Wenn Preise steigen, zeigt die allgemeine Inflationsrate nicht, wie stark Ihr Haushalt betroffen ist. Sie bildet die durchschnittliche Preisentwicklung ab. Wer viel heizt oder regelmäßig tankt, spürt andere Preissteigerungen als ein Haushalt ohne Auto.
Prüfen Sie Ihre Ausgaben und Rechnungen. So erkennen Sie, welche Kosten unverzichtbar sind, wo ein günstigerer Ersatz infrage kommt und welche Verträge Sie überprüfen sollten.
Erfassen Sie Ihre Ausgaben
Notieren Sie zunächst Ihre monatlichen Einnahmen und festen Kosten. Dazu gehören zum Beispiel Miete, Energie, Telefon und Mitgliedsbeiträge. Teilen Sie jährliche oder halbjährliche Rechnungen wie Versicherungsbeiträge auf einen Monatsbetrag herunter und legen Sie das Geld dafür zurück. So tauchen diese Kosten nicht unerwartet in einem einzelnen Monat auf.
Erfassen Sie anschließend Ausgaben, die sich von Monat zu Monat ändern, etwa für Einkäufe, Kleidung oder Freizeit. Kontoauszüge und Belege helfen, auch kleinere Beträge zu erkennen. Prüfen Sie mindestens einmal im Monat Ihre Ausgaben: Welche Ausgaben sind höher als geplant, und welche Preisänderungen erklären das?
Die amtliche Inflationsrate ist dabei nur eine Orientierung. Im September 2026 lag sie in Deutschland bei 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Energie verteuerte sich deutlich, während die Lebensmittelpreise im Schnitt nur um 0,4 Prozent stiegen. Einzelne Lebensmittel entwickelten sich jedoch unterschiedlich. Ihre persönliche Belastung hängt davon ab, was Sie tatsächlich kaufen und verbrauchen.
Prüfen Sie zuerst flexible Ausgaben
Wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, sortieren Sie zuerst die Kosten, die Sie kurzfristig ändern können. Fragen Sie bei jeder Ausgabe: Brauche ich sie regelmäßig, lässt sie sich seltener nutzen oder gibt es eine günstigere Alternative? Mahlzeiten außer Haus, spontane Einkäufe und selten genutzte Abonnements können Sie überprüfen. Entscheidend ist, was in Ihrem Haushalt tatsächlich anfällt.
Kürzen Sie nicht wahllos bei notwendigen Ausgaben. Wohnen und Lebensmittel beanspruchen bei vielen Haushalten einen großen Teil des Geldes.
Ein wöchentlicher Richtwert hilft, Ausgaben im Blick zu behalten: Teilen Sie den Betrag, der nach festen Kosten und Rücklagen übrig bleibt, grob durch vier. Nutzen Sie das als Orientierung, nicht als starre Grenze, denn Monate sind unterschiedlich lang und manche Ausgaben fallen unregelmäßig an.
Beim Lebensmitteleinkauf sparen
Beim Lebensmitteleinkauf lohnt sich der Vergleich des Grundpreises, also des Preises pro Kilogramm oder Liter. Eine große Packung ist nicht automatisch günstiger. Probieren Sie Eigenmarken aus und vergleichen Sie frische Lebensmittel mit Fertiggerichten. Saisonales Obst und Gemüse kann ebenfalls eine passende Alternative sein. Kaufen Sie Produkte mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum nur dann, wenn Sie sie rechtzeitig verbrauchen.
Planen Sie Mahlzeiten und Einkauf, damit weniger spontan im Korb landet und Lebensmittel nicht verderben. Prüfen Sie auch, ob Sie einzelne Gerichte häufiger selbst zubereiten können. Das spart nicht in jedem Haushalt gleich viel; vergleichen Sie deshalb Ihre tatsächlichen Ausgaben, statt mit einer festen Ersparnis zu rechnen.
Überprüfen Sie laufende Verträge
Fixkosten können Sie oft seltener ändern als Ihre täglichen Ausgaben, sie fallen aber regelmäßig an. Prüfen Sie daher neben Mobilfunk- und Festnetzverträgen auch Girokonto- und Versicherungskosten. Vergleichen Sie bei einem Wechsel die Gesamtkosten und Vertragsbedingungen. Kündigen Sie Versicherungen oder Verträge zur Altersvorsorge nicht überstürzt. Je nach Situation kommen Beratung, eine Beitragsfreistellung oder eine Stundung infrage.
Bei Strom- und Gastarifen zählen neben dem Preis auch Laufzeit, Preisgarantie und Bedingungen. Prüfen Sie, ob ein Bonus den Tarif im ersten Jahr günstiger erscheinen lässt, und vergleichen Sie die Angaben direkt beim Anbieter. Bei dynamischen Stromtarifen richtet sich der Preis stärker nach dem Börsenpreis. Sie kommen vor allem dann infrage, wenn Sie einen größeren Teil Ihres Verbrauchs zeitlich verlagern können und bereit sind, Preisschwankungen zu akzeptieren.
Senken Sie den Energieverbrauch
Ergänzend zum Tarifwechsel können Sie den Verbrauch im Alltag prüfen. Beladen Sie Wasch- und Spülmaschinen möglichst vollständig, nutzen Sie Eco-Programme und kochen Sie mit Deckel. Beim Kühlschrank reichen im oberen Fach sieben Grad Celsius aus. Laut Verbraucherzentrale steigt der Stromverbrauch um etwa sechs Prozent, wenn Sie den Kühlschrank ein Grad kälter einstellen.
Ein neues Gerät verursacht zunächst Kosten. Vergleichen Sie deshalb vor dem Kauf den angegebenen Jahresverbrauch in Kilowattstunden mit dem Jahresverbrauch Ihres vorhandenen Geräts. Berücksichtigen Sie auch den Kaufpreis. Ein neues Gerät senkt Ihre laufenden Kosten nicht unbedingt sofort.
Holen Sie sich früh Unterstützung
Ein Haushaltsbuch schafft Klarheit, aber nicht automatisch zusätzliches Geld. Wenn notwendige Ausgaben trotz Anpassungen dauerhaft höher sind als Ihre Einnahmen, reichen weitere Kürzungen möglicherweise nicht aus, um die Lücke zu schließen. Wenden Sie sich frühzeitig an eine kostenlose Schuldnerberatung, bevor Rechnungen oder Raten dauerhaft offenbleiben.