Ein Notvorrat versorgt den Haushalt, wenn Supermärkte, Stromnetz oder Wasserleitung ausfallen. Das ist etwa bei einem großflächigen Stromausfall, einer Überschwemmung oder einer schweren Krankheit der Fall, die Sie im Haus festhält.
Der Vorrat hilft nur, wenn er nicht auf Supermarkt, Stromnetz und Wasserleitung angewiesen ist. Dazu gehören drei Bausteine: genug Trinkwasser, haltbare Lebensmittel und die Dinge, die jeder im Haushalt persönlich braucht. Die typischen Fehler entstehen, wenn einer dieser drei Bausteine fehlt oder der Vorrat nie gepflegt wird.
Auf Supermarkt und Stromnetz verlassen
Ein häufiger Denkfehler ist, den Notvorrat nur als Ergänzung zum normalen Einkauf zu sehen. Für den Ernstfall braucht der Haushalt eine Versorgung, die ohne Supermarkt funktioniert. Wer nur ein paar Dosen mehr kauft als sonst, hat bei einem längeren Stromausfall trotzdem leere Vorratsregale und einen aufgetauten Gefrierschrank.
Planen Sie den Vorrat so, dass er den Haushalt versorgt, wenn Sie das Haus nicht verlassen können, Geschäfte geschlossen bleiben oder Lieferketten unterbrochen sind. Das ist zum Beispiel bei Hochwasser, starkem Schneefall oder einer ansteckenden Krankheit der Fall. Zählen Sie nicht auf den Gefrierschrank: Ohne Strom taut er nach kurzer Zeit auf, und gekochte Speisen verderben ohne Kühlung schnell.
Zu wenig Wasser einlagern
Wasser wird am häufigsten unterschätzt. Ein Mensch übersteht Tage ohne Essen, aber nur wenige Tage ohne Trinken. Der Notvorrat muss deshalb Trinkwasser für alle Haushaltsmitglieder enthalten, und zwar für den gesamten Zeitraum, den Sie überbrücken wollen.
Rechnen Sie den Bedarf nicht nur zum Trinken ein, sondern auch zum Kochen und für die einfachste Körperpflege. Wenn die Wasserleitung ausfällt, kommt kein Wasser aus dem Hahn. In den Geschäften ist Mineralwasser schnell vergriffen, wenn viele Haushalte gleichzeitig einkaufen. Lagern Sie das Wasser in dicht verschließbaren Behältern an einem kühlen, dunklen Ort und tauschen Sie es regelmäßig aus.
Kurz haltbare Lebensmittel einlagern
Ein weiterer Fehler ist, den Vorrat mit frischen und gekühlten Produkten zu füllen, die gerade im Angebot sind. Sie halten genau dann nicht, wenn Sie sie brauchen. Geeignet sind Lebensmittel mit langer Haltbarkeit, die ohne Kühlung auskommen: Konserven, Trockenprodukte wie Nudeln, Reis und Hülsenfrüchte, Haferflocken, Nüsse, haltbare Milch und Fertiggerichte, die Sie kalt oder mit wenig Aufwand essen können.
Achten Sie beim Einkauf auf die Lagerbedingungen. Ein kühler, trockener und dunkler Ort verlängert die Haltbarkeit, ein warmer Platz über dem Herd verkürzt sie. Wählen Sie am besten das, was Sie auch im Alltag essen. Dann fällt das regelmäßige Umschlagen leichter.
Mindesthaltbarkeitsdatum falsch deuten
Viele werfen Lebensmittel weg, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das Datum gibt aber nur an, bis wann das Produkt seine volle Qualität behält. Es sagt nicht, ab wann das Produkt ungenießbar wird. Bei vielen trockenen und konservierten Lebensmitteln ist der Inhalt Monate oder Jahre danach noch genießbar, wenn die Verpackung unbeschädigt ist.
Prüfen Sie Aussehen, Geruch und Geschmack, bevor Sie etwas entsorgen. Anders ist es mit dem Verbrauchsdatum, das auf frischem Fleisch und Fisch steht. Dieses Datum ist eine echte Sicherheitsgrenze, und diese Produkte gehören nicht in den Notvorrat.
Den Vorrat nicht umschlagen
Ein Notvorrat, der im Regal steht und nie angefasst wird, wird irgendwann unbrauchbar. Die Lösung ist der lebendige Vorrat. Sie kaufen haltbare Lebensmittel in größeren Mengen, verbrauchen sie im normalen Alltag und ersetzen sie beim nächsten Einkauf. So bleibt der Bestand immer frisch, und Sie kennen die Produkte, wenn Sie sie im Ernstfall zubereiten müssen.
Legen Sie eine einfache Regel fest: Neue Ware kommt nach hinten, ältere Ware nach vorne. Notieren Sie, was Sie eingelagert haben. Dann kaufen Sie nicht doppelt und wissen im Ernstfall, was vorhanden ist.
Persönliche Bedürfnisse vergessen
Der Vorrat deckt nur dann den Alltag ab, wenn er zu den Menschen im Haushalt passt. Ein Vorrat, der für einen gesunden Erwachsenen reicht, hilft einem Säugling, einem Menschen mit chronischer Krankheit oder einem Haustier nicht. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, ob sich ein Vorrat für mehrere Tage anlegen lässt.
Haushalte mit Babys brauchen Nahrung und Windeln, Haushalte mit Tieren brauchen Futter. Dazu kommen Dinge, die im Alltag selbstverständlich sind: Hygieneartikel, Zahnpasta, Seife, Toilettenpapier, Müllbeutel und bei Bedarf Batterien oder eine Taschenlampe. Denken Sie auch an Brille, Kontaktlinsen und alle Hilfsmittel, die jemand im Haushalt täglich nutzt.