Wenn Sie im Haushalt Kosten senken möchten, beginnen Sie bei Heizung, Warmwasser, Strom und Lebensmitteln. Einige Änderungen senken die Kosten schon bei der nächsten Nutzung. Beim Tarifwechsel zeigt sich die Ersparnis erst, wenn der neue Vertrag läuft.

Wie viel Sie sparen, hängt vom bisherigen Verbrauch, der Wohnung und den Preisen ab. Deshalb lässt sich für die zehn Tipps keine feste Gesamtsumme nennen.

Heizung und Warmwasser

1. Heizung passend einstellen

Senken Sie die Raumtemperatur nachts oder wenn Sie längere Zeit nicht da sind, aber nur ein wenig. Jedes Grad weniger spart laut Verbraucherzentralen als Richtwert ungefähr 6 Prozent Heizenergie. Der tatsächliche Effekt auf Ihre Rechnung hängt unter anderem vom Gebäude und vom Heizsystem ab. Drehen Sie die Heizung in wenig genutzten Räumen nicht vollständig ab: Sie sollten nicht unter etwa 16 °C auskühlen, damit das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel nicht steigt. Halten Sie Heizkörper außerdem frei, damit die Wärme in den Raum gelangt.

2. Kurz und kräftig lüften

Öffnen Sie die Fenster nach dem Duschen und Kochen sowie regelmäßig in anderen Räumen weit. Beim Querlüften öffnen Sie gegenüberliegende Fenster, damit die Luft schneller ausgetauscht wird. Drehen Sie währenddessen die Heizung herunter. Dauerhaft gekippte Fenster tauschen die Raumluft weniger gezielt aus und lassen Wärme entweichen. Wie lange Sie lüften, richtet sich nach Wetter, Jahreszeit und Wohnung.

3. Warmwasser beim Duschen sparen

Ein Sparduschkopf begrenzt den Wasserdurchfluss. Das Umweltbundesamt nennt für solche Brausen etwa 6 bis 9 Liter pro Minute, herkömmliche Modelle verbrauchen häufig 12 bis 15 Liter. So sinkt neben dem Wasserverbrauch auch die Energie, die zum Erwärmen des Wassers nötig ist. Kürzer zu duschen und das Wasser beim Einseifen abzustellen, reduziert den Verbrauch zusätzlich. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt von Ihrem Duschverhalten und davon ab, womit Sie das Wasser erwärmen.

Strom beim Waschen und Kochen senken

4. Strom- und Gastarif vergleichen

Prüfen Sie Ihren Jahresverbrauch und vergleichen Sie die Gesamtkosten mit anderen Angeboten. Achten Sie bei Vergleichsportalen auf die Sortierung und voreingestellte Filter. Beziehen Sie Boni nicht als dauerhafte Ersparnis ein und lesen Sie die Vertragsbedingungen beim Anbieter nach. Besonders wenn Sie noch in der Grundversorgung sind, lohnt sich ein Vergleich. Wie viel ein Wechsel bringt, hängt von Ihrem Wohnort, Verbrauch und bestehenden Vertrag ab.

5. Kühlschrank und Gefriergerät einstellen

Stellen Sie den Kühlschrank auf etwa 7 °C und das Gefriergerät auf −18 °C. Eine unnötig niedrige Kühlschranktemperatur erhöht den Stromverbrauch: Laut Verbraucherzentrale erhöht ein Grad weniger den Stromverbrauch des Geräts um ungefähr 6 Prozent. Bei besonders leicht verderblichen Lebensmitteln kann eine niedrigere Temperatur trotzdem sinnvoll sein. Schließen Sie die Türen zügig und tauen Sie vereiste Gefrierfächer ab.

6. Spülmaschine voll beladen

Starten Sie die Spülmaschine erst, wenn sie gut gefüllt ist, und wählen Sie das Eco-Programm. Es läuft länger, verbraucht laut Verbraucherzentrale aber weniger Wasser und Energie als viele Kurzprogramme. Grobe Speisereste können Sie vorher abstreifen. Ein Vorspülen unter dem Wasserhahn verbraucht Wasser und ist für normal verschmutztes Geschirr meist unnötig.

7. Wäsche kühler waschen

Für viele normale Waschgänge reichen 30 bis 40 °C. Eine niedrigere Temperatur spart Energie, weil das Wasser weniger stark erhitzt werden muss. Befüllen Sie die Trommel so, wie der Hersteller es empfiehlt und nutzen Sie das Eco-Programm, wenn es für die Wäsche geeignet ist. Damit sich keine unangenehmen Gerüche in der Maschine bilden, empfiehlt die Verbraucherzentrale zusätzlich etwa ein- bis zweimal im Monat einen Waschgang bei 60 °C. Bei besonderen Hygieneanforderungen gelten gesonderte Empfehlungen.

8. Wäsche an der Luft trocknen

Trocknen Sie Wäsche möglichst auf einer Leine oder einem Wäscheständer. Das spart den Strom für den Trockner. Wenn Sie einen Trockner brauchen, schleudern Sie die Wäsche vorher mit einer geeigneten hohen Drehzahl: Weniger Restfeuchte verkürzt den Trockengang. Beachten Sie dabei die Pflegehinweise der Textilien und die Vorgaben Ihrer Waschmaschine.

9. Stand-by und Kochgewohnheiten prüfen

Fernseher und Receiver verbrauchen auch im Stand-by Strom. Das gilt ebenso für Spielekonsolen. Schalten Sie Geräte, die Sie gerade nicht benötigen und vollständig vom Netz trennen dürfen, über eine schaltbare Steckdosenleiste aus. Beim Kochen hilft ein Deckel auf dem Topf, die Wärme im Topf zu halten. Füllen Sie den Wasserkocher nur mit der benötigten Menge. Wenn Sie den Backofen nutzen, verbraucht Umluft laut Verbraucherzentrale etwa 15 Prozent weniger Energie als Ober- und Unterhitze.

Beim Einkauf weniger wegwerfen

10. Vorräte prüfen und Mahlzeiten planen

Schauen Sie vor dem Einkauf in Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank. Planen Sie Mahlzeiten mit den Lebensmitteln, die Sie schon zu Hause haben, und schreiben Sie nur die noch benötigten Lebensmittel auf die Einkaufsliste. So kaufen Sie gezielter und können Reste für die nächste Mahlzeit einplanen. Das Umweltbundesamt beziffert die Lebensmittelabfälle in deutschen Privathaushalten für 2022 auf rund 6,3 Millionen Tonnen, etwa 74,5 Kilogramm pro Kopf. Wie viel Geld ein Haushalt durch bessere Planung spart, hängt davon ab, wie viele Lebensmittel bislang ungenutzt bleiben.