Ein vereister Gefrierschrank verbraucht mehr Energie und kann mit der Zeit Schaden nehmen. Tauen Sie ihn ab, sobald die Eisschicht einen Zentimeter übersteigt, am besten zweimal im Jahr. Mit der richtigen Vorbereitung fangen Sie das Tauwasser kontrolliert auf, sodass auf dem Boden keine Pfützen entstehen. Welche Abtaumethode passt, hängt vom Gerätetyp ab.
Warum Abtauen Strom spart
Eine dicke Eisschicht wirkt wie eine Isolationsschicht: Sie hält die Kälte im Inneren, behindert aber den Wärmeaustausch. Der Kompressor pumpt das Kältemittel durch den Kältekreislauf. Er muss länger und intensiver arbeiten, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Regelmäßiges Abtauen kann zwischen 15 und 45 Prozent der Energiekosten für das Gefrierfach einsparen. Stark vereiste Geräte verbrauchen mehr Strom, und der Kompressor verschleißt durch die höhere Belastung schneller. Dadurch kann das Gerät früher ausfallen.
Die Eisbildung entsteht, weil beim Öffnen der Tür warme, feuchte Luft ins Innere gelangt. Diese Feuchtigkeit setzt sich an den Wänden ab und gefriert dort. Je häufiger Sie die Tür öffnen und je wärmer die Umgebungsluft ist, desto schneller bildet sich neues Eis. Wer Lebensmittel ungekühlt einfriert, verschärft die Eisbildung, weil die warme Luft direkt ins Gerät strömt.
Manuell, Low-Frost und No-Frost
Nicht jeder Gefrierschrank muss auf die gleiche Weise abgetaut werden. Es gibt drei Systeme, die sich in der Eisbildung und im Abtauaufwand unterscheiden.
Manuelle Geräte sind die klassischen Gefrierschränke ohne besondere Technik. Hier bildet sich Eis direkt an den Innenwänden, an den Schubladen und oft auch an den Türdichtungen. Bei diesen Geräten müssen Sie regelmäßig von Hand abtauen, sobald die Eisschicht etwa einen Zentimeter dick ist. Das ist der aufwendigste Fall, aber auch der häufigste in älteren Haushalten.
Low-Frost-Geräte sind eine Weiterentwicklung der manuellen Modelle. Sie haben eine spezielle Beschichtung oder eine verbesserte Isolierung an den Innenwänden, die die Eisbildung deutlich reduziert. Das Eis haftet weniger stark und bildet sich langsamer. Trotzdem müssen Sie auch diese Geräte ab und zu manuell abtauen, nur eben seltener, etwa einmal im Jahr. Die Eisschicht bleibt meist dünner und lässt sich leichter entfernen.
No-Frost-Geräte arbeiten mit einem Umluftsystem, das die Feuchtigkeit aktiv aus dem Innenraum abführt. Ein Ventilator verteilt die kalte Luft gleichmäßig, und ein separates Heizelement taut das Eis in regelmäßigen Abständen automatisch ab. Das Tauwasser läuft über eine Ablaufrinne in eine Auffangschale auf der Rückseite des Geräts und verdunstet dort. Bei diesen Geräten müssen Sie nicht manuell abtauen. Sie sollten aber regelmäßig die Innenwände und die Ablauföffnung reinigen, damit das System funktioniert. Ein Nachteil von No-Frost ist, dass die Luftzirkulation Lebensmittel schneller austrocknen lässt, wenn sie nicht gut verpackt sind.
Lebensmittel ausräumen und Boden abdecken
Planen Sie den Ablauf, bevor Sie mit dem Abtauen beginnen. Nehmen Sie alle Lebensmittel aus dem Gefrierschrank und lagern Sie sie während des Auftauens in einer Kühlbox oder an einem kühlen Ort. Wenn Sie einen zweiten Gefrierschrank oder ein Gefrierfach im Kühlschrank haben, können Sie die Vorräte dorthin umlagern. Verarbeitete Lebensmittel wie gekochte Speisen und Wurst sollten Sie innerhalb eines Monats verbrauchen. Gemüse und Obst sind sechs bis zwölf Monate haltbar. Diese Zeiten helfen Ihnen, beim Einräumen die älteren Vorräte zuerst zu verwenden.
Nachdem Sie den Gefrierschrank abgestellt und den Netzstecker gezogen haben, lassen Sie die Tür offen, damit die warme Raumluft das Eis antauen kann. Legen Sie den Boden vor dem Gerät mit alten Handtüchern oder Zeitungspapier aus, um Spritzwasser aufzufangen. Je nach Gerätetyp und Eismenge dauert das Abtauen zwischen einer und mehreren Stunden. Planen Sie genug Zeit ein und beginnen Sie nicht kurz vor dem Einkauf.
Tauwasser kontrolliert auffangen
Damit das Tauwasser nicht über den Boden läuft, fangen Sie es gezielt auf. Stellen Sie flache Backbleche oder große Auflaufformen auf das unterste Fach oder direkt auf den Boden des Gefrierschranks. Das abtropfende Wasser sammelt sich dort und lässt sich später einfach ausleeren. Legen Sie zusätzlich ein dickes Handtuch unter die Bleche, das überlaufendes Wasser aufnimmt.
Bei Geräten mit einer Ablaufrinne im Boden leiten Sie das Tauwasser direkt in eine flache Schale oder einen Topf, den Sie unter die Öffnung stellen. Prüfen Sie vorher, ob die Rinne frei ist, denn bei vereisten Geräten ist sie oft mit Eis verstopft. Entfernen Sie grobe Eisreste vorsichtig mit den Händen oder einem Holzspatel, aber niemals mit einem Messer.
Wenn das Eis bereits größtenteils geschmolzen ist, lösen Sie die losen Eisplatten mit den Händen oder einem Plastikschaber von den Wänden. Arbeiten Sie immer von oben nach unten, damit das Wasser nicht über den Rand läuft. Wechseln Sie die Handtücher, sobald sie durchgeweicht sind, und leeren Sie die Auffangbehälter regelmäßig, bevor sie überlaufen.
Sicher abtauen ohne Risiko
Einige Methoden, die im Internet kursieren, sind gefährlich und können das Gerät beschädigen. Verwenden Sie niemals Messer, Eispickel oder andere scharfe Gegenstände, um Eis von den Wänden zu lösen. Sie können die Kühlschlangen im Inneren anstechen, durch die das Kältemittel fließt. Wenn das passiert, ist das Gerät irreparabel beschädigt und es kann Kältemittel austreten, das gesundheitsschädlich ist.
Heizgeräte wie Heizlüfter, Föhne oder Heizstrahler haben im Gefrierschrank nichts verloren. Die starke Hitze verformt die Kunststoffverkleidung und beschädigt die Dichtungen. Kochendes Wasser sollten Sie nicht in den Innenraum stellen. Der plötzliche Temperaturunterschied kann dazu führen, dass die Innenwände springen oder sich die Dichtungen verziehen. Wenn Sie das Abtauen beschleunigen möchten, stellen Sie eine Schale mit warmem, aber nicht kochendem Wasser auf ein Handtuch im Gefrierschrank. Die aufsteigende Wärme taut das Eis sanft an, ohne das Material zu belasten.
Nach dem Abtauen reinigen und einschalten
Sobald das gesamte Eis geschmolzen ist, wischen Sie den Innenraum mit einem Tuch trocken. Reinigen Sie die Wände und Schubladen mit warmem Wasser und etwas Spülmittel oder Essigwasser. Aggressive Reinigungsmittel, die die Oberflächen angreifen, sollten Sie vermeiden. Achten Sie besonders auf die Türdichtungen, denn dort sammeln sich oft Krümel und Feuchtigkeit; eine saubere Dichtung schließt besser und verhindert, dass warme Luft eindringt.
Lassen Sie das Gerät nach der Reinigung noch eine Weile offen stehen, damit die Restfeuchtigkeit verdunstet, und schließen Sie dann die Tür, stecken den Stecker wieder ein und stellen die gewünschte Temperatur ein. Warten Sie, bis das Gerät die Temperatur erreicht hat, bevor Sie die Lebensmittel wieder einräumen. Sortieren Sie die Vorräte dabei so, dass Sie die ältesten zuerst verbrauchen. Wenn Sie die Lebensmittel in dichten Behältern oder Gefrierbeuteln verpacken, reduzieren Sie die Feuchtigkeitsabgabe und damit die künftige Eisbildung.