Wer 2026 den Haushalt leichter machen will, hat zwei Wege: weniger Dinge besitzen oder mehr Aufgaben automatisieren. Putzen und Waschen kosten laut Zeitverwendungserhebung 2022 des Statistischen Bundesamts durchschnittlich 4 Stunden 36 Minuten pro Woche.

Minimalismus fragt nach dem Bestand, also danach, was Sie behalten, pflegen und verstauen. Smart Home verändert Abläufe, etwa die Steuerung von Licht, Heizung oder einem Saugroboter. Für keinen der beiden Ansätze gibt es verlässliche Messwerte, wie viele Minuten Putz- oder Aufräumzeit er einspart. Die Daten sprechen für eine pragmatische Mischform: bewusst auswählen und gezielt automatisieren.

Was 2026 tatsächlich genutzt wird

Smart Home ist in Deutschland kein Nischenthema mehr. Bitkom meldete im Dezember 2025, dass 48 Prozent der Befragten ab 16 Jahren mindestens eine Smart-Home-Anwendung im eigenen Zuhause nutzen. Der Wert stieg von 43 Prozent im Jahr 2022 über 44 Prozent 2023 und 46 Prozent 2024. Unter den Nutzenden verwendeten 59 Prozent sechs oder mehr Anwendungen. Die repräsentative telefonische Befragung fand in den Kalenderwochen 39 bis 43 des Jahres 2025 statt. Es handelt sich um Angaben von Personen zur Nutzung zu Hause, nicht um eine gesonderte Quote aller deutschen Haushalte.

Für den Haushaltsalltag sind vor allem diese Anwendungen relevant: 38 Prozent der Befragten nutzten smarte Lampen oder Leuchten. Je 35 Prozent nutzten smarte Heizkörperthermostate und smarte Steckdosen. 24 Prozent nutzten einen Staubsauger-Roboter und 22 Prozent intelligente Verbrauchszähler für Strom, Gas oder Wasser.

Diese Zahlen belegen, dass Smart-Home-Geräte genutzt werden. Sie belegen nicht, dass diese Geräte automatisch für mehr Ordnung sorgen oder eine bestimmte Menge an Putzzeit einsparen. Ein Saugroboter automatisiert die Bodenreinigung. Für die tatsächliche Zeitersparnis in Wohnungen unterschiedlicher Größe, mit verschiedenen Böden oder Haustieren liefern die Quellen aber keine Messwerte.

Minimalismus setzt am Bestand an

Minimalismus ist mehr als Ausmisten. Eine 2024 veröffentlichte qualitative Studie untersuchte 45 minimalistische Kleiderschränke in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie beschreibt Minimalismus als persönlichen Prozess. Dabei geht es auch um eine veränderte Beziehung zu den behaltenen Dingen, um Pflegepraktiken und alternative Konsumformen. Die Studie handelt ausdrücklich von Kleidung und Garderoben, nicht von der Reinigungszeit oder Ordnung in Wohnungen insgesamt.

Für den Vergleich lässt sich daraus ein klar begrenzter Ansatz ableiten: Minimalismus fragt, was bleibt, was gebraucht wird und was gepflegt und verstaut werden muss. Dass weniger Gegenstände das Putzen erleichtern können, ist eine plausible Überlegung. Dass Minimalismus Zeit spart, ist mit der vorliegenden Studie nicht belegt.

Smart Home automatisiert Abläufe

Smart Home steuert einzelne Aufgaben. Smarte Heizkörperthermostate regeln die Temperatur nach Zeitplan, smarte Lampen lassen sich per App oder Bewegungssensor schalten, ein Saugroboter übernimmt die Bodenreinigung. Der Nutzen hängt davon ab, ob ein Gerät eine häufig anfallende Aufgabe zuverlässig löst und ob der Aufwand für Einrichtung und Wartung sowie die Kosten dazu passen.

Die Abhängigkeit von Software und Diensten ist ein Problem. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Geräte nur noch eingeschränkt nutzbar sind, wenn Updates, Apps oder Cloud-Dienste wegfallen, selbst wenn die Hardware noch funktioniert. Beim Kauf sollten Sie deshalb prüfen, wie lange der Support läuft, ob Sie Daten löschen können und ob das Gerät ohne Internet funktioniert. Das UBA empfiehlt, dass Updates und externe Dienste mindestens zehn Jahre angeboten werden und Geräte möglichst auch ohne Vernetzung funktionieren.

Die Kosten beider Wege

Beide Ansätze haben ihren Preis. Minimalismus kostet vor allem Zeit für Auswahl und Pflege: Sie müssen entscheiden, was bleibt, und die behaltenen Dinge regelmäßig pflegen. Smart Home kostet Geld für Anschaffung und Wartung, und zusätzliche Geräte, Apps und Cloud-Dienste verursachen selbst Aufwand und Ressourcenverbrauch.

Beim Energieverbrauch entscheidet die Anwendung über die Bilanz. Das Umweltbundesamt stellt fest, dass smarte Steuerungen den Energieverbrauch in Gebäuden optimieren können, insbesondere bei der Heizung. Ob ein Smart Home insgesamt Energie spart, hängt aber von der konkreten Zusammenstellung der Geräte ab. Zusätzliche Geräte für Komfort, Unterhaltung oder Sicherheit können die Umweltbilanz verschlechtern.

Auch beim Gerätekauf lohnt sich Zurückhaltung. Eine 2025 veröffentlichte UBA-Studie zu Spülmaschinen, Trocknern, Staubsaugern sowie Kühl- und Gefriergeräten kam zu dem Ergebnis: Bei durchschnittlicher Nutzung ist es meist weder finanziell noch ökologisch sinnvoll, ein funktionierendes älteres Gerät allein gegen ein effizienteres neues auszutauschen. Herstellung und Nutzungsdauer spielen dabei eine wichtige Rolle.

Was sich kombinieren lässt

Die beiden Ansätze schließen sich nicht aus. Sie können unnötige Gegenstände aussortieren und gleichzeitig einen Saugroboter für die Bodenreinigung einsetzen. Die Entscheidung sollte sich danach richten, welche Aufgabe im Alltag tatsächlich häufig anfällt und wo Automatisierung wirklich hilft.

Ein Beispiel: Wenn Sie täglich staubsaugen müssen, weil Haustiere im Haushalt leben, kann ein Saugroboter eine Entlastung sein. Wenn Sie dagegen selten putzen und unter überfüllten Schränken leiden, bringt das Ausmisten mehr. Die Kombination aus beidem, weniger unnötige Dinge und gezielte Technik für lästige Routinen, ist die pragmatische Lösung.