Küchenfliesen setzen Fett an, Badfliesen Seifenreste und Kalk. Die Beläge sehen ähnlich aus, brauchen aber unterschiedliche Reiniger: Tenside und warmes Wasser lösen Fett, Säure löst Kalk, eine Kombination aus beidem löst Seifenreste. Wer den Belag richtig erkennt, reinigt gezielt und schont Fliesen und Fugen.
Fett, Seife und Kalk erkennen
Fett sitzt dort, wo gekocht wird: rund um den Herd, den Dunstabzug und die Arbeitsplatte. Frisches Bratfett bildet einen klebrigen, leicht gelblichen Film auf den Fliesen. Wird er älter, zieht er Staub an und wird zu einer grauen, schmierigen Schicht. Sie lässt sich mit dem Finger abreiben, aber nicht mit klarem Wasser abwaschen.
Seifenreste entstehen, wo Wasser mit Seife, Duschgel oder Shampoo zusammentrifft, also an Duschkabinen, Badewannen und Waschbecken. Sie bilden eine wachsartige, gräuliche oder weiße Schicht. Die Reaktion zwischen Seife und dem Kalk im Leitungswasser erzeugt Kalkseife. Sie legt sich als dünner Film auf die Fliesen und fühlt sich leicht rau an.
Kalk ist ein mineralischer Belag aus hartem Wasser. Er zeigt sich als trockene, raue Kruste oder als weiße Flecken dort, wo Wasser immer wieder antrocknet, etwa auf Fliesen direkt an der Badewanne oder unter dem Seifenspender. Ein einfacher Test hilft, die Beläge zu unterscheiden: Fett fühlt sich glatt und klebrig an, Seifenreste fühlen sich wachsartig an, Kalk rau und körnig.
Verschiedene Beläge, verschiedene Reiniger
In der Küche ist Fett das Hauptproblem, im Bad sind es Kalk und Seifenreste. Deshalb funktioniert derselbe Reiniger an beiden Orten selten gut. Fett ist öllöslich: Tenside, also Stoffe, die Wasser und Fett verbinden, lösen es zusammen mit warmem Wasser. Kalk hingegen ist mineralisch und wird von Tensiden kaum angegriffen, er braucht eine Säure wie Essig oder Zitronensäure. Seifenreste liegen dazwischen: Der fettige Anteil weicht mit Tensiden, die eingelagerte Kalkkomponente erst mit Säure. Ein reiner Entkalker entfernt Fett schlecht, ein reines Spülmittel entfernt Kalk schlecht.
Der Untergrund ist empfindlich. Säure greift nicht nur Kalk an, sondern auch Zementfugen und Naturstein wie Marmor oder Kalkstein. In der Küche, wo es meist nur um Fett geht, reicht deshalb ein mildes Reinigungsmittel. Im Bad muss die Wahl des Mittels zum Material passen.
Küchenfliesen von Fett befreien
Für den Alltag reichen warmes Wasser und etwas Spülmittel, aufgetragen mit einem weichen Schwamm oder Mikrofasertuch. Spülmittel enthält Tenside und löst damit angetrocknete Fettreste schneller als ein Allzweckreiniger ohne Spülkraft. Wenn der Fettfilm fest sitzt, lassen Sie die Seifenlauge einige Minuten einwirken und wischen dann mit klarem Wasser nach. Wer für starke Verschmutzungen einen Fettlöser aus dem Handel nutzt, hält sich an die Dosierung auf der Flasche.
Bei glänzenden Fliesen verzichten Sie auf Scheuermittel und raue Schwämme. Sie erzeugen feine Kratzer, in denen sich später wieder Fett festsetzt. Auch Essig gehört in der Küche nicht ins Putzwasser: Säure löst Fett kaum, und der Essiggeruch hält sich unnötig lange an den Fliesen. Wischen Sie die Fliesen nach dem Kochen kurz trocken, dann entsteht erst gar kein fester Fettfilm.
Badfliesen von Kalk und Seife befreien
Beginnen Sie mit warmem Wasser und einem Reiniger mit Tensiden. Er löst den fettigen Teil der Seifenreste, und ein Teil des grauen Films verschwindet bereits. Anschließend behandeln Sie die verbliebenen Kalkflecken mit einem sauren Mittel. Zitronensäure oder Essigessenz, mit Wasser verdünnt, löst auch hartnäckige Krusten. Tragen Sie die Lösung auf, lassen Sie sie kurz wirken und spülen Sie gründlich mit klarem Wasser nach. Längere Einwirkzeit bringt keinen Vorteil. Sie lässt die Säure nur den Zement der Fugen angreifen.
Mischen Sie säurehaltige Reiniger nie mit chlorhaltigen Mitteln. Dabei entstehen gesundheitsschädliche Dämpfe. Wenn die Fliesen aus Marmor oder Kalkstein bestehen, verwenden Sie keine Säure. Sie zerstört die Oberfläche. Testen Sie einen neuen Reiniger generell zuerst an einer unauffälligen Stelle. Ein Abzieher nach dem Duschen hält die Fliesen trocken, dann setzen sich Kalk und Seifenreste gar nicht erst fest.
Fugen und empfindliche Fliesen schonen
Schmutz setzt sich zuerst in den Fugen fest, weil sie porös sind. Lassen Sie eine Paste aus Natron und Wasser kurz einwirken und bearbeiten Sie sie mit einer Fugenbürste. Das entfernt dunkle Beläge, ohne den Zement anzugreifen. Anschließend gründlich abspülen. Wenn Fugen bröseln oder Risse haben, hilft Putzen nicht mehr. Die schadhaften Fugen gehören herausgestemmt und neu verfugt.
Unglasierte Fliesen und Naturstein sind poröser als glasierte Keramik. Sie saugen Reiniger und Wasser auf, bevor Sie sie abwischen können. Reinigen Sie diese Oberflächen deshalb mit wenig Flüssigkeit und wischen Sie direkt danach trocken nach. Bei empfindlichen Materialien lohnt ein Blick auf die Pflegehinweise des Herstellers, bevor Sie ein neues Mittel einsetzen.