Einen langsam laufenden Abfluss können Sie manchmal mechanisch freimachen. Bei einem vollständig verstopften Waschbecken, einer Dusche oder Spüle klären Sie zuerst, ob schon ein chemischer Rohrreiniger verwendet wurde und ob nur eine Ablaufstelle betroffen ist. Davon hängt ab, ob Sie vorsichtig selbst Hand anlegen können.

Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: Benutzen Sie den Ablauf nicht weiter, prüfen Sie die Lage und schließen Sie Chemikalien aus. Erst danach setzen Sie eine Saugglocke oder eine passende manuelle Spirale ein. Bei Rohrreiniger-Resten, Rückstau, Geruch, wiederkehrenden Problemen oder mehreren betroffenen Abläufen rufen Sie einen Fachbetrieb.

Prüfen Sie zuerst die Lage

Drehen Sie zuerst den Wasserhahn ab und geben Sie kein weiteres Wasser in den betroffenen Abfluss. Prüfen Sie, ob das Wasser langsam abläuft oder stehen bleibt. Achten Sie auch darauf, ob Wasser an einer anderen Ablaufstelle hochsteigt. Wenn Waschbecken, Dusche oder Spüle gleichzeitig Probleme machen, liegt die Ursache möglicherweise nicht am einzelnen Ablauf. Weitere Versuche an derselben Stelle bringen dann meist nichts.

Wichtig ist auch, ob jemand zuvor einen Abfluss- oder Rohrreiniger eingefüllt hat. Suchen Sie nach Verpackungen und fragen Sie gegebenenfalls im Haushalt nach. Auch wenn Sie die Flüssigkeit nicht mehr sehen, kann sie noch in der Leitung sein. Stark saure oder alkalische Mittel können Haut und Augen reizen oder verätzen. Aggressive Reiniger können außerdem Rohre und Dichtungen beschädigen.

Haben Sie bereits Abfluss- oder Rohrreiniger eingefüllt oder lässt sich das nicht sicher ausschließen, arbeiten Sie nicht mit Saugglocke oder Spirale weiter. Mischen Sie keine Mittel, füllen Sie nichts um und wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Halten Sie die Produktverpackung oder die Produktbezeichnung für Rückfragen bereit.

Gießen Sie keinesfalls ein weiteres Mittel nach. Vermischen Sie flüssige Reinigungsmittel nicht miteinander, auch dann nicht, wenn sie für ähnliche Zwecke gedacht sind. Füllen Sie ein Produkt nicht in ein anderes Gefäß um. Die Originalverpackung enthält wichtige Angaben zur Zusammensetzung und zum Umgang damit. Chemische Rückstände gehören nicht in den Ausguss. Für ihre Entsorgung gelten die örtlichen Vorgaben zur Schadstoffsammlung.

Bei stehendem oder zurückdrückendem Schmutzwasser benutzen Sie die betroffene Ablaufstelle nicht weiter. Rückstau kann Böden, Wände und Möbel beschädigen. Räume unterhalb des Straßenniveaus sind besonders gefährdet. Rufen Sie in diesem Fall einen Fachbetrieb, statt den Rückstau durch weitere Pumpversuche zu verstärken.

Saugglocke und Spirale richtig einordnen

Wenn Sie sicher wissen, dass keine chemischen Reiniger im Abfluss sind und nur eine Ablaufstelle betroffen ist, können Sie zuerst eine Saugglocke versuchen. Sie eignet sich vor allem, wenn die Verstopfung wahrscheinlich nahe am Ablauf sitzt. Setzen Sie eine passende Saugglocke dicht auf und verwenden Sie sie nach der Gebrauchsanleitung. Bei Waschbecken und Spülen müssen Sie die Bauart des Ablaufs und vorhandene Überläufe beachten. Eine undichte oder ungeeignete Saugglocke überträgt den Druck nicht zuverlässig.

Arbeiten Sie mit mäßigem Druck. Brechen Sie ab, wenn sich der Ablauf ungewöhnlich verhält, Wasser an einer unerwarteten Stelle austritt oder Dichtung beziehungsweise Keramik beschädigt werden könnten. Wie oft Sie pumpen sollten, lässt sich nicht allgemein sagen. Entscheidend sind der Zustand des Abflusses, das Gerät und die Herstellerhinweise. Drücken Sie gelöste Haare, Speisereste oder andere Ablagerungen nicht einfach mit großen Wassermengen tiefer in die Leitung.

Bleibt der Abfluss verstopft, können Sie als Nächstes eine passende manuelle Rohrspirale versuchen. Verwenden Sie nur eine Spirale, die für den Ablauf und die Leitung geeignet ist. Schieben Sie sie vorsichtig und ohne Gewalt vor. Wenn sie blockiert, sich verkantet oder sich die Ursache nicht erkennen lässt, ziehen Sie sie zurück und beenden Sie den Versuch. Eine Spirale ist kein geeignetes Werkzeug, um unbekannte chemische Rückstände zu bewegen.

Öffnen oder zerlegen Sie dafür keine Leitungen. Die richtige Vorgehensweise hängt von Ablaufgarnitur, Rohrführung und Material ab. Eine zu große Spirale oder zu viel Kraft kann Bauteile beschädigen oder die Ablagerung nur verschieben. Elektrisch angetriebene Rohrreinigungsgeräte gehören nicht in unerfahrene Hände. Dass Fachbetriebe solche Geräte einsetzen, ist keine Empfehlung für die private Anwendung.

Saugglocke und Spirale helfen vor allem bei einer kleinen mechanischen Verstopfung. Sie ersetzen keine technische Prüfung. Wenn der Abfluss nach einem vorsichtigen Versuch nur kurz besser läuft oder wieder langsamer wird, üben Sie nicht erneut Druck auf die Leitung aus. Ein Fachbetrieb muss wiederkehrende Störungen prüfen.

Verschmutzungen richtig auffangen

Was sich beim mechanischen Lösen aus dem Abfluss bewegt, gehört nicht zurück in die Leitung. Nehmen Sie sichtbare Haare, Speisereste und andere feste Reste mit Haushaltspapier auf und werfen Sie sie in den dafür vorgesehenen Hausmüll. Spülen Sie solche Reste weder mit zusätzlichem Wasser in den Abfluss noch über die Toilette weg.

Fette und Öle verursachen häufig Ablagerungen in Küchenleitungen. Sie setzen sich an den Rohrwänden fest, verengen den Abfluss und können unangenehme Gerüche verursachen. Wischen Sie Pfannenreste zunächst mit einem Papiertuch aus. Größere Mengen Speiseöl oder Frittierfett sammeln Sie in einem geeigneten, verschlossenen Gefäß und entsorgen sie nach den örtlichen Vorgaben, in der Regel über den Restmüll. Schütten Sie Fett nicht mit heißem Wasser in die Spüle.

Auch feste Abfälle wie Feuchttücher, Hygieneartikel oder Katzenstreu gehören nicht in Toilette oder Waschbecken. Sie können Rohre und Pumpen verstopfen. Ein Abflusssieb hält Haare im Waschbecken oder in der Dusche sowie grobe Küchenreste in der Spüle zurück. Leeren Sie das Sieb in den Hausmüll, bevor Sie es ausspülen.

Verwenden Sie Reinigungsmittel sparsam und verzichten Sie auf aggressive Spezialreiniger. Das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentrale empfehlen mechanische Hilfsmittel wie Saugglocke und Rohrspirale als umweltschonendere Alternative zu chemischen Abflussreinigern. Weniger unerwünschte Stoffe im Abwasser entlasten außerdem die Abwasserbehandlung. Die vom Umweltbundesamt genannten Mengen für Wasch- und Reinigungsmittel beziehen sich auf alle entsprechenden Produkte privater Haushalte und nicht ausschließlich auf Abflussreiniger. Dennoch gilt für den einzelnen Haushalt: Was gar nicht erst in die Leitung gelangt, kann dort keine zusätzliche Belastung verursachen.

Erkennen Sie die Grenze zur Fachhilfe

Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, wenn die Verstopfung wiederkommt, dauerhaft Geruch auftritt oder Wasser zurückstaut. Dann handelt es sich wahrscheinlich nicht nur um eine einzelne Ablagerung direkt am Ablauf. Die genaue technische Ursache lässt sich allein am Symptom nicht sicher erkennen. Möglich sind Störungen in weiter entfernten Leitungsabschnitten, Schäden oder andere bauliche Probleme.

Rufen Sie auch einen Fachbetrieb, wenn mehrere Ablaufstellen gleichzeitig betroffen sind. Ein Waschbecken, eine Dusche und eine Spüle haben nicht automatisch dieselbe Leitung. Treten die Probleme jedoch gemeinsam auf, sollten Sie nicht jeden Ablauf einzeln mit Saugglocke oder Spirale bearbeiten. Das gilt besonders, wenn Schmutzwasser an einer anderen Stelle hochsteigt oder sich der Rückstau verstärkt.

Brechen Sie Eigenversuche ab, wenn Sie eine Flüssigkeit im Abfluss nicht sicher einordnen können, Schäden an Bauteilen sehen oder keinen geeigneten Zugang zur mutmaßlichen Verstopfung haben. Unsicherheit ist ein ausreichender Grund, die Arbeit nicht fortzusetzen. Das gilt auch bei möglichem Rohrreiniger, stehendem Schmutzwasser und jeder Situation, in der Spritzer oder Kontakt mit der Haut nicht zuverlässig vermieden werden können.

Beschreiben Sie dem Fachbetrieb möglichst genau, was passiert ist: Welche Ablaufstelle ist betroffen? Läuft das Wasser langsam oder gar nicht ab? Gibt es Geruch oder Rückstau? Sind weitere Abläufe betroffen? Sagen Sie unbedingt, ob möglicherweise ein chemischer Rohrreiniger verwendet wurde. Bei einem nicht dringenden Einsatz können Sie mehrere Angebote vergleichen und vorab nach Anfahrt, Arbeitszeit, Material und möglichen Zuschlägen fragen. Lassen Sie die ausgeführten Leistungen nachvollziehbar auf der Rechnung aufführen. Lassen Sie sich die Notwendigkeit aufwendiger Verfahren erklären, bevor Sie zustimmen.

In einem Mietobjekt informieren Sie die zuständige Ansprechstelle. Wer zuständig ist und wer Kosten oder Haftung übernimmt, hängt vom Einzelfall ab. Das lässt sich nicht allein am Symptom entscheiden.

Wann Sie nicht selbst weitermachen sollten

Prüfen Sie vor jedem Eigenversuch den Zustand des Abflusses und schließen Sie chemische Rückstände sicher aus. Erst dann können Sie vorsichtig eine Saugglocke oder passende manuelle Spirale verwenden. Verschmutzungen gehören in den Hausmüll. Fette und Öle gehören nicht in den Ausguss.

Bei Rückstau, Geruch, wiederkehrender Verstopfung, mehreren betroffenen Ablaufstellen oder Unsicherheit benutzen Sie den Ablauf nicht weiter und rufen Sie einen Fachbetrieb.