Wenn Sie nichts doppelt kaufen, Vorräte aufbrauchen und regelmäßige Kosten prüfen, vermeiden Sie unnötige Ausgaben. Diese Schritte lassen sich ohne große Vorbereitung in den Alltag einbauen. Wie viel Sie sparen, hängt von Ihrem Haushalt und Ihren Ausgaben ab.

Sparen darf nicht zur zusätzlichen Belastung werden. Reicht das Geld kaum für notwendige Ausgaben, schaffen Münztricks und Haushaltslisten kein zusätzliches Einkommen. Eine Übersicht hilft dann, die eigene Lage einzuschätzen und gezielt Unterstützung zu suchen.

Lebensmittel besser nutzen

1. Ein Fach für zuerst Aufessen

Richten Sie im Kühlschrank ein gut sichtbares Fach für angebrochene Packungen und Lebensmittel mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum ein. Stellen Sie neue Ware weiter nach hinten und ältere nach vorn. Leeren Sie das Fach einmal pro Woche und machen Sie aus dem Inhalt eine Mahlzeit, etwa aus übrigem Gemüse eine Suppe oder ein Omelett.

2. Kühlschrank vor dem Einkauf fotografieren

Machen Sie vor dem Einkauf ein Foto von Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank. So sehen Sie im Laden schneller, was Sie schon haben und was noch fehlt. Die Planung bleibt nötig; das Foto macht vergessene Vorräte leichter sichtbar und beugt unnötigen Doppelkäufen vor.

3. Einen Reste-Abend einplanen

Reservieren Sie einmal pro Woche einen Abend für Reste. Kombinieren Sie dafür angebrochene Packungen, gekochte Beilagen und Gemüse, das bald verbraucht werden sollte. Wenn Sie ohnehin mehr kochen, können Sie eine Portion für den nächsten Tag zurückstellen. Lassen Sie dabei Platz für spontane Essensideen.

4. Das Datum richtig lesen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt, bis wann ein Lebensmittel seine typischen Eigenschaften behält. Nach Ablauf können Sie bei geeigneten Lebensmitteln anhand von Aussehen, Geruch und Konsistenz prüfen, ob sie noch gut sind. Das Verbrauchsdatum ist anders: Leicht verderbliche Lebensmittel wie frisches Hackfleisch sollten Sie danach nicht mehr essen. Bei Schimmel oder auffälligen Veränderungen entsorgen Sie das Produkt; für bestimmte Schimmelkäse gelten eigene Regeln.

Stromverbrauch und Abos prüfen

5. Die Kühlschranktemperatur messen

Stellen Sie den Kühlschrank nicht kälter ein als nötig. Laut Verbraucherzentrale reichen 7 °C im oberen Fach in der Regel aus; eine um 1 °C niedrigere Einstellung erhöht den Stromverbrauch demnach um etwa 6 Prozent. Prüfen Sie die Temperatur mit einem Thermometer, denn die Skala am Drehregler zeigt keine verlässlichen Gradwerte. Für das Gefriergerät gelten −18 °C als Richtwert. Bei häufig genutzten, besonders leicht verderblichen Lebensmitteln kann eine niedrigere Kühlschranktemperatur sinnvoll sein.

6. Stromverbrauch erst messen

Ein Strommessgerät zeigt, wie viel Strom ein einzelnes Gerät tatsächlich verbraucht. Messen Sie zum Beispiel den Stromverbrauch von Geräten im Stand-by, bevor Sie entscheiden, welche Sie regelmäßig ausschalten. Manche Verbraucherberatungsstellen verleihen solche Messgeräte. Ziehen Sie nicht wahllos Stecker: Bei Geräten, die dauerhaft erreichbar oder in Betrieb sein müssen, ist das Abschalten keine passende Sparmaßnahme.

7. Abos im Kalender prüfen

Legen Sie einmal im Jahr einen Termin fest, um Kontoauszüge und App-Abos durchzugehen. Kündigen Sie, was Sie nicht mehr nutzen, und setzen Sie bei neuen Probeabos sofort eine Erinnerung vor dem Ende der Testphase. Für viele Verträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gelten nach der Erstlaufzeit erleichterte Kündigungsregeln. Für ältere Verträge und bestimmte Vertragsarten können andere Bedingungen gelten. Prüfen Sie deshalb den Vertrag, bevor Sie sich auf eine Frist verlassen.

Käufe besser steuern

8. Wünsche auf die Warteliste setzen

Schreiben Sie spontane Kaufwünsche auf, statt sofort zu bestellen. Bei größeren Anschaffungen können Sie einen Monat warten und dann prüfen, ob Sie den Gegenstand noch wollen und tatsächlich brauchen. Für kleinere Käufe reicht vielleicht eine kürzere Pause.

9. Erst aufbrauchen, dann nachkaufen

Stellen Sie ungeöffnete Pflegeprodukte, Putzmittel oder Vorräte in eine gut sichtbare Kiste, damit Sie diese Produkte zuerst aufbrauchen. Greifen Sie beim nächsten Bedarf zuerst danach. Kaufen Sie nicht auf Vorrat, nur weil ein Produkt gerade günstiger erscheint: Wenn es lange herumsteht oder verfällt, war das Angebot keine Ersparnis.

10. Fünf-Euro-Scheine beiseitelegen

Wenn Bargeld für Ihren Alltag eine Rolle spielt, können Sie jeden erhaltenen Fünf-Euro-Schein in eine Sparbox legen. Wählen Sie einen kleineren Betrag, wenn er besser zu Ihrem Budget passt. Wie viel Sie sparen, hängt davon ab, wie oft passendes Bargeld anfällt. Setzen Sie die Gewohnheit aus, sobald dadurch Geld für Miete, Lebensmittel oder andere notwendige Ausgaben fehlt.

11. Einkäufe aufrunden

Überweisen Sie beim Bezahlen die Differenz zum nächsten selbst gewählten runden Betrag auf ein Sparkonto. Bei einem Einkauf über 75,99 Euro wären das bis 80 Euro genau 4,01 Euro. Sie können den Betrag einzeln übertragen oder sammeln und regelmäßig überweisen. Führen Sie die Regel nur aus, wenn Ihr laufendes Budget dafür ausreicht.

12. Seltenes leihen oder gebraucht kaufen

Prüfen Sie vor dem Kauf einer Bohrmaschine, Dachbox oder Kamera, ob Sie den Gegenstand ausleihen können. Fragen Sie im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft nach und suchen Sie nach Verleihangeboten in Ihrer Nähe. Vergleichen Sie Gebühren, Kaution und Haftung mit dem Kaufpreis. Wenn Sie etwas häufig brauchen, kann ein eigener Gegenstand günstiger sein. Wenn etwas kaputtgeht, kann ein Reparatur-Café helfen. Dort lässt sich allerdings nicht jeder Gegenstand reparieren.