Die Temperatur im Kühlschrank bestimmt, wie lange Milch, Fleisch und Gemüse frisch bleiben und wie viel Strom das Gerät verbraucht. In der Mitte des Kühlschranks sollten etwa 7 Grad Celsius herrschen. In den kältesten Bereichen nahe der Rückwand sind es ungefähr 4 Grad.

Die Anzeige am Gerät zeigt nur den eingestellten Wert, nicht die tatsächliche Temperatur. Die tatsächliche Temperatur hängt davon ab, wo Sie messen, wie voll das Gerät ist und wie oft die Tür aufgeht. Deshalb gehört ein Thermometer zur Grundausstattung. Weil es oben, unten und in der Tür unterschiedlich kalt ist, sollten Sie die Kältezonen gezielt nutzen. Wer Einstellung, Messung und Ablage der Lebensmittel aufeinander abstimmt, wirft weniger weg und spart Energie.

Die richtige Kühlschranktemperatur

Das EU-Energielabel stuft neue Kühlgeräte nach ihrem Stromverbrauch ein. Es rechnet mit einer Normaltemperatur von 4 Grad Celsius. Im Alltag sind 4 Grad in der Mitte des Kühlschranks für viele Haushalte jedoch unnötig kalt: Butter lässt sich schwer streichen, manche Obst- und Gemüsesorten wie Gurken und Zitrusfrüchte leiden, und der Stromverbrauch steigt, ohne dass die Lebensmittel länger halten. Deshalb gilt etwa 7 Grad in der Mitte als passender Richtwert. Bei dieser Einstellung erreichen die kältesten Zonen direkt über dem Gemüsefach und an der Rückwand rund 4 Grad.

Die Werte sind keine starren Vorgaben. Entscheidend ist die Temperatur, die Sie im Innenraum messen. Sie hängt auch von der Umgebung ab. Steht das Gerät im Sommer in einer warmen Küche, muss es bei gleicher Stufe mehr arbeiten, um die 7 Grad zu halten. Ob die Einstellung passt, zeigt die Messung mit dem Thermometer und nicht die Beschriftung am Regler.

Temperatur am Kühlschrank einstellen

Kühlschränke lassen sich auf zwei Arten einstellen: über einen Drehregler mit Zahlen von 1 bis 5 oder 1 bis 7 oder über ein Bedienfeld mit Digitalanzeige. Bei den meisten Drehreglern gilt: Je höher die Zahl, desto kälter. Es gibt aber Geräte, die andersherum beschriftet sind. Ein Blick in die Bedienungsanleitung klärt das schneller, als Sie durch Ausprobieren Lebensmittel riskieren.

Als Ausgangspunkt eignet sich bei einem Drehregler die mittlere Stufe. Das ist etwa die 3 bei einer Skala von 1 bis 5 oder die 4 bei einer Skala von 1 bis 7. Danach messen Sie die tatsächliche Temperatur und korrigieren die Stufe um eine Zahl nach oben oder unten. Bei einem Gerät mit Digitalanzeige wählen Sie als Startpunkt rund 7 Grad. Welcher Anzeigewert die Mitte später tatsächlich auf 7 Grad bringt, hängt vom Modell ab. Messen Sie deshalb nach und korrigieren Sie den Zielwert in kleinen Schritten. Angezeigter Wert und tatsächliche Temperatur müssen nicht übereinstimmen, weil der Temperaturfühler nicht in der Mitte des Innenraums sitzt.

Die Schnellkühlfunktion heißt je nach Hersteller Superkühlen oder Schnellkühlen. Sie senkt die Temperatur für einige Stunden deutlich ab. Sie ist für den Moment gedacht, wenn Sie nach dem Einkaufen viele frische Lebensmittel einräumen. Danach schalten Sie sie aus. Läuft sie dauerhaft, kühlt das Gerät unnötig stark und verbraucht mehr Strom.

Nach jeder Änderung braucht der Kühlschrank mehrere Stunden, bis sich die Temperatur im ganzen Innenraum angepasst hat. Regeln Sie daher nicht mehrmals täglich nach. Messen Sie einmal, korrigieren Sie und prüfen Sie am nächsten Tag erneut.

Kühlschranktemperatur mit Thermometer messen

Am zuverlässigsten prüfen Sie die Kühlschranktemperatur mit einem separaten Thermometer. Geeignet sind spezielle Kühlschrankthermometer aus dem Haushaltswarenbereich, aber auch ein digitales Küchenthermometer mit Fühler erfüllt den Zweck. Entscheidend ist die Platzierung: Das Thermometer gehört in die Mitte des Kühlschranks, auf eine der mittleren Ablagen. An der Rückwand ist es kälter, in der Tür wärmer. Eine Messung dort sagt nichts über die Temperatur an den mittleren Ablagen aus.

Sie messen noch zuverlässiger, wenn Sie das Thermometer in ein Glas Wasser stellen. Das Wasser gleicht kurzfristige Temperaturschwankungen aus, die beim Öffnen der Tür und beim Takten des Kompressors entstehen. Lassen Sie das Glas über mehrere Stunden bei geschlossener Tür stehen. Danach zeigt das Thermometer, wie kalt es im Kühlschrank wirklich ist.

Liegt die Mitte bei etwa 7 Grad, ist alles in Ordnung. Zeigt das Thermometer deutlich mehr an, drehen Sie den Regler eine Stufe kälter beziehungsweise senken den Zielwert am Display. Zeigt es dauerhaft 4 Grad oder weniger an, stellen Sie wärmer. In dieser Kälte leiden empfindliche Lebensmittel unnötig. Wiederholen Sie die Messung am nächsten Tag, denn die Änderung der Einstellung wirkt zeitverzögert.

Die Temperatur im Kühlschrank schwankt beim normalen Betrieb leicht, weil der Kompressor sich immer wieder ein- und ausschaltet. Eine einzelne Messung direkt nach dem Einkauf oder direkt nach dem Öffnen der Tür ist daher wenig aussagekräftig. Messen Sie am besten zu einem ruhigen Zeitpunkt, etwa morgens, wenn der Kühlschrank längere Zeit geschlossen war.

Kältezonen richtig nutzen

Die Temperatur im Kühlschrank ist nicht überall gleich. Kalte Luft sinkt nach unten, und die Rückwand kühlt stärker als die Tür. Wer die Zonen kennt, platziert jedes Lebensmittel dort, wo es ungefähr die Temperatur bekommt, die es braucht.

Am kältesten ist es auf der untersten Ablage über dem Gemüsefach und direkt an der Rückwand. Hier lagern Sie leicht verderbliche Lebensmittel: rohes Fleisch, Fisch, Hackfleisch und Wurst. Auf den mittleren Ablagen liegen Milchprodukte, Joghurt, Käse, übrig gebliebene Speisen und geöffnete Gläser. Das oberste Fach ist etwas wärmer und eignet sich für Brot oder zubereitete Salate.

Die wärmste Zone befindet sich in der Tür. Dort gehören Getränke, Butter, Eier und Soßen, die keine eisige Kälte vertragen oder häufig entnommen werden. Das Gemüsefach mit seinen leicht höheren Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit ist für Obst und Gemüse gedacht. Tomaten und Gurken fühlen sich dort wohler als auf einer kalten Ablage.

Lassen Sie etwas Abstand zwischen den Lebensmitteln und zur Rückwand, damit die Kälte zirkulieren kann. Packen Sie den Kühlschrank nicht bis zum Anschlag voll. Füllen Sie außerdem keine warmen Speisen ein, denn sie heben die Temperatur im Innenraum an und geben dem Kompressor unnötige Arbeit.

Zu kalt kostet Strom

Je kälter der Kühlschrank eingestellt ist, desto öfter und länger läuft der Kompressor, und desto mehr Strom verbraucht das Gerät. Jede unnötig kalte Stufe belastet also nicht nur die Lebensmittel, sondern auch die Stromrechnung. Wer den Regler nur verändert, wenn die Messung es verlangt, spart Energie, ohne dass etwas schlechter kühlt.

Auch der Standort und der Zustand des Geräts beeinflussen den Verbrauch. Ein Kühlschrank neben Herd oder Heizung muss härter arbeiten. Eine defekte Türdichtung lässt Kälte entweichen, und der Innenraum bleibt wärmer, als die Einstellung vermuten lässt. Ein einfacher Check: Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Tür und Dichtung und schließen Sie die Tür. Lässt sich das Papier ohne Widerstand herausziehen, dichtet die Tür nicht mehr richtig ab und sollte geprüft werden.

Ein zu warmer Kühlschrank ist keine gute Sparmaßnahme. Liegt die gemessene Temperatur in der Mitte dauerhaft deutlich über 7 Grad, vermehren sich Keime auf Fleisch, Fisch und offenen Milchprodukten schneller, und Haltbarkeit und Frische leiden. Die richtige Einstellung ist also ein Kompromiss: kalt genug, damit Lebensmittel sicher bleiben, aber nicht kälter als nötig.