Lebensmittelmotten gelangen oft mit befallenen Lebensmitteln, Tierfutter oder Verpackungen in die Wohnung. Ihr Auftreten sagt nichts über die Hygiene aus. Finden Sie die Befallsquelle schnell, entsorgen Sie betroffene Vorräte und prüfen Sie angrenzende Bereiche.

Übersehene Larven und Eier können aus Verpackungen wandern und sich in Ritzen oder Bohrlöchern verpuppen. Sichtbare Motten zu entfernen reicht deshalb nicht. Kontrollieren Sie die Vorräte systematisch, reinigen Sie die Schränke gründlich und lagern Sie trockene Lebensmittel dicht verschlossen.

Befall erkennen und Vorräte prüfen

Mehrere Falter, wandernde Larven oder Gespinste in trockenen Lebensmitteln sprechen wahrscheinlich für einen Befall. Eine einzelne Motte kann aber auch ein Zufallsfund sein. Prüfen Sie die Vorräte trotzdem bald, wenn ein Falter in der Küche, Speisekammer oder einem angrenzenden Raum auftaucht.

Typische Hinweise finden Sie häufig direkt in der Verpackung:

  • feine weiße Gespinste in Mehl, Müsli, Nüssen oder Getreideprodukten,
  • zusammengeklebte Körner oder verklumpte Lebensmittel,
  • kleine weißliche bis gelblich-weiße Larven,
  • Fraßspuren oder kleine Löcher in Verpackungen,
  • Kotspuren sowie andere Verschmutzungen,
  • wandernde Larven an Schrankwänden, in Ecken oder an Übergängen zwischen Wand und Decke.

Die Larven verursachen die Fraß- und Verschmutzungsschäden. Erwachsene Falter fressen nicht mehr. Sie dienen vor allem der Fortpflanzung. Deshalb werden sie oft erst sichtbar, wenn der Befall schon länger besteht. Wandernde Larven können den ursprünglichen Vorrat verlassen und sich an einem anderen Ort verpuppen. Auch eine scheinbar leere Wand oder Schrankfuge kann deshalb zum Befallsbereich gehören.

Kontrollieren Sie sämtliche Vorräte im betroffenen und in benachbarten Schränken. Besonders häufig betroffen sind Mehl, Grieß, Schrot, Kleie, Haferflocken, Müsli, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Nüsse, Mandeln, Trockenobst, Gewürze, getrocknete Kräuter, Kakao, Schokolade, trockene Backwaren, Saatgut und Sämereien. Trockenfutter für Hunde, Katzen oder andere Haustiere gehört ebenfalls auf die Prüfliste. Vorratsschädlinge beschränken sich meist nicht auf eine einzige Lebensmittelart.

Nehmen Sie dafür alle Packungen aus dem Schrank und prüfen Sie sie einzeln. Achten Sie besonders auf Papier, Karton und dünne Kunststoffverpackungen, denn Larven können diese Materialien durchlöchern. Öffnen Sie verdächtige Packungen vorsichtig über einer Fläche, die sich leicht reinigen lässt. Prüfen Sie auch selten verwendete Backzutaten, Gewürze und ältere Vorräte.

Pheromonfallen können bei der Suche helfen. Ihre Lockstoffe ziehen vor allem männliche Motten an. So erkennen Sie, ob weiterhin Falter auftreten und wo die Aktivität besonders hoch ist. Stellen Sie bei Bedarf mehrere Fallen in verschiedenen Bereichen auf, etwa in der Speisekammer und im Küchenschrank. Zur alleinigen Bekämpfung reichen sie aber nicht aus. Sie erfassen nicht alle männlichen Tiere und erreichen die Weibchen, Larven und Eier nicht.

Befallene Vorräte sicher entsorgen

Lebensmittel mit Gespinsten, Larven, Verklumpungen, Fraßspuren oder anderen deutlichen Befallszeichen gehören in den Abfall. Larven, Kot und Gespinste können die Ware verunreinigen. Außerdem können Pilze oder Milben mit dem Befall eingeschleppt worden sein. Entsorgen Sie solche Lebensmittel auch dann, wenn der Befall nur an einer Stelle sichtbar ist.

Backen, Kochen oder Erhitzen macht ein bereits befallenes Lebensmittel nicht wieder zum sicheren Lebensmittel. Auch Einfrieren rettet befallene Ware nicht. Eine Wärme- oder Kältebehandlung kann Entwicklungsstadien abtöten, beseitigt aber nicht die Verunreinigung. Das Lebensmittel bleibt deshalb Abfall.

Verpacken Sie befallene Vorräte vor dem Wegwerfen luftdicht in einem stabilen Beutel. So können Larven oder andere Entwicklungsstadien während des Transports nicht weiterwandern. Das Umweltbundesamt empfiehlt, befallene Vorräte vor der Entsorgung für ein bis zwei Tage in einem Plastikbeutel einzufrieren; auch die Verbraucherzentrale rät dazu, befallene Lebensmittel vor dem Wegwerfen einzufrieren. Bringen Sie den verschlossenen Beutel danach möglichst direkt aus der Wohnung.

Bei äußerlich unauffälligen Vorräten aus unmittelbarer Nähe des Befalls ist eine vorsorgliche Behandlung möglich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, solche Lebensmittel für einige Tage einzufrieren. Für trockenes Tierfutter nennt das Umweltbundesamt mindestens 24 Stunden bei minus 18 Grad Celsius oder alternativ eine einstündige Erhitzung bei 60 Grad Celsius. Hitze kann die Qualität des Futters verändern.

Diese Angaben gelten nicht einheitlich für alle Lebensmittel. Produkte, Verpackungen und Situationen unterscheiden sich. Wenn ein Vorrat verdächtig wirkt, Sie die Verpackung nicht sicher beurteilen können oder bereits Spuren sichtbar sind, entsorgen Sie ihn. Bei unauffälligen Vorräten, die nur in der Nähe gelagert wurden, können Sie die passende Empfehlung für das jeweilige Produkt beachten.

Schrank reinigen und Befall nachverfolgen

Räumen Sie den betroffenen Schrank vor dem Reinigen vollständig aus, damit Sie auch Stellen erreichen, an denen sich Larven oder Puppen verstecken können. Saugen Sie Böden, Ecken, Fugen, Scharniere, Rückwandbereiche und die Bohrlöcher für verstellbare Einlegeböden gründlich aus. Entleeren Sie den Staubsauger danach außerhalb der Wohnung oder verschließen Sie den Staubsaugerbeutel sofort.

Wischen Sie die Flächen mit Essigwasser oder einem geeigneten normalen Haushaltsreiniger aus. Für die normale Reinigung von Vorratsschränken brauchen Sie keine antibakteriellen Spezialreiniger. Verwenden Sie auf Flächen mit Lebensmittelkontakt nur Mittel nach Gebrauchsanweisung und entfernen Sie alle Rückstände. Lassen Sie den Schrank danach gründlich trocknen. Dauerhafte Feuchtigkeit kann die Entwicklung von Motten fördern.

Achten Sie beim Reinigen auf schwer zugängliche Verstecke. Dazu zählen:

  • Bohrlöcher und Fugen an Einlegeböden,
  • Spalten zwischen Rückwand und Seitenwänden,
  • Scharniere und Türfalze,
  • Ritzen an Sockeln und angrenzenden Möbeln,
  • Übergänge von der Wand zur Decke,
  • lose Tapeten oder Wandverkleidungen.

Schwer zugängliche, hitzebeständige Stellen können Sie vorsichtig mit einem Föhn erwärmen. Halten Sie genug Abstand zu empfindlichen Materialien, Kunststoffteilen und brennbaren Gegenständen. Bei empfindlichem Holz, Beschichtungen oder unklarer Hitzebeständigkeit sollten Sie diese Methode nicht anwenden.

Entfernen Sie sichtbare Larven und Gespinste sofort. Prüfen Sie auch benachbarte Schränke, Vorratskammern und Bereiche mit Tierfutter. Verschließen Sie Ritzen und Fugen, wenn das Material dafür geeignet ist, und reparieren Sie lose Tapeten. Schrankpapier und unnötige Wand- oder Deckenverkleidungen können zusätzliche Verstecke schaffen und erschweren die Kontrolle.

Räumen Sie nur vollständig trockene Schrankflächen wieder ein und kontrollieren Sie die Vorräte anschließend wiederholt, möglichst im Abstand von zwei bis drei Tagen, auf neue Gespinste, Larven, Falter und beschädigte Verpackungen. Wenn erneut Falter erscheinen, beginnen Sie die Suche auch außerhalb des zuerst auffälligen Schranks. Das Auftreten wandernder Larven kann darauf hinweisen, dass der ursprüngliche Herd noch nicht gefunden wurde.

Dicht lagern und weitere Maßnahmen abwägen

Füllen Sie trockene Vorräte nach dem Einkauf oder spätestens nach dem Öffnen in dicht schließende Behälter aus Glas, Keramik oder geeignetem Kunststoff um. Verschlüsse mit Gummidichtung erschweren Motten den Zugang und verhindern, dass sie Eier direkt in der Ware ablegen. Beschriften Sie die Behälter bei Bedarf mit Inhalt und Mindesthaltbarkeitsdatum. So verbrauchen Sie ältere Vorräte zuerst.

Kontrollieren Sie neue Packungen vor dem Einräumen auf Löcher, beschädigte Nähte, Gespinste und verklumpte Bestandteile. Kaufen Sie möglichst keine übergroßen Mengen ein, wenn Sie die Vorräte nur langsam verbrauchen. Lagern Sie Lebensmittel kühl, trocken und übersichtlich. Für Speisekammern und Vorratsräume gilt eine möglichst kühle Umgebung, in der allgemeinen Vorratslagerung wird eine Temperatur von höchstens etwa 18 Grad Celsius als Orientierung genannt. Diese Bedingung senkt das Risiko, verhindert einen Befall aber nicht sicher.

Behandeln Sie Tierfutter genauso sorgfältig wie Lebensmittel für Menschen. Bewahren Sie angebrochene Säcke nicht offen auf, sondern verwenden Sie einen dicht schließenden Behälter. Entfernen Sie Krümel aus Schrankfugen und vom Boden zeitnah. Lüften Sie Küche und Speisekammer regelmäßig. Beim Kochen helfen Stoßlüften und eine nach außen führende Dunstabzugshaube dabei, die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten. Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren erschweren zusätzlich das Eindringen von Insekten aus dem Außenbereich.

Schlupfwespen können als biologische Maßnahme helfen. Die winzigen Nützlinge parasitieren Motteneier und gelten für Menschen und Haustiere als unproblematisch. Die Kärtchen werden über längere Zeit eingesetzt. Bei handelsüblichen Anwendungen müssen sie nach Angaben des Umweltbundesamtes etwa zehn Wochen lang drei- bis viermal erneuert werden. Sie ersetzen weder die Entsorgung befallener Vorräte noch die Reinigung. Bei manchen Mottenarten kann außerdem ein Gegenspieler gegen Larvenstadien erforderlich sein. Schlupfwespen sind daher Teil einer länger dauernden Strategie und keine schnelle Lösung.

Mit Sprays, Verdampfern und anderen Insektiziden sollten Sie besonders zurückhaltend umgehen. In Räumen mit Lebensmitteln können solche Mittel die Innenraumluft und Oberflächen belasten. Zudem bestehen mögliche Risiken für Menschen, Haustiere und nützliche Insekten. Beseitigen Sie zuerst die Befallsquelle und schöpfen Sie Reinigung, Kontrolle, dichte Lagerung und gegebenenfalls biologische Maßnahmen aus. Eine pauschale Spritzbehandlung ist dafür meist nicht sinnvoll. Falls Sie überhaupt ein Schädlingsbekämpfungsmittel erwägen, lassen Sie sich zur konkreten Situation fachkundig beraten und beachten Sie die vollständige Gebrauchsanweisung.

Holen Sie fachliche Hilfe, wenn der Befall trotz wiederholter Kontrolle und Reinigung zurückkehrt, die Mottenart unklar bleibt, mehrere Räume betroffen sind, Sie den Befallsherd nicht finden oder Kinder, Schwangere, ältere, kranke oder besonders empfindliche Personen sowie Haustiere berücksichtigen müssen. Ein sachkundiger Betrieb sollte zuerst die Art und den Umfang des Befalls beurteilen, mögliche Herde benennen und nicht-chemische Maßnahmen erklären. Biozide sollten erst eingesetzt werden, wenn Nutzen und Risiken für die konkrete Umgebung abgewogen wurden.

Erneutem Befall vorbeugen

Sichtbare Gespinste, Larven, verklumpte Vorräte und wandernde Larven sind klare Warnzeichen. Entsorgen Sie befallene Lebensmittel verschlossen, prüfen Sie sämtliche trockenen Vorräte und reinigen Sie auch Ritzen, Bohrlöcher und angrenzende Bereiche gründlich.

Dicht schließende Behälter, kleine Vorratsmengen, trockene Lagerung und regelmäßige Kontrollen senken das Risiko eines erneuten Befalls. Pheromonfallen dienen der Beobachtung, ersetzen die Ursachenbekämpfung jedoch nicht. Bei wiederkehrendem oder unklarem Befall bringt eine sachkundige Bestimmung und Beratung mehr Sicherheit als ein ungezielter Einsatz chemischer Mittel.