Die richtige Raumtemperatur entscheidet, ob Kartoffeln und Zwiebeln Wochen oder nur Tage halten. Beide gehören in fast jede Küche, haben aber unterschiedliche Ansprüche und sollten nicht direkt nebeneinander liegen. Wer die Temperatur im Blick behält und den Raum richtig lüftet, verhindert Keimung, Schimmel und vorzeitiges Verderben.
Die ideale Temperatur für Kartoffeln
Kartoffeln lagern am besten bei vier bis acht Grad Celsius. In diesem Bereich ruhen die Knollen, treiben keine Keime und behalten ihren Geschmack. Kälter als vier Grad sollten Sie vermeiden, denn dann wandelt sich die Stärke in Zucker um. Die Kartoffeln schmecken danach süßlich und werden beim Braten dunkel, was gesundheitlich unbedenklich, aber geschmacklich unerwünscht ist.
Wärmer als acht Grad ist ebenfalls problematisch. Die Kartoffeln beginnen zu keimen, verlieren Feuchtigkeit und werden schrumpelig. Bei Temperaturen über zehn Grad beschleunigt sich dieser Prozess deutlich. Ein kühler Keller, eine ungeheizte Speisekammer oder eine Garage mit konstanter Temperatur eignen sich gut. Lagern Sie die Kartoffeln nicht neben der Heizung oder in der Küche, wo die Temperaturen im Alltag stark schwanken.
Zwiebeln mögen es trocken und etwas kühler
Zwiebeln vertragen Temperaturen zwischen null und fünf Grad, solange die Luft trocken bleibt. Ein kühler, trockener Raum ist dafür ideal. Anders als Kartoffeln vertragen Zwiebeln keine hohe Luftfeuchtigkeit. Sie beginnen dann zu schimmeln und zu faulen. Die Zwiebelhaut sollte trocken und papierartig bleiben, damit die Zwiebel im Inneren fest bleibt.
In einer normalen Wohnung ist die Speisekammer oft der beste Ort für Zwiebeln, wenn sie nicht zu warm ist. Zu hohe Temperaturen lassen Zwiebeln schneller keimen und weich werden. Ein offener Korb oder ein Leinensack sorgen für Luftzirkulation, während Plastiktüten die Feuchtigkeit stauen und Schimmel fördern.
Warum Kartoffeln und Zwiebeln getrennt gehören
Kartoffeln geben Feuchtigkeit und das Gas Ethylen ab, ein natürliches Reifegas, das auch Äpfel und Tomaten absondern. Ethylen beschleunigt das Keimen bei Zwiebeln. Sie werden schneller weich und schmecken bitter. Umgekehrt geben Zwiebeln ihren intensiven Geruch ab, den Kartoffeln aufnehmen. Die Knollen schmecken dann unangenehm nach Zwiebel und verderben sogar schneller.
Der Abstand muss nicht groß sein, aber die Gemüsesorten sollten nicht im selben Behälter oder direkt nebeneinander liegen. Ein Regalabstand oder getrennte Körbe genügen. Wenn Sie nur wenig Platz haben, legen Sie zumindest Zeitungspapier zwischen die Vorräte oder stellen Sie die Behälter in verschiedene Ecken des Raums.
Richtiges Lüften und Heizen im Lagerraum
Wie lange Ihre Vorräte halten, hängt von der Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Sie lässt sich durch Lüften und Heizen beeinflussen. Ein Keller oder eine Speisekammer sollte regelmäßig gelüftet werden, besonders an trockenen, kühlen Tagen. Öffnen Sie das Fenster für einige Minuten, damit feuchte Luft abziehen kann und frische, trockene Luft nachströmt.
Im Winter ist das Lüften unkompliziert, weil die Außenluft wenig Feuchtigkeit enthält. Im Sommer sollten Sie morgens lüften, bevor die Tagestemperatur steigt. Heizen Sie den Lagerraum im Winter nicht über acht Grad, wenn Sie Kartoffeln lagern. Eine kleine Heizung mit Thermostat kann helfen, die Temperatur konstant zu halten, wenn der Keller sonst zu kalt wird. Wichtig ist, dass die Heizung nicht direkt neben den Vorräten steht und die Luft nicht austrocknet. Zwiebeln vertragen trockene Luft, Kartoffeln werden davon unnötig schrumpelig.
Die richtige Wahl des Lagerorts in der Wohnung
Nicht jeder Haushalt hat einen kühlen Keller. In einer Wohnung ohne Keller müssen Sie Kompromisse eingehen. Ein unbeheiztes Treppenhaus, ein Abstellraum an der Nordseite oder ein Kellerabteil im Mehrfamilienhaus sind gute Alternativen. Die Küche ist der schlechteste Ort, weil hier gekocht wird und die Temperaturen stark schwanken.
Wenn Sie Kartoffeln und Zwiebeln in der Wohnung lagern müssen, wählen Sie den kühlsten Raum und stellen Sie die Vorräte bodennah auf, wo es am kühlsten ist. Ein Kellerabteil mit konstanter Temperatur ist besser als ein beheizter Flur. Messen Sie die Temperatur mit einem einfachen Thermometer, das Sie neben die Vorräte legen, und kontrollieren Sie den Messwert in den ersten Wochen regelmäßig.
Woran Sie erkennen, dass die Lagerung nicht stimmt
Die ersten Anzeichen für falsche Temperaturen sind Keime an Kartoffeln und Zwiebeln, weiche Stellen und Schimmel. Kartoffeln, die grün werden, sollten Sie aussortieren. Das grüne Solanin kann in größeren Mengen Magenbeschwerden verursachen. Schneiden Sie grüne Stellen großzügig weg, bevor Sie die Kartoffel verarbeiten. Zwiebeln mit fauligen Stellen entfernen Sie sofort, denn der Schimmel breitet sich schnell auf gesunde Zwiebeln aus.
Kontrollieren Sie Ihre Vorräte einmal pro Woche und sortieren Sie beschädigte Exemplare aus. Ein faules Stück verdirbt die gesamte Charge, weil Feuchtigkeit und Sporen auf die gesunden Stücke übergehen.