Ein Notvorrat aus Wasser und Lebensmitteln hilft Ihnen, mehrere Tage ohne Einkauf und ohne funktionierende Versorgung auszukommen. Sie brauchen ihn, wenn Hochwasser, starker Schneefall, Sturm oder Krankheit das Verlassen des Hauses unmöglich machen. Auch bei Stromausfall oder gestörter Lieferkette ist er nützlich. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nennt dafür 10 Tage Selbstversorgung pro Person. Rechner und Checklisten machen aus diesem Wert eine Einkaufsliste für Ihren Haushalt.

BBK empfiehlt 10 Tage Selbstversorgung

Das BBK ist die zentrale Behörde des Bundes für den Zivilschutz. Seine Checkliste gilt in Deutschland als offizieller Anhaltspunkt für den privaten Notvorrat. Sie rechnet pro Person mit 10 Tagen Selbstversorgung. Dafür sind etwa 20 Liter Trinkwasser und rund 14 Kilogramm Lebensmittel eingeplant. Die Lebensmittel liefern ausreichend Kilokalorien pro Person und Tag und sind auf sieben Kategorien verteilt. Die Checkliste gibt es als kostenloses PDF auf der Website des BBK. Sie listet Kategorien und Mengen so auf, dass Sie sie direkt als Einkaufsliste verwenden können.

Wasser zuerst einplanen

Wasser können Sie im Notfall nicht ersetzen. Die 20 Liter pro Person sind 2 Liter pro Tag über 10 Tage. Für einen Vier-Personen-Haushalt multiplizieren Sie die Werte einfach mit der Personenzahl. Lagern Sie das Wasser in sauberen, verschließbaren Behältern. Am besten eignen sich handliche Größen, die Sie notfalls tragen können. Prüfen Sie das Mindesthaltbarkeitsdatum von abgefülltem Wasser und tauschen Sie ältere Vorräte regelmäßig gegen frische aus. Wenn Sie Leitungswasser abfüllen, beschriften Sie die Behälter mit dem Abfülldatum.

Lebensmittel in sieben Kategorien

Die rund 14 Kilogramm Lebensmittel pro Person decken den täglichen Energiebedarf. Das BBK teilt die Lebensmittel in sieben Kategorien ein. Welche Produkte in welche Kategorie gehören, steht in der offiziellen PDF. Wählen Sie daraus, was Ihr Haushalt tatsächlich isst. Ein Vorrat mit Produkten, die niemand mag, wird nicht erneuert und verfällt. Setzen Sie auf haltbare Grundnahrungsmittel, die Sie auch im normalen Alltag verbrauchen. So rotieren Sie den Vorrat regelmäßig durch.

Interaktiver Notvorrat-Rechner

Ein interaktiver Notvorrat-Rechner rechnet die Mengen auf Ihre Haushaltsgröße um. Er berechnet die Mengen für jede beliebige Personenzahl, sodass Sie nicht selbst mit Brüchen rechnen müssen. Sie geben ein, wie viele Personen im Haushalt leben, und bekommen die passenden Liter Wasser und Kilogramm Lebensmittel. Der Rechner ergänzt die Checkliste, die als kompakte Übersicht für eine Person gedacht ist. Beide Werkzeuge finden Sie auf der Website des BBK.

Checklisten als Einkaufsliste nutzen

Nehmen Sie die offizielle Checkliste beim Einkaufen mit. Haken Sie Produkte ab, die Sie bereits im Regal haben, und kaufen Sie nur die fehlenden Mengen. So kaufen Sie nichts doppelt und vergessen keine Kategorie. Aktualisieren Sie die Liste, wenn sich die Personenzahl im Haushalt ändert, etwa durch ein neues Familienmitglied oder wenn Kinder ausziehen. Die Mengenangaben gelten immer für eine Person; den Gesamtbedarf für Ihren Haushalt berechnet der Rechner.

Persönliche Bedürfnisse ergänzen

Die Zahlen des BBK sind ein Grundgerüst, keine starre Vorgabe. Ein Vorrat soll zu Ihrem Leben passen. Wenn im Haushalt jemand regelmäßig Medikamente braucht, gehört eine Reserve davon in den Vorrat, soweit Rezept und Haltbarkeit das erlauben. Bei Säuglingen kommen besondere Nahrung und Windeln dazu, bei Haustieren Futter und Wasser. Wer sich vegetarisch ernährt oder eine Unverträglichkeit hat, passt die Lebensmittelkategorien entsprechend an. Denken Sie außerdem an Hygieneartikel und wichtige Dokumente, auch wenn sie nicht in der Grundcheckliste stehen. Der Vorrat soll Ihnen in einer Ausnahmesituation den Alltag erleichtern.

Den Vorrat pflegen

Ein Notvorrat ist kein einmaliges Projekt. Lagern Sie die Lebensmittel kühl, trocken und dunkel, damit sie lange halten. Prüfen Sie regelmäßig die Mindesthaltbarkeitsdaten und ersetzen Sie, was bald abläuft. Am einfachsten funktioniert das mit dem Prinzip: neu kaufen, hinten einräumen, älteres nach vorne stellen und zuerst verbrauchen. So bleibt der Vorrat frisch, und Sie müssen nichts wegwerfen. Nehmen Sie sich einmal im Jahr Zeit für eine Bestandsaufnahme, etwa zum Jahreswechsel. Dann sehen Sie auf einen Blick, welche Kategorien Sie auffüllen müssen.