Wenn am Monatsende weniger Geld übrig bleibt als erwartet, prüfen Sie regelmäßige Rechnungen und alltägliche Ausgaben. Erfassen Sie zuerst, wohin Ihr Geld fließt. So sehen Sie, welche Verträge noch zu Ihrem Bedarf passen und welche Gewohnheiten unnötige Kosten verursachen.
Wie viel Sie sparen können, hängt vom Haushalt ab: Kurzfristig sind Miete und andere Wohnkosten oft kaum veränderbar. Ein günstigerer Tarif kommt infrage, wenn er zu Ihrem Bedarf passt. Eine vollständige Übersicht zeigt, wo Sie realistisch sparen können.
Ausgaben vollständig erfassen
Gehen Sie Ihre Kontoauszüge und Kartenabrechnungen der vergangenen Monate durch. Markieren Sie regelmäßige Abbuchungen für Strom, Gas, Telefon, Internet, Versicherungen, Mitgliedschaften und Abos. Ergänzen Sie Rechnungen, die nur jährlich oder unregelmäßig anfallen. Sonst wirkt das Monatsbudget günstiger, als es tatsächlich ist.
Unterscheiden Sie feste Kosten von veränderlichen Ausgaben. Dazu zählen Lebensmittel, Restaurantbesuche und spontane Einkäufe. Eine einfache Tabelle oder ein Haushaltsbuch reicht, solange Sie die Ausgaben zuverlässig eintragen. Behalten Sie diese Ausgaben zunächst im Blick, statt sofort ein allgemeines Sparziel festzulegen. So erkennen Sie, ob hohe Ausgaben regelmäßig auftreten oder durch einzelne Monate entstehen.
Wie viel Haushalte für einzelne Posten ausgeben, unterscheidet sich stark. Laut Statistischem Bundesamt entfielen 2023 im Durchschnitt 38 Prozent der privaten Konsumausgaben auf Wohnen und 14 Prozent auf Lebensmittel. Diese Werte zeigen den Durchschnitt und sind kein Maßstab für Ihr Budget.
Verträge nach Bedarf prüfen
Notieren Sie für jeden Vertrag Preis, Abrechnungszeitraum, Laufzeit und Kündigungstermin. Prüfen Sie anschließend, ob Sie die gebuchte Leistung tatsächlich nutzen. Beispiele sind ein Mobilfunktarif mit deutlich mehr Datenvolumen als nötig oder mehrere gleichzeitig bezahlte Streaming-Abos. Achten Sie auch auf Zusatzpakete und Gerätefinanzierungen, die den monatlichen Gesamtpreis erhöhen.
Vergleichen Sie bei Strom und Gas den Grundpreis und den Preis je verbrauchter Kilowattstunde. Berücksichtigen Sie auch die Vertragslaufzeit und die Bedingungen einer Preisgarantie. Rechnen Sie einen Bonus getrennt ein: Manche Tarife werden nach dem ersten Jahr teurer, und die Auszahlung kann an Bedingungen geknüpft sein. Prüfen Sie deshalb den Preis im ersten Vertragsjahr und die voraussichtlichen Kosten danach getrennt. Vergleichsportale zeigen nicht immer alle Angebote. Außerdem sortieren sie die Angebote nach unterschiedlichen Kriterien. Vergleichen Sie bei Bedarf mehrere Portale und sehen Sie zusätzlich auf den Seiten der Anbieter nach.
Der technische Wechsel des Stromlieferanten ist seit dem 6. Juni 2025 an Werktagen innerhalb von 24 Stunden möglich. Diese Frist ändert jedoch nicht die Kündigungsfrist oder Laufzeit Ihres bestehenden Vertrags. Prüfen Sie diese zuerst, damit Sie den Wechsel passend zum Vertragsende planen.
Bei online abschließbaren Verträgen gibt es für bestimmte Verträge einen Kündigungsbutton. Nach einer Kündigung über diesen Weg muss der Anbieter elektronisch bestätigen, dass er sie erhalten hat. Die geltenden Fristen hängen jedoch von Vertragsart und Abschlussdatum ab. Versicherungen folgen dabei eigenen Regeln. Lesen Sie vor einer Kündigung die Vertragsunterlagen und bewahren Sie die Bestätigung auf.
Versicherungen prüfen
Prüfen Sie Versicherungen, wenn sich Ihre Lebenssituation geändert hat, etwa nach einem Umzug oder einer Veränderung im Haushalt. Prüfen Sie, welches Risiko die Police abdeckt und ob die Versicherungssumme noch ausreicht. Ein niedrigerer Beitrag bringt wenig, wenn Sie dadurch bei einem großen finanziellen Schaden ohne Schutz dastehen. Streichen Sie eine Police deshalb erst, nachdem Sie den Schutz und mögliche Folgen geprüft haben.
Einkäufe und Energieverbrauch planen
Kontrollieren Sie vor dem Einkauf, was noch im Kühlschrank und Vorratsschrank liegt, planen Sie Mahlzeiten und notieren Sie die benötigten Mengen. Sonderangebote und große Packungen sparen nur dann Geld, wenn Sie die Lebensmittel tatsächlich verbrauchen. Vergleichen Sie den Preis pro Kilogramm oder Liter, wenn Sie verschiedene Packungsgrößen prüfen.
Auch beim Heizen zählt der tatsächliche Bedarf. Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart ungefähr sechs Prozent Heizenergie. Wie stark sich das auf Ihre Rechnung auswirkt, hängt unter anderem davon ab, wie die Wohnung beschaffen ist und welches Heizsystem sie hat. Auch Ihre Nutzung spielt eine Rolle. Wählen Sie daher eine Temperatur, die für Ihre Räume und den Alltag passt. Beim Waschen und Spülen senken volle Maschinen und geeignete Sparprogramme den Verbrauch.
Prüfen Sie vor einer Anschaffung, ob Sie den Gegenstand brauchen. Sehen Sie auch nach, ob er bereits vorhanden ist oder sich reparieren oder ausleihen lässt. Vergleichen Sie neben dem Kaufpreis auch laufende Kosten wie den Energieverbrauch. Ob ein effizienteres Gerät Geld spart, hängt auch vom Kaufpreis und davon ab, wie oft Sie es nutzen.
Änderungen nachverfolgen
Setzen Sie die Änderungen Schritt für Schritt um. Notieren Sie bei einem Tarifwechsel den neuen Preis, den Beginn der Vertragslaufzeit und den nächsten Kündigungstermin. Prüfen Sie nach einigen Wochen, ob die Einkaufsplanung oder ein anderes Heizverhalten im Alltag funktioniert. Ändern Sie viele Dinge gleichzeitig, lässt sich schwerer erkennen, welche Maßnahme geholfen hat.