Bei hartem Wasser setzt sich im Wasserkocher schon nach wenigen Wochen weiße Kalkschicht ab. In Süd- und Ostdeutschland liegt die Wasserhärte häufig über 20 °dH, im Westen und Norden meist unter 14 °dH. Je dicker die Kalkschicht, desto länger heizt das Gerät und desto mehr Strom verbraucht es. Gelöste Kalkpartikel verschlechtern den Geschmack von Tee und Kaffee. Zwei Hausmittel lösen die Ablagerungen zuverlässig: Zitronensäure und Essig.
Kurz gesagt: Zitronensäure ist schonender zum Material. Sie löst Kalk ohne Kochen, riecht kaum und greift Gummi- und Silikonteile nicht an. Essig wirkt genauso gut, greift aber Dichtungen stärker an, und sein Geruch kann in Kunststoffteilen hängen bleiben. Welches Mittel passt, hängt vom Material des Wasserkochers ab.
Zitronensäure löst Kalk ohne Kochen
Zitronensäure gibt es als Pulver oder Flüssigkeit im Supermarkt. Für den Wasserkocher reicht dieses einfache Mittel völlig aus. Einen teuren Spezialreiniger brauchen Sie nicht. Füllen Sie den Kocher mit kaltem Leitungswasser, geben Sie ein Päckchen Zitronensäure dazu und lassen Sie die Lösung mehrere Stunden oder über Nacht stehen. Die Säure löst den Kalk auch ohne Wärme; aufkochen müssen Sie nicht. Bei dicken Schichten wiederholen Sie den Vorgang. Entkalken Sie am besten, sobald sich ein sichtbarer Belag bildet. Dann bleibt der Aufwand gering und das Gerät heizt weiterhin schnell auf.
Danach schütten Sie die Lösung aus, spülen den Kocher mit klarem Wasser aus und kochen einmal frisches Wasser auf, das Sie wegschütten. So entfernen Sie Säurereste, bevor Sie das Gerät wieder benutzen. Ein Vorteil gegenüber Essig: Die Zitronenlösung entwickelt so gut wie keinen Geruch. Sie müssen die Küche nicht lüften und können den Kocher ruhig über Nacht stehen lassen.
Essig wirkt, greift aber Dichtungen an
Essig ist gegen Kalk genauso wirksam und in fast jeder Küche vorhanden. Für normalen Tafelessig füllen Sie den Kocher zur Hälfte mit kaltem Leitungswasser und geben die gleiche Menge Essig dazu, ein Verhältnis von 1:1. Essigessenz ist konzentrierter, hier reicht ein Teil Essenz auf vier Teile Wasser. Die Mischung bringen Sie einmal zum Kochen und lassen sie anschließend stehen, bis sich der Kalk gelöst hat.
Beim Kochen entsteht ein kräftiger Essiggeruch. Öffnen Sie währenddessen ein Fenster, damit sich der Geruch nicht in der Wohnung verteilt. Nach dem Entkalken den Kocher ausleeren, ausspülen und einmal mit klarem Wasser aufkochen. Bei starkem Geruch wiederholen Sie den Durchgang.
Essigsäure greift Gummi- und Silikonteile an, und mehrere Hersteller raten ausdrücklich von Essig ab. Viele Wasserkocher haben im Deckel eine Gummidichtung oder ein Silikonventil. Wird eine solche Dichtung porös, schließt der Deckel nicht mehr richtig, und beim Ausgießen tritt Wasser seitlich aus. Wer an seinem Gerät sichtbare Gummi- oder Silikonteile hat, verwendet besser Zitronensäure.
Material entscheidet
Sichtbare Gummi- oder Silikonteile bedeuten Zitronensäure. Das betrifft die Dichtung im Deckel, das Dampfventil und manchmal den Ausguss. Ein typisches Beispiel ist der Kocher mit Glasbehälter, Edelstahlgehäuse und Silikonventil im Deckel: Genau dieses Ventil greift Essig an.
Bei einem Kocher aus Edelstahl oder Glas sind beide Mittel unbedenklich, weil diese Oberflächen die Säuren gut vertragen. Kunststoff verträgt die Säuren zwar ebenfalls, nimmt aber den Essiggeruch auf. In einem Kunststoffkocher kann der Geruch mehrere Spülgänge überstehen, deshalb ist Zitronensäure dort die bessere Wahl.
Auch die Bedienungsanleitung hat Vorrang. Wenn der Hersteller ein bestimmtes Mittel empfiehlt oder Essig ausdrücklich verbietet, halten Sie sich daran. Wer die Dichtung nicht prüfen möchte, fährt mit Zitronensäure am sichersten: Sie schont alle üblichen Materialien im Wasserkocher.
Kaffeemaschinen brauchen andere Mittel
Für Kaffeemaschinen gilt das nicht. Dort fließt die Entkalkerlösung durch enge Leitungen und Pumpen. Wird die Zitronensäure im Gerät erhitzt, kann sich Calciumcitrat bilden und sich zusätzlich in der Maschine ablagern. Fachhändler raten daher davon ab, Kaffeemaschinen heiß mit reiner Zitronensäure zu entkalken. Essig ist für Kaffeemaschinen ebenfalls ungeeignet, weil er die Gummi- und Silikonschläuche angreift, die in solchen Geräten verbaut sind.
Für Kaffeemaschinen nehmen Sie ein Entkalkungsmittel, das der Hersteller für Ihr Modell vorsieht. Diese Produkte sind auf die jeweilige Maschine abgestimmt. Im Zweifel hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung oder auf die Herstellerwebsite, bevor Sie ein Hausmittel in den Tank füllen.