Das Flusensieb sitzt bei den meisten Waschmaschinen hinter einer kleinen Klappe unten an der Vorderseite. Es fängt Haare, Fusseln, Münzen und Knöpfe ab, bevor sie die Pumpe erreichen.

Nach dem Reinigen bleibt die Kammer hinter der Klappe nass. Diese Feuchtigkeit führt zu Schimmel und muffigen Gerüchen. Deshalb gehört ein zweiter Schritt zum Siebputzen: Lassen Sie die Feuchtigkeit weglüften, in der Waschmaschine und im Raum, in dem die Maschine steht.

Warum das Flusensieb Pflege braucht

Wäschen bei 30 oder 40 Grad sparen Energie, töten aber nicht alle Bakterien ab. Die überlebenden Keime setzen sich zusammen mit Fett und Schmutz im Flusensieb und in der Einspülkammer fest. Weil das Sieb nach jedem Waschgang feucht bleibt, bilden sich dort nach einigen Wochen Schimmel und muffiger Geruch.

Ein verstopftes Sieb ist aber nicht nur ein Geruchsproblem. Es blockiert den Ablauf, die Pumpe arbeitet gegen den Widerstand und kann überhitzen und ausfallen. Ohne funktionierende Pumpe bleibt das Wasser in der Maschine stehen oder läuft über das Gerät hinaus. In der Branche schätzt man, dass 30 Prozent aller Waschmaschinenausfälle auf ein verstopftes Flusensieb zurückgehen; exakt belegen lässt sich das nicht. Eine Reparatur kostet in so einem Fall schnell bis zu 300 Euro, das regelmäßige Reinigen dagegen nur wenige Minuten.

Das Sieb sollten Sie alle vier Wochen kontrollieren und spätestens nach acht Wochen reinigen. Wer viel wäscht oder häufig bei niedrigen Temperaturen arbeitet, nimmt den kürzeren Abstand.

Flusensieb ohne Überschwemmung reinigen

Der wichtigste Punkt vorab: Öffnen Sie das Sieb nur bei ausgeschalteter Maschine und niemals unter Druck. Hinter dem Sieb steht auch nach dem Abpumpen Restwasser, und wer die Abdeckung zu schnell löst, bekommt das Wasser ins Gesicht und auf den Boden. So gehen Sie sicher vor:

  1. Stellen Sie den Programmschalter auf Aus und ziehen Sie den Netzstecker, damit die Maschine während der Arbeit nicht anläuft.
  2. Legen Sie Handtücher vor die Maschine und stellen Sie ein flaches, breites Gefäß unter die Klappe.
  3. Öffnen Sie die Klappe und drehen Sie die Siebabdeckung langsam gegen den Uhrzeigersinn. Sobald Wasser nachläuft, warten Sie, bis der Lauf stoppt, bevor Sie weiterdrehen. Bei manchen Modellen gibt es neben dem Sieb einen zusätzlichen Ablaufschlauch; halten Sie ihn vor dem Öffnen in das Gefäß.
  4. Nehmen Sie das Sieb heraus, entfernen Sie Flusen und Fremdkörper und spülen Sie es unter fließendem warmem Wasser ab.
  5. Wischen Sie die runde Öffnung, in der das Sieb saß, mit einem Tuch aus, denn dort setzen sich dieselben Rückstände fest.
  6. Setzen Sie das Sieb wieder ein, drehen Sie die Abdeckung zu und schließen Sie die Klappe.

Öffnen Sie die Abdeckung nur so weit, bis das Wasser abläuft. So landet das Restwasser kontrolliert im Gefäß und nicht auf dem Boden.

Nach der Wartung gründlich lüften

Die Siebkammer, die Abdeckung, das Tuch und der Boden vor der Maschine bleiben nass. Schließen Sie die Klappe sofort, bleibt die Feuchtigkeit in einem dunklen, warmen Bereich eingeschlossen, und Schimmel findet dort ideale Bedingungen. Deshalb gehört das Trocknen zur Wartung.

Siebkammer und Klappe trocknen

Wischen Sie die Siebkammer mit einem trockenen Tuch aus, bevor Sie das Sieb wieder einsetzen, und trocknen Sie auch die Abdeckung ab. Lassen Sie die Klappe danach eine Weile offen stehen, bei vielen Modellen rastet sie im geöffneten Zustand ein. Auch die Einspülkammer können Sie für einige Zeit einen Spalt offen lassen, denn dort setzt sich nach dem Waschen dieselbe Feuchtigkeit ab. Räumen Sie die nassen Handtücher gleich in den Wäschekorb und wischen Sie den Boden vor der Maschine trocken. Anschließend bekommt der Raum frische Luft.

Stoßlüften statt Kippen

Um die Feuchtigkeit aus dem Raum zu bekommen, reicht ein gekipptes Fenster nicht. Eine gekippte Scheibe tauscht nur wenig Luft aus, kühlt dafür aber die Wand und den Fensterrahmen dauerhaft ab. An den kalten Flächen kondensiert die Feuchtigkeit, und genau dort entsteht Schimmel. Besser ist das Stoßlüften: Öffnen Sie das Fenster mehrmals täglich weit. Im Winter genügen einige Minuten, im Sommer dauert der Luftaustausch länger. Die Raumluft wird dabei vollständig erneuert, die Wände kühlen nicht aus, und der Raum heizt nach dem Schließen schnell wieder auf.

Das Heizen gehört zum Lüften dazu, denn warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Heizen Sie den Raum auf normale Zimmertemperatur; in einem dauerhaft zu kalten Raum setzt sich Feuchtigkeit an den Wänden ab, auch wenn Sie regelmäßig lüften. Steht die Maschine im Bad oder in einem Hauswirtschaftsraum, in dem Sie außerdem Wäsche trocknen, ist die Luft dauerhaft feuchter. Dann lüften Sie zusätzlich nach jedem Trockenvorgang.

Wenn es trotzdem riecht

Muffiger Geruch kommt nicht zwangsläufig vom Flusensieb. Wenn Sie das Sieb regelmäßig reinigen und trotzdem etwas riechen, prüfen Sie die Türdichtung: In der Falte des Gummis bleiben Wasser und Fusseln zurück. Auch die Einspülkammer sollten Sie herausnehmen und unter Wasser ausspülen. Zusätzlich hilft ein leerer Waschgang bei hoher Temperatur, denn die Hitze tötet Bakterien ab, die niedrigere Temperaturen überleben. Lassen Sie die Maschine nach diesem Gang wieder mit offener Klappe auslüften.