Türdichtungen und Gummilippen halten Zugluft, Lärm, Staub und Feuchtigkeit draußen. Werden sie porös oder spröde, zieht es durch den Spalt, Feuchtigkeit kondensiert an den Rändern und es wird lauter. Sanft reinigen, aggressive Mittel weglassen und die Dichtungen trocken halten – so bleiben sie jahrelang elastisch.

Warum Dichtungen spröde werden

Tür- und Fensterdichtungen sind ständig Witterung und Bewegung ausgesetzt. Sonne, Regen, Frost und Temperaturwechsel greifen das Gummi an, und jedes Öffnen und Schließen belastet das Material. UV-Strahlung und große Temperaturunterschiede entziehen dem Gummi die Weichmacher, die es flexibel halten. Dadurch wird es porös und verliert an Elastizität. Auch Schmutz beschleunigt den Verschleiß: Staub und Sand in den Falzen wirken wie Schmirgelpapier, sobald die Tür bewegt wird. Aggressive Reinigungsmittel tun ein Übriges, weil sie die Oberfläche angreifen und das Profil porös machen.

Mit Wasser und Spülmittel reinigen

Für die regelmäßige Reinigung reichen lauwarmes Wasser und ein Tropfen Spülmittel. Ein weiches Tuch oder ein Schwamm entfernt den Schmutz von der Oberfläche und aus den Falzen. Gerade die Rillen und Nuten der Dichtung sammeln Staub und kleine Partikel, deshalb sollten Sie diese Vertiefungen gezielt auswischen. Bei hartnäckigen Ablagerungen hilft eine weiche Bürste, zum Beispiel eine alte Zahnbürste. Nach der Reinigung ziehen Sie die Dichtung mit einem trockenen Tuch ab, denn Feuchtigkeit ist der Feind jeder Dichtung. Bleibt Wasser in den Falzen stehen, bildet sich mit der Zeit Schimmel. Reinigen Sie die Dichtungen im Frühjahr und im Herbst. Dann sind sie auf Hitze und Frost vorbereitet.

Aggressive Reiniger und Öle vermeiden

Lösungsmittel, aggressive Allzweckreiniger, Scheuermittel und Hochdruckreiniger haben an Türdichtungen nichts zu suchen. Sie greifen die Oberfläche an, das Gummi wird rau und verliert seine Elastizität. Auch Öle und Fette sind ungeeignet, weil sie Staub anziehen und einen klebrigen Film hinterlassen. Bei lackierten Türen können aggressive Mittel außerdem den Lack beschädigen. Wenn Sie unsicher sind, testen Sie das Reinigungsmittel zuerst an einer unauffälligen Stelle oder folgen Sie den Pflegehinweisen des Herstellers.

Pflegemittel nur für Autodichtungen

Für Dichtungen an Fenstern und Haustüren ist die regelmäßige Reinigung meist ausreichend. Viele Hersteller raten sogar von Pflegemitteln ab, weil Silikon und Öle Staub binden und auf Dauer mehr schaden als nutzen. Anders verhält es sich bei den Gummilippen an Autotüren. Hier empfehlen Autopfleger, die Dichtungen nach der Reinigung mit einem geeigneten Pflegemittel geschmeidig zu halten, damit sie im Winter nicht festfrieren. Geeignet sind spezielle Gummipflegemittel oder dünn aufgetragenes Glycerin. Silikonspray ist umstritten, weil es Rückstände hinterlässt und Schmutz anzieht. Auch hier gilt: erst reinigen, dann pflegen, und das Mittel sparsam dosieren.

Lüften hält die Dichtungen trocken

Die Feuchtigkeit in der Raumluft kondensiert an kalten Tür- und Fensterrahmen. Die Dichtungen werden dadurch feucht, und mit der Zeit bildet sich Schimmel. Richtiges Lüften beugt vor: Öffnen Sie die Fenster mehrmals am Tag für fünf bis zehn Minuten vollständig, am besten mit Durchzug, also zwei gegenüberliegende Fenster oder eine Tür und ein Fenster gleichzeitig. Gekippte Fenster helfen dagegen kaum: Sie kühlen die Wände aus und tauschen nur wenig Luft. Besonders nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen sollten Sie stoßlüften, damit die Feuchtigkeit nicht an den Dichtungen kondensiert. Im Schlafzimmer reicht morgens nach dem Aufstehen ein kurzes Stoßlüften, um die über Nacht gesammelte Feuchtigkeit abzuführen.

Rissige Dichtungen wechseln

Wenn die Dichtung Risse bekommt, sich hart anfühlt oder ihre Form verloren hat, hilft keine Pflege mehr. Auch wenn es trotz geschlossener Tür zieht oder sich im Winter Kondenswasser an der Dichtung bildet, ist ein Austausch fällig. Ein einfacher Test zeigt, ob die Dichtung noch dichtet: Legen Sie einen Papierstreifen zwischen Tür und Rahmen und schließen Sie die Tür. Lässt sich der Streifen leicht herausziehen, schließt die Dichtung nicht mehr richtig. Bei Autotüren machen sich verschlissene Gummilippen durch Windgeräusche oder eindringendes Wasser bemerkbar. Neue Dichtungen gibt es als Ersatzteile beim Hersteller oder im Fachhandel, bei Fenstern übernimmt der Fachbetrieb den Tausch.