Waschsoda ist ein natürliches Salz (Natriumkarbonat) und eng mit Natron verwandt. Reine Soda ist stark alkalisch. Mit Wasser bildet sie eine Lauge, die Fett zersetzt und hartnäckigen Schmutz löst. Im Haushalt eignet sie sich vor allem für grobe Arbeiten: angebrannte Backbleche, fettige Küchenoberflächen, Wäsche und den grünen Belag auf Terrassen. Die Lauge greift empfindliche Materialien an, und das Pulver staubt stark. Wer diese Eigenschaften kennt, bekommt mit Soda ein günstiges Reinigungsmittel, das handelsübliche Produkte ergänzt oder ersetzt.
In Deutschland verkaufen Marken wie Purux, Holste und Heitmann das Pulver als Reine Soda oder Waschsoda. Es gibt sie als Pulver, Kristallsoda oder flüssige Soda in der Flasche.
Waschsoda, Natron und Essig im Vergleich
Die drei Hausmittel sehen ähnlich aus und stehen alle im Putzschrank. Ihre Wirkung ist jedoch grundverschieden.
Soda ist eine starke Base. In Wasser entsteht eine Lauge, die Fett in Fettsäure und Glycerin spaltet. Dabei bildet sich Seife, die den Schmutz von der Oberfläche löst. Dieser Prozess macht Soda effektiv gegen angebrannte Speisereste und fettige Ablagerungen. Sie greift Verschmutzungen an, wo milde Reiniger aufgeben.
Natron, also Natriumbicarbonat, ist ebenfalls ein Salz, aber deutlich milder. Es wirkt als leichtes Scheuermittel und neutralisiert Gerüche, weil es Säuren bindet. Bei Hitze, Säure oder Feuchtigkeit sprudelt es Kohlensäure auf, weshalb es als Backtriebmittel dient. Zum Entfetten ist Natron kaum geeignet, dafür schont es empfindliche Oberflächen, an denen Soda Schäden hinterlassen würde.
Essig entsteht durch Gärung aus Alkohol, bei der Essigsäure gebildet wird. Er ist das Gegenteil von Soda: eine Säure, die Kalk löst, Gläser streifenfrei macht und Bakterien hemmt. Fett löst Essig dagegen nur schwach. Wer Soda und Essig mischt, neutralisiert beide: Es schäumt kurz auf, übrig bleibt im Wesentlichen Salzwasser ohne Reinigungskraft. Für die meisten Aufgaben nehmen Sie also entweder das eine oder das andere, je nachdem, ob Kalk oder Fett das Problem ist.
Soda gegen Fett, Gerüche und Grünbelag
Soda wirkt am besten gegen Fett, Eiweiß und eingebrannte Rückstände. Ein angebranntes Backblech weicht nach dem Einweichen in Sodalösung deutlich leichter ab. Auch Thermoskannen und Flaschen, die trotz Spülens muffig riechen, werden mit Sodalösung wieder sauber, weil die Lauge die Fettreste löst, in denen sich Gerüche festsetzen.
In der Waschmaschine verstärkt Soda die Wirkung des Waschmittels. Ein bis zwei Esslöffel ins Hauptwaschmittel geben, und fettige Flecken sowie vergilbte weiße Wäsche werden heller. Das funktioniert, weil die Lauge den pH-Wert des Waschwassers anhebt und hartes Wasser enthärtet.
Im Außenbereich entfernt Soda den grünen Belag auf Terrassenplatten und Gartenmöbeln. Dazu die Flächen mit der Lösung abbürsten und einwirken lassen. Der grüne Bewuchs löst sich mechanisch leichter, wenn die Lauge zuvor die Haftung geschwächt hat.
Wer handelsübliche Reiniger aufbessern will, gibt einen Teelöffel Soda in das Spül- oder Reinigungswasser. Die Lauge unterstützt das enthaltene Tensid beim Entfetten, sodass weniger Produkt ausreicht. Selbst hergestellte Reinigungsmittel mit Soda sind dabei deutlich günstiger als fertige Spezialprodukte, und die Dosierung bleibt in Ihrer Hand.
Diese Materialien vertragen keine Soda
Die Lauge ist aggressiv. Das ist eine wichtige Einschränkung. Glas trübt ein und wird matt, wenn Sodalösung längere Zeit einwirkt. Aluminium wird von der starken Base angegriffen und bekommt dunkle Flecken. Linoleum verfärbt sich ebenfalls bei der Reinigung mit Soda.
Marmor und Granit dürfen nicht mit Soda in Kontakt kommen. Die Lauge reagiert mit der Oberfläche und lässt das Naturgestein nachdunkeln. Einmal entstandene Flecken lassen sich kaum entfernen. Auch lackierte und gewachste Flächen, empfindliche Kunststoffe und versiegelte Holzböden vertragen keine Soda. Bei diesen Materialien nehmen Sie besser Natron oder einen milden Neutralreiniger.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Oberfläche Soda verträgt, testen Sie die Lösung an einer unauffälligen Stelle. Lassen Sie sie kurz einwirken, wischen Sie ab und prüfen Sie, ob sich die Stelle verfärbt oder matt wird, bevor Sie die ganze Fläche behandeln.
Sicherer Umgang mit dem Pulver
Das Soda-Pulver staubt beim Abmessen und Einstreuen stark. Der feine Staub reizt Schleimhäute, Haut, Augen und Atemwege. Sie sollten deshalb beim Anrühren von Lösungen und beim Einfüllen in die Waschmaschine nicht direkt über dem Behälter einatmen.
Tragen Sie beim Arbeiten mit höher konzentrierten Lösungen Haushaltshandschuhe. Die Lauge entfettet die Haut und kann bei empfindlichen Personen Rötungen und Austrocknung verursachen. Bei Augenkontakt spülen Sie die Augen sofort gründlich mit klarem Wasser aus und suchen bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt auf.
Lagern Sie das Pulver trocken und verschlossen. Nimmt Soda Feuchtigkeit auf, verklebt sie zu Kristallsoda, die sich schlechter dosieren lässt. Der Stallgeruch, den manche mit Soda verbinden, tritt bei trockener Lagerung nicht auf. Soda ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das schon die alten Ägypter aus Sodaseen gewannen. Es gilt als umweltverträglich, sofern Sie es nicht in großen Mengen ins Abwasser geben.
Rezepte für Küche und Wäsche
Die folgenden Mengen sind Richtwerte für den üblichen Hausgebrauch. Passen Sie die Dosierung je nach Verschmutzungsgrad an, und geben Sie bei empfindlichen Flächen weniger.
Für ein angebranntes Backblech füllen Sie das Blech mit heißem Wasser und rühren zwei bis drei Esslöffel Soda ein. Lassen Sie die Lösung über Nacht stehen. Am nächsten Morgen lösen sich die meisten Rückstände mit einem Schwamm, ohne dass Sie kratzen müssen. Bei sehr hartnäckigen Krusten wiederholen Sie den Vorgang oder erwärmen die Lösung vorsichtig auf dem Herd, solange das Blech dafür geeignet ist.
Gegen Fettablagerungen am Herd, an Dunstabzugshauben und in der Spüle mischen Sie einen Esslöffel Soda in einen Liter warmes Wasser. Wischen Sie die Flächen mit einem feuchten Tuch ab und ziehen Sie anschließend mit klarem Wasser nach. Die Sodalösung löst den Fettfilm, bevor er sich festsetzen kann. Bei eingetrockneten Flecken lassen Sie das Tuch kurz auf der Stelle liegen.
Für die Wäsche geben Sie einen Esslöffel Soda zusätzlich zum normalen Waschmittel in die Trommel. Das reicht aus, um weiße Wäsche aufzuhellen und fettige Flecken zu unterstützen. Bei sehr hartem Leitungswasser können Sie die Menge auf zwei Esslöffel erhöhen. Messen Sie Soda nicht direkt in der Dosierkammer ab, wenn diese auf der Maschinentür sitzt, da das Pulver verklumpen kann. Geben Sie es besser direkt in die Trommel.
Für Küchenoberflächen aus Edelstahl oder emaillierten Flächen eignet sich eine dünne Sodalösung mit einem Teelöffel pro Liter Wasser. Edelstahl verträgt die schwache Lauge, Sie sollten die Fläche danach aber gründlich mit klarem Wasser abwischen und trocknen, damit keine Schlieren zurückbleiben. Für den grünen Belag im Außenbereich erhöhen Sie die Konzentration auf drei bis vier Esslöffel pro Liter Wasser und bearbeiten die Fläche mit einer harten Bürste.