Bei schwankendem Einkommen planen Sie Ihre laufenden Ausgaben anhand eines vorsichtig geschätzten Monatseinkommens. Überschüsse aus guten Monaten gleichen schwächere Monate aus. So planen Sie Miete, Energie und andere regelmäßige Kosten nicht mit Geld, das noch nicht eingegangen ist.
Ein Haushaltsplan hält Einnahmen, Ausgaben und Zahlungstermine fest. Ihr Einkommen reicht im Monat insgesamt aus, trotzdem kann Ihr Konto zwischen zwei Zahlungseingängen vorübergehend ins Minus rutschen.
Einnahmen vorsichtig ansetzen
Schauen Sie zunächst auf mehrere Monate zurück. Notieren Sie, wann Geld eingegangen ist und wie hoch die Beträge waren. Bei saisonaler Arbeit oder schwankenden Aufträgen hilft zusätzlich ein Blick auf das ganze Jahr. Ein einzelner Monat zeigt saisonale Schwankungen und wechselnde Auftragslagen oft nicht.
Planen Sie feste Ausgaben so, dass sie auch mit einem niedrigen, aber realistischen Monatseinkommen gedeckt sind. Ein einzelner besonders schwacher Monat muss dafür nicht entscheidend sein. Nutzen Sie den längeren Rückblick, um zu erkennen, ob der Monat eine Ausnahme war oder Ihre Einnahmen regelmäßig zurückgehen. Verlassen Sie sich bei Miete, Versicherungen und Energie nicht auf Boni, besonders gute Aufträge oder andere unsichere Einnahmen.
Bei selbstständiger Arbeit sollte für den privaten Haushaltsplan nur das Geld zählen, das nach betrieblichen Kosten und den absehbaren Steuerzahlungen tatsächlich für den Haushalt verfügbar ist. Legen Sie dafür Geld zurück. Wie viel, hängt von Ihrer persönlichen Steuersituation ab. Eine Rücklage nach einem festen Prozentsatz passt nicht für alle.
Rechnungen über das Jahr verteilen
Jährliche und vierteljährliche Rechnungen belasten den Monat, in dem sie fällig werden. Rechnen Sie solche Kosten auf einen Monatsbetrag um und legen Sie das Geld nach Möglichkeit laufend zurück. Bei einer Rechnung von 600 Euro im Jahr sind das 50 Euro pro Monat.
Halten Sie dieses Geld getrennt von dem Geld, das Sie im Alltag ausgeben. Ein eigenes Konto kann dabei helfen; ebenso genügt eine klare Notiz in Ihrer Übersicht. Wichtig ist, dass das zurückgelegte Geld beim Blick auf den Kontostand nicht wie frei verfügbares Geld wirkt.
Notieren Sie auch Ausgaben, die in den letzten Monaten nicht angefallen sind, etwa Reparaturen oder seltene Gebühren. Ein Monat mit wenigen Rechnungen kann sonst den Eindruck erwecken, dass mehr Geld übrig bleibt, als wirklich der Fall ist.
Zahlungstermine im Blick behalten
Notieren Sie für jede Woche den Kontostand zu Wochenbeginn sowie erwartete Einnahmen und fällige Ausgaben. Übernehmen Sie den Endstand der Woche als Anfangsstand der nächsten. So sehen Sie, ob zwischen zwei Zahlungseingängen genug Geld für Miete, Strom oder andere Abbuchungen auf dem Konto bleibt.
Beginnen Sie mit den tatsächlichen Buchungen und Zahlungsterminen. Notieren Sie mindestens einen Monat lang auch kleinere Kartenzahlungen und Bargeldausgaben. Für saisonale Einnahmen und seltene Rechnungen brauchen Sie zusätzlich einen längeren Rückblick.
Teilen Sie das verfügbare Geld für veränderliche Ausgaben grob durch vier, um eine Orientierung für die Woche zu erhalten. Diese Rechnung ist nur ein Richtwert, da Kalendermonate nicht genau vier Wochen lang sind. Prüfen Sie während des Monats, ob das Tempo zu Ihrem tatsächlichen Kontostand passt.
Zwei Rücklagen getrennt aufbauen
Geld für absehbare Rechnungen und ein Notfallpolster erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die erste Rücklage deckt bekannte Kosten wie Versicherungen oder die Kfz-Steuer. Das Notfallpolster ist für unerwartete Ausgaben oder einen Einkommensausfall gedacht.
Beginnen Sie mit einem Betrag, den Sie auch in einem schwachen Monat zurücklegen können. In guten Monaten können Sie zusätzliches Geld nutzen, um zuerst fällige Rechnungen und anschließend das Notfallpolster aufzufüllen. Eine automatische Überweisung eignet sich nur, wenn Betrag und Zeitpunkt nicht dazu führen, dass das Konto vor dem nächsten Zahlungseingang zu knapp wird. Prüfen Sie den Kontostand, bevor eine Überweisung abgeht.
Wie hoch Ihr Notfallpolster sein sollte, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind Ihre notwendigen Ausgaben, die Schwankungen Ihres Einkommens und Ihre übrigen Verpflichtungen. Auch eine kleinere Rücklage schafft Spielraum; Sie können sie schrittweise erhöhen, wenn Ihr Budget das zulässt.
Bei einem Engpass früh handeln
Wenn Ihre Übersicht zeigt, dass das Geld nicht reicht, warten Sie nicht auf die nächste Mahnung. Prüfen Sie zuerst, welche Ausgaben sich vorübergehend senken oder verschieben lassen, und wenden Sie sich früh an den Anbieter, wenn eine Zahlung absehbar schwierig wird. Ob ein späterer Zahlungstermin möglich ist, hängt vom Vertrag und vom Anbieter ab.
Sorgen Sie zuerst dafür, dass Sie Ausgaben für Wohnung und Grundversorgung bezahlen können, vor allem Miete und Energie. Vermeiden Sie es, einen Engpass durch einen ausgeschöpften Dispokredit oder unseriöse Kleinkredite zu überbrücken. Wenn Sie dauerhaft nicht genug Geld haben, um alle Rechnungen zu bezahlen, bieten Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbände und Kommunen kostenlose Schuldnerberatung an.