getrennt gesammelt werden sollen. Sie sollten nicht unnötig im Restmüll landen.
Für stark beschädigte, verschmutzte, verschimmelte oder hygienisch ungeeignete Textilien gelten andere Regeln. Es gibt dafür keinen Entsorgungsweg, der in jeder Stadt und jedem Landkreis gilt. Kommunen können unterschiedliche Wertstoffhöfe, Sammelstellen, Holsysteme oder Annahmeregeln vorsehen.
Fragen Sie deshalb die Abfallberatung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, den örtlichen Entsorgungsträger oder den kommunalen Wertstoffhof. Prüfen Sie dort insbesondere:
- ob nicht mehr tragbare Textilien getrennt angenommen werden,
- welche Behälter für stark beschädigte oder verschmutzte Stücke vorgesehen sind,
- ob Schuhe, Decken, Matratzenbezüge oder Vorhänge anders behandelt werden,
- ob eine Annahmestelle bestimmte Materialien ausschließt,
- ob für die Abgabe besondere Verpackungs- oder Öffnungszeiten gelten.
Geben Sie unbrauchbare Textilien nicht einfach in einen Container für tragbare Kleidung. Gehen Sie auch nicht davon aus, dass jeder Altkleidercontainer beschädigte Ware zum Recycling annimmt. Fragen Sie vor Ort nach. Die örtliche Auskunft berücksichtigt die Sammel- und Entsorgungswege Ihrer Kommune.
Auch die weitere Behandlung ist nicht immer gleich. Alttextilien können je nach Qualität, Material und Verschmutzungsgrad wiederverwendet, zu Putz- oder Poliertüchern verarbeitet, zu Fasern aufbereitet oder anders verwertet werden. Ein Teil kann auch energetisch verwertet werden. Nicht jede getrennt gesammelte Textilmenge wird zu neuer Kleidung. Eine Spende führt nicht automatisch zu einem Recyclingprozess.
Bei offenen Fragen zur Textilentsorgung verweist das Umweltbundesamt ausdrücklich auf die kommunale Abfallverwaltung beziehungsweise den örtlichen Entsorgungsträger. Diese Zuständigkeit ist besonders wichtig, wenn ein Stück weder tragbar noch eindeutig einem bekannten Sammelweg zuzuordnen ist.
Den passenden Weg wählen
Geben Sie saubere, trockene und intakte Kleidung weiter. Verkaufen Sie gepflegte Stücke mit ehrlichen Angaben. Spenden Sie nur Kleidung, die für andere Menschen noch geeignet ist. Stark verschmutzte, feuchte, verschimmelte oder hygienisch bedenkliche Textilien dürfen Sie nicht spenden.
Für nicht mehr nutzbare Kleidung gelten örtliche Regeln. Fragen Sie deshalb die Abfallberatung Ihrer Kommune nach dem vorgesehenen Entsorgungsweg. Geben Sie die Kleidung nicht einfach in den Restmüll oder einen Altkleidercontainer und gehen Sie nicht pauschal von Recycling aus. So vermeiden Sie Fehlwürfe und wählen den Weg, den Ihre Stadt oder Ihr Landkreis tatsächlich vorsieht.