Wenn der Staubsauger kaum noch etwas aufnimmt, liegt es selten am Motor. Meist ist der Luftweg blockiert: Beutel oder Behälter voll, Filter zugesetzt, Rohr oder Schlauch verstopft, Walze in der Bodendüse blockiert. Prüfen Sie deshalb vor dem Neukauf fünf Stellen nacheinander. Das dauert wenige Minuten, kostet nichts und bringt die Saugkraft oft zurück. Prüfen Sie bei Akku-Geräten zuerst den Ladezustand. Ein schwacher Akku senkt Motorleistung und Saugkraft.
Testen Sie nach jedem Schritt kurz die Saugleistung. So sehen Sie sofort, wo das Problem saß.
Schritt 1: Beutel oder Behälter prüfen
Fangen Sie mit Beutel oder Auffangbehälter an. Bei Geräten mit Beutel öffnen Sie das Fach und kontrollieren den Füllstand. Ein voller Beutel lässt kaum noch Luft durch, auch wenn er sich von außen nicht prall anfühlt. Feiner Hausstaub setzt die Poren zu, bevor der sichtbare Füllstand erreicht ist. Wechseln Sie den Beutel, sobald die Füllanzeige es anzeigt, spätestens aber bevor er randvoll ist.
Bei beutellosen Geräten leeren Sie den Auffangbehälter und waschen ihn bei Bedarf mit klarem Wasser aus. Ein voller Behälter fällt sofort auf. Eine Schicht aus Staub und Fett an der Innenwand sehen Sie nicht sofort. Sie behindert den Luftstrom. Lassen Sie den Behälter vollständig trocknen, bevor Sie ihn wieder einsetzen. Feuchtigkeit verklumpt den nächsten Staub und verschmutzt den Filter.
Schritt 2: Filter reinigen oder tauschen
Filter schützen den Motor vor Staub. Sobald sie verstopfen, sinkt die Saugkraft spürbar. Je nach Gerät sitzen ein oder mehrere Filter im Luftweg: Motorschutzfilter, Schaumstofffilter oder HEPA-Filter. HEPA-Filter sind Feinstaubfilter und in Geräten für Allergiker verbaut. Nehmen Sie alle Filter heraus, die der Hersteller zur Wartung vorsieht, und klopfen Sie groben Staub aus.
Viele Filter lassen sich mit lauwarmem Wasser ausspülen, aber nicht alle. Papierfilter und manche HEPA-Filter vertragen keine Feuchtigkeit. Halten Sie sich an die Angaben im Handbuch und setzen Sie nur vollständig getrocknete Filter wieder ein, denn ein nasser Filter saugt schlechter als ein verstopfter. Tauschen Sie den Filter, wenn er nach der Reinigung grau bleibt, Risse zeigt oder sich verformt hat. Ersatzfilter gibt es für fast jedes Modell. Notieren Sie sich dafür die Modellnummer des Geräts.
Schritt 3: Rohr auf Blockaden prüfen
Im Saugrohr bleiben Haarbüschel, Papierreste oder kleine Gegenstände hängen, häufig an Krümmern oder an der Teleskopverriegelung. Ziehen Sie das Rohr auf beiden Seiten ab und schauen Sie gegen das Licht hindurch. Ist es dunkel, steckt etwas darin.
Entfernen Sie die Blockade mit einem stabilen, aber nicht spitzen Gegenstand, etwa einem Holzstab. Spülen Sie das Rohr bei Bedarf mit Wasser durch, falls das Material es erlaubt. Scharfkantige Werkzeuge sollten Sie vermeiden, denn Kratzer an der Innenwand geben neuem Staub Halt.
Wenn das Rohr teleskopierbar ist, prüfen Sie auch die Arretierung. Rastet sie nicht sauber ein, zieht das Gerät an dieser Stelle zusätzlich Luft und die Saugkraft fällt ab.
Schritt 4: Schlauch auf Risse prüfen
Verstopfungen sitzen gern im Wellenprofil des Schlauchs. Ziehen Sie ihn ganz ab, legen Sie ihn auf eine gerade Fläche und tasten Sie ihn von einem Ende zum anderen ab. Achten Sie auf zwei Dinge: Blockaden im Inneren und Beschädigungen am Material.
Ein Riss lässt Luft eintreten, bevor sie die Düse erreicht. Die Saugkraft sinkt, obwohl der Motor normal läuft. Halten Sie eine Hand dicht an den Schlauch, während das Gerät läuft. An einer undichten Stelle spüren Sie einen deutlichen Luftzug. Kleine Risse lassen sich übergangsweise mit robustem Klebeband abdichten. Ist der Schlauch porös oder mehrfach beschädigt, sollten Sie ihn ersetzen, denn er ist ein Verschleißteil.
Schritt 5: Bürste und Walze freilegen
In der Bodendüse sammeln sich Haare und Fäden. Sie wickeln sich um die Walze, bremsen ihre Bewegung und verschließen nach und nach die Düsenöffnung. Dreht sich die Walze nicht mehr frei, bleibt der Schmutz liegen, obwohl das Gerät sonst einwandfrei arbeitet.
Nehmen Sie die Düse ab und legen Sie die Walze frei, sofern Ihr Modell das vorsieht. Schneiden Sie Haare und Fäden mit einer Schere auf und ziehen Sie die Reste ab. Kontrollieren Sie auch die Seitenlager und die Düsenunterseite, denn dort setzen sich Fasern ab. Ist die Walze nur noch schwer zu drehen, weil sich Fäden tief hineingezogen haben, löst ein Ersatzteil das Problem zuverlässiger als weiteres Reinigen.
Wann ein Servicefall vorliegt
Wenn alle fünf Stellen sauber sind und das Gerät weiterhin schwach saugt, liegt der Fehler tiefer. Dann hilft keine Reinigung im Haushalt mehr. Typische Ursachen sind eine defekte Dichtung zwischen Behälter und Motoreinheit, ein verschlissener Motor oder ein elektronisches Problem.
Öffnen Sie das Motorgehäuse nicht, um selbst Kohlebürsten zu prüfen oder Dichtungen zu tauschen. Bei solchen Eingriffen beschädigen Sie leicht Teile, die exakt eingestellt sein müssen. Außerdem erlischt der Garantieanspruch. Kontaktieren Sie stattdessen den Hersteller, eine Fachwerkstatt oder einen autorisierten Service. Das gilt auch, wenn das Gerät ungewöhnliche Geräusche macht, nach kurzer Laufzeit abschaltet oder einen stechenden Geruch verströmt. Diese Anzeichen weisen auf einen elektrischen oder mechanischen Defekt hin.