Bei sommerlicher Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit schimmeln Brot und Brötchen deutlich schneller als im Winter: Wärme und Feuchtigkeit sind ideale Bedingungen für Schimmelpilze.

Die Regel für heiße Tage lautet: kleinere Mengen kaufen, das Brot trocken und lichtgeschützt bei gleichmäßiger Zimmertemperatur lagern und einen gut belüfteten Brotkasten statt Plastik verwenden. Der Kühlschrank ist nur in Ausnahmefällen die richtige Wahl.

Der richtige Lagerort im Sommer

Ein kühler, trockener und gut belüfteter Platz in der Küche ist die beste Wahl. Vermeiden Sie Orte, an denen die Temperatur stark schwankt, etwa direkt neben dem Herd, über der Spülmaschine oder in der prallen Sonne auf der Arbeitsfläche. Auch die Nähe zum Fenster ist bei Sonneneinstrahlung ungünstig, weil sich das Brot dort schnell aufheizt und Feuchtigkeit entsteht.

Eine Speisekammer oder ein Küchenschrank, der nicht direkt über dem Backofen liegt, eignet sich gut. Wichtig ist, dass die Luft zirkulieren kann und keine Feuchtigkeit am Brot oder im Behälter stehen bleibt. Legen Sie das Brot mit der Schnittfläche nach unten auf ein sauberes Brett oder in den Brotkasten. So trocknet die offene Stelle weniger schnell aus und das Innere bleibt länger saftig.

Brotkasten oder Bäckertüte?

Ein dicht schließender Brotkasten aus Steingut, Keramik oder Holz eignet sich im Sommer am besten. Diese Materialien regulieren die Feuchtigkeit auf natürliche Weise: Sie nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf und geben sie bei Bedarf wieder ab. Das Brot bleibt dadurch länger frisch, ohne zu schimmeln. Achten Sie darauf, dass der Kasten gut schließt, aber nicht komplett luftdicht ist, sonst staut sich Feuchtigkeit.

Für Brote mit knuspriger Kruste ist die Papiertüte aus der Bäckerei eine gute Alternative. Sie lässt überschüssige Feuchtigkeit entweichen und erhält die Kruste. Plastikfolie und Plastikbeutel sind dagegen für frisches Brot ungeeignet, weil sie die Feuchtigkeit einschließen und das Brot dadurch schneller schimmelt. Eine Ausnahme bildet abgepacktes Schnittbrot aus dem Supermarkt: Es bleibt in der Originalplastikverpackung am längsten haltbar, weil diese Verpackung speziell für die Lagerung gemacht ist.

Wann Brot in den Kühlschrank darf

Grundsätzlich gehört Brot nicht in den Kühlschrank. Die Kälte entzieht dem Brot Feuchtigkeit, macht es schneller altbacken und kostet Geschmack. Bei schwülheißem Wetter gibt es jedoch eine kurzfristige Ausnahme: Helle Brotsorten und Toastbrot können bei extremen Temperaturen für ein bis zwei Tage in den Kühlschrank, damit sie nicht schimmeln. Nehmen Sie das Brot rechtzeitig heraus und lassen Sie es vor dem Verzehr kurz auf Zimmertemperatur kommen. Roggen- und Vollkornbrote sollten Sie auch im Sommer nicht kühlen, sie vertragen die Wärme besser und schimmeln langsamer.

Diese Brotsorten halten länger

Nicht jedes Brot hält gleich lange. Je höher der Roggenanteil, desto länger bleibt das Brot frisch. Vollkorn- und Roggenbrote können sich bei richtiger Lagerung bis zu neun Tage halten, während Weizenbrot nur etwa drei Tage frisch bleibt. Auch Sauerteigbrote sind haltbarer als Hefebrote, weil die enthaltene Säure Schimmelpilze langsamer wachsen lässt.

Wer im Sommer wenig Brot isst, sollte daher eher zu Roggen- oder Vollkornvarianten greifen. Helles Weizenbrot und Toastbrot kaufen Sie am besten in kleinen Mengen und verbrauchen sie zügig. Wenn Sie merken, dass Sie ein Brot nicht rechtzeitig aufessen, können Sie es in Scheiben schneiden und einfrieren. Eingefrorenes Brot hält sich mehrere Monate und taut bei Bedarf im Toaster oder bei Zimmertemperatur schnell auf.

Brotkasten reinigen

Ein Brotkasten, den Sie nie reinigen, wird selbst zur Schimmelquelle. Krümel und Feuchtigkeitsreste bieten Pilzen einen idealen Nährboden. Reinigen Sie den Kasten daher alle ein bis zwei Wochen gründlich mit Essigwasser. Essig hemmt Keime und entfernt auch hartnäckige Rückstände. Wischen Sie den Kasten anschließend mit einem trockenen Tuch aus und lassen Sie ihn vollständig trocknen, bevor Sie neues Brot hineinlegen. Dasselbe gilt für Holzbretter und Aufbewahrungsbehälter.

Kontrollieren Sie das Brot im Sommer täglich auf erste Schimmelflecken. Zeigen sich auch nur kleine grüne oder weiße Stellen, gehört das gesamte Brot in den Müll. Die sichtbaren Flecken sind nur ein Teil des Pilzgeflechts, das sich unsichtbar im ganzen Brot ausgebreitet hat. Ausschneiden hilft nicht, die Sporen können gesundheitsschädlich sein.