Ein Duschvorhang hängt täglich im feuchten Bad. Shampoo, Seifenreste und Kalk setzen sich auf der Oberfläche fest und bilden mit der Zeit einen grauen Schleier, unter Umständen auch Schimmel. Ob der Vorhang in die Waschmaschine darf, entscheidet das Material: Vorhänge aus Polyestergewebe vertragen eine Maschinenwäsche, Folienvorhänge aus PVC, PEVA oder EVA gehören normalerweise nicht hinein.

Das Pflegeetikett oder die Materialangabe zeigt, welche Reinigungsmethode passt. Dazu kommt das richtige Trocknen: Wer den Vorhang zusammengeschoben hängen lässt, bekommt Falten, Stockflecken oder einen welligen Saum. Auf der Stange ausgebreitet und glatt gezogen trocknet er am besten.

Material und Pflegeetikett prüfen

Das Pflegeetikett ist die zuverlässigste Quelle. Das Waschsymbol mit einem Bottich zeigt an, ob und bei welcher Temperatur Maschinenwäsche erlaubt ist. Ein durchgestrichener Bottich bedeutet: Der Vorhang gehört nicht in die Waschmaschine. Viele Folienvorhänge tragen kein Etikett; dann hilft die Materialangabe auf der Verpackung oder das Gefühl beim Anfassen.

Polyestervorhänge sind ein dünnes Textilgewebe, das sich wie Stoff anfühlt. Fühlt sich der Vorhang so an, ist er meist aus Polyester und für die Maschinenwäsche geeignet. Ist er dagegen eine glatte, weiche Kunststofffolie, gehört er zu PEVA, EVA oder PVC und wird von Hand gereinigt. PEVA steht für Polyethylen-Vinylacetat, EVA für Ethylen-Vinylacetat, PVC für Polyvinylchlorid. PEVA und EVA sind PVC-freie Alternativen und werden häufig bei neueren Vorhängen eingesetzt; für die Reinigung spielt der Unterschied keine Rolle, weil alle drei Folienarten Hitze und maschinelle Belastung schlecht vertragen. Wenn das Etikett eines Folienvorhangs die Maschinenwäsche ausdrücklich erlaubt, gelten dessen Vorgaben. Hat ein stoffähnlicher Vorhang auf der Rückseite eine glatte Kunststoffschicht, behandeln Sie ihn ebenfalls wie eine Folie, sofern das Etikett nichts anderes sagt.

Polyestervorhang in der Waschmaschine

Bevor der Polyestervorhang in die Trommel wandert, nehmen Sie alle Haken und Ringe ab. Die Metallteile können die Trommel verkratzen und die Ösen oder den Saum beschädigen. Prüfen Sie danach die Temperaturangabe auf dem Pflegeetikett und stellen Sie ein Schonprogramm mit niedriger Temperatur und wenig Schleudern ein.

Waschen Sie den Vorhang mit einem milden Waschmittel zusammen mit ein paar Handtüchern. Die Handtücher sorgen für Bewegung und Reibung; dadurch lösen sich Seifenreste besser von der Oberfläche. Weichspüler braucht der Vorhang nicht: Der dünne Film, den er hinterlässt, kann die wasserabweisende Wirkung des Gewebes beeinträchtigen. Gegen Kalkablagerungen und unangenehme Gerüche hilft ein Schuss weißer Essig im Weichspülerfach. Hängen Sie den Vorhang nach Programmende sofort auf und lassen Sie ihn nicht in der Maschine liegen.

Folienvorhänge von Hand reinigen

PVC-, PEVA- und EVA-Vorhänge gehören normalerweise nicht in die Waschmaschine. Hitze und mechanische Belastung verformen die Folie. Dabei erzeugen sie bleibende Knitterfalten und lassen die Schichten aneinanderkleben. Die Metallringe am oberen Rand können außerdem die Trommel beschädigen. Reinigen Sie Folienvorhänge deshalb von Hand, direkt an der Stange oder ausgelegt in der Badewanne.

Sie brauchen einen Schwamm oder ein weiches Tuch, warmes Wasser und ein paar Tropfen mildes Spülmittel. Wischen Sie die gesamte Fläche ab und achten Sie besonders auf die untere Kante, denn dort sammeln sich Seifenreste und Kalk. Spülen Sie den Vorhang danach gründlich mit klarem Wasser ab, am einfachsten mit dem Duschkopf. Scheuerschwämme und Bürsten verwenden Sie besser nicht. Sie zerkratzen die Folie, und in den feinen Kratzern setzt sich später wieder Schmutz fest.

Kalkränder an der Unterkante lösen Sie mit einer Mischung aus Wasser und Essig. Tragen Sie die Mischung mit dem Schwamm auf, lassen Sie sie kurz einwirken und spülen Sie danach gründlich nach, damit keine Rückstände bleiben.

Richtig trocknen an der Stange

Der beste Trockenplatz für jeden Duschvorhang ist die Duschstange. Hängen Sie den Vorhang sofort nach der Reinigung auf, ziehen Sie ihn über die gesamte Breite auseinander und streichen Sie Falten glatt. Auch der untere Rand sollte gerade hängen. Was zusammengeschoben liegen bleibt, trocknet langsam und bietet Schimmel und Stockflecken gute Bedingungen.

Folienvorhänge trocknen sehr schnell. Wischen Sie überschüssiges Wasser vor dem Aufhängen mit einem Handtuch ab oder lassen Sie es kurz abtropfen. Der Wäschetrockner ist für Folie tabu: Die Hitze verformt das Material und kann es an den Rändern schmelzen lassen. Auch ein Platz direkt an der Heizung ist für Folie ungünstig.

Polyestervorhänge trocknen an der Luft am besten. Ein Trocknergang ist unnötig und kann je nach Pflegeetikett Falten verursachen oder den Vorhang einlaufen lassen. Erlaubt das Etikett den Trockner ausdrücklich, verwenden Sie nur eine niedrige Temperatur. Für beide Materialarten gilt: Lüften Sie das Bad nach dem Waschen, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

Schimmel und Stockflecken vermeiden

Gegen Schimmel und Stockflecken hilft das Verhalten im Alltag genauso sehr wie das Waschen selbst. Ziehen Sie den Vorhang nach jedem Duschen wieder glatt über die Stange und lassen Sie ihn nicht zusammengeschoben in einer Ecke hängen. Öffnen Sie das Fenster oder schalten Sie den Lüfter ein, damit die Feuchtigkeit abzieht. So trocknet der Vorhang zwischen den Duschen vollständig.

Dunkle Flecken oder ein rosafarbener Belag zeigen, dass eine gründliche Reinigung fällig ist. Der rötliche Belag ist kein Schimmelpilz, sondern Bakterien, die in feuchten Seifenresten wachsen. Essigwasser entfernt ihn; bei einem Polyestervorhang hilft auch eine Maschinenwäsche. Kontrollieren Sie vor allem die untere Kante, sie bleibt am längsten feucht und ist die erste Stelle, an der sich Beläge bilden.