Am dauerhaftesten sparen Sie mit Dingen, die nach dem Einrichten kaum noch Aufwand machen: einem passenden Stromtarif, richtig eingestellten Heiz- und Kühlgeräten oder einem Sparduschkopf. Tipps wie das tägliche Notieren jeder Ausgabe erfordern viel Disziplin und sind schwerer durchzuhalten.
Prüfen Sie zuerst Ihre laufenden Kosten und Ihren Verbrauch, bevor Sie viele neue Regeln in den Alltag aufnehmen. Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung machten 2023 durchschnittlich 37,5 Prozent der privaten Konsumausgaben deutscher Haushalte aus. Dieser Durchschnitt sagt nicht voraus, wie viel ein einzelner Haushalt sparen kann.
Stellen Sie Heizung und Kühlschrank passend ein
Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt laut Verbraucherzentrale den Heizenergieverbrauch als Faustregel um etwa sechs Prozent. Das bezieht sich auf die Heizenergie, nicht auf die gesamte Rechnung. Wählen Sie eine Temperatur, bei der Sie sich wohlfühlen. Programmierbare Thermostate helfen, wenn Sie die Heizung nicht ständig von Hand einstellen möchten. In wenig genutzten Räumen sollte die Temperatur nicht unter 16 °C sinken, damit das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel nicht steigt. Halten Sie außerdem die Heizkörper frei, damit die Wärme den Raum erreicht.
Auch beim Kühlschrank genügt meist eine Kontrolle der Temperatur. Für das obere Kühlschrankfach gelten 7 °C als ausreichend, für das Gefriergerät −18 °C. Jedes Grad kälter erhöht den Stromverbrauch des Kühlschranks laut Verbraucherzentrale um etwa sechs Prozent. Ein Kühlschrankthermometer hilft beim Einstellen. Für besonders leicht verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch gelten strengere Anforderungen an die Kühlung; beachten Sie dafür die Hinweise auf der Verpackung.
Senken Sie den Warmwasserverbrauch
Ein Sparduschkopf spart Warmwasser, ohne dass Sie bei jeder Dusche bewusst kürzer duschen müssen. Laut Verbraucherzentrale kann ein Sparduschkopf den Warmwasserverbrauch um bis zu 50 Prozent senken. Die Angabe von bis zu 50 Prozent gilt für den Warmwasserverbrauch und beziffert die Ersparnis bei der gesamten Wasser- oder Energierechnung nicht. Ein Duschkopf mit einem Durchfluss von weniger als neun Litern pro Minute gilt als sparsam.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Duschkopf zu Ihrer Anlage passt. Bei manchen hydraulischen Durchlauferhitzern führt ein zu geringer Wasserdurchfluss zu Problemen. Ein Sparduschkopf kostet laut Verbraucherzentrale etwa 20 Euro. Ob sich die Anschaffung rechnet, hängt davon ab, wie viel Warmwasser Ihr Haushalt verbraucht und wie es erhitzt wird.
Prüfen Sie Stromtarif und Geräte
Ein Tarifvergleich lohnt sich, wenn Sie die Angebote sorgfältig prüfen und sich einen Termin für den nächsten Vergleich vormerken. Haushaltskunden können grundsätzlich kostenlos den Strom- oder Gasanbieter wechseln. Der neue Anbieter erledigt normalerweise die nötigen Schritte für den Wechsel und die Kündigung. Nutzen Sie den Jahresverbrauch aus Ihrer Abrechnung und vergleichen Sie die Kosten ohne einmalige Boni. Ein Bonus kann den Preis im ersten Jahr günstig aussehen lassen, während der Tarif im Folgejahr teurer wird. Achten Sie auch auf Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist.
Bei Geräten lohnt sich vor allem ein einfacher Griff: Stellen Sie Kühlschrank und Gefriergerät richtig ein. Geräte, die Sie nicht benötigen, können Sie über eine schaltbare Steckerleiste auf einmal ausschalten. Das ist weniger lästig, als jedes Gerät einzeln vom Stromnetz zu trennen. Wie viel Sie damit sparen, hängt vom Haushalt ab. Ältere Geräte verbrauchen im Stand-by teils deutlich mehr Strom als neuere; manche vernetzten Geräte benötigen Strom für Funktionen wie Updates. Schalten Sie deshalb nur geeignete Geräte ab.
Wasch- und Spülmaschinen sollten möglichst voll laufen. Eco-Programme dauern länger, sparen aber Wasser und Energie. Wer Wäsche an der Luft trocknen kann, spart den Strom des Wäschetrockners. Das hängt allerdings von Platz, Lüftungsmöglichkeiten und der Feuchtigkeit in der Wohnung ab. Tauschen Sie ein funktionierendes Haushaltsgerät nicht allein wegen seines Alters aus. Vergleichen Sie vor einem Neukauf die Stromkosten des alten Geräts mit den Anschaffungskosten eines neuen.
Planen Sie Einkäufe flexibel
Eine Einkaufsliste und ein Blick in Kühlschrank und Vorratsschrank verhindern, dass Sie bereits vorhandene Lebensmittel doppelt kaufen. Planen Sie nur die Mahlzeiten fest ein, die Sie realistisch kochen, und verwenden Sie frische Lebensmittel zuerst. Für den Rest der Woche reicht ein lockerer Plan mit mehreren möglichen Gerichten. So bleibt Platz für wechselnde Termine und spontane Änderungen.
Sonderangebote und große Packungen sparen nur dann Geld, wenn Sie die Lebensmittel rechtzeitig verbrauchen. Das Umweltbundesamt beziffert die Lebensmittelabfälle in Deutschland für 2023 auf 10,9 Millionen Tonnen; rund 58 Prozent entfielen auf private Haushalte. Daraus lässt sich keine feste Ersparnis pro Haushalt ableiten. Vorräte zu prüfen, passende Mengen einzukaufen und Reste zu verwerten, vermeidet aber unnötige Einkäufe und weggeworfene Lebensmittel.
Behalten Sie Ihre Ausgaben im Blick
Ein Haushaltsbuch zeigt, wie viel regelmäßig hereinkommt, welche festen Kosten anfallen und was Sie sonst ausgeben. Es senkt die Ausgaben nicht automatisch, zeigt aber, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Wenn Sie nicht dauerhaft jede Kleinigkeit notieren möchten, erfassen Sie Ihre Ausgaben zunächst für einen begrenzten Zeitraum und suchen Sie anschließend nach wiederkehrenden Kosten.
Prüfen Sie dabei Abos und Mitgliedschaften anhand Ihrer Kontoauszüge und Vertragsunterlagen. Kündigen Sie nur, was Sie tatsächlich entbehren können, und behalten Sie Fristen im Blick. Bei Versicherungen oder notwendigen Leistungen kann eine vorschnelle Kündigung teurer werden als die monatliche Zahlung.