Wollpullover verfilzen, wenn Wärme, Feuchtigkeit und Reibung zusammenkommen. Dann verhaken sich die feinen Schuppen der Wollfasern, der Stoff schrumpft und wird hart. Waschen Sie den Pullover deshalb mit kaltem Wasser und Wollwaschmittel. Bewegen Sie ihn sanft und trocknen Sie ihn flach liegend. So wird er sauber, ohne zu verfilzen oder auszuleiern.
Warum Wolle verfilzt
Wollfasern haben an der Oberfläche feine Schuppen, ähnlich wie Haare. Liegen die Fasern glatt, bleibt der Pullover weich. Kommen Wärme, Wasser und Bewegung dazu, öffnen sich die Schuppen und verhaken sich. Je stärker die Reibung, desto fester greifen sie ineinander. Deshalb verfilzt ein Wollpullover in der normalen Waschmaschine bei höherer Temperatur und hoher Schleuderzahl schneller als in kaltem Wasser mit sanftem Programm.
Auch ein Temperaturwechsel verstärkt das Verfilzen. Wenn Sie den Pullover erst warm und dann kalt waschen, weiten und verengen sich die Fasern, und die Schuppen verhaken sich stärker. Halten Sie die Temperatur daher konstant niedrig.
Das Pflegeetikett zuerst lesen
Prüfen Sie zuerst das Pflegeetikett im Pullover. Die Symbole zeigen an, ob Handwäsche oder ein Wollprogramm erlaubt ist und welche Temperatur maximal gilt. Einige Wollarten werden unterschiedlich behandelt: Superwash-Wolle ist so ausgerüstet, dass sie die Maschine verträgt. Merino und Lambswool reagieren empfindlicher. Wenn das Etikett Handwäsche vorschreibt, halten Sie sich daran.
Wollpullover per Hand waschen
Füllen Sie ein Waschbecken oder eine Schüssel mit kaltem oder lauwarmem Wasser. Lösen Sie ein Wollwaschmittel darin auf, bevor Sie den Pullover hineinlegen. Drücken Sie den Pullover vorsichtig unter Wasser und bewegen Sie ihn sanft hin und her. Reiben und kneten Sie nicht, denn diese Bewegungen erzeugen genau die Reibung, die zum Verfilzen führt.
Lassen Sie den Pullover etwa zehn Minuten einweichen. Spülen Sie ihn danach mit klarem Wasser derselben Temperatur. Heben Sie den Pullover zum Herausnehmen mit beiden Händen an, damit er sich nicht durch sein eigenes Gewicht verzieht. Drücken Sie das Wasser vorsichtig aus, ohne zu wringen. Wickeln Sie den Pullover in ein trockenes Handtuch und rollen Sie es ein, damit das Handtuch überschüssiges Wasser aufnimmt.
Wollpullover in der Maschine waschen
Viele Wollpullover vertragen die Maschine, wenn Sie das Wollprogramm oder den Feinwaschgang nutzen. Diese Programme arbeiten mit niedriger Temperatur, meist kalt oder lauwarm, und wenig Bewegung. Drehen Sie die Schleuderzahl auf das Minimum oder waschen Sie ganz ohne Schleudern. Legen Sie den Pullover in einen Wäschebeutel, damit er nicht an anderen Kleidungsstücken reibt.
Waschen Sie Wollpullover nie zusammen mit Jeans, Jacken oder Handtüchern. Die harten Stoffe reiben an der Wolle und lösen das Verfilzen aus. Wenn Sie mehrere Wollteile waschen, geben Sie sie einzeln in Wäschebeutel.
Das richtige Waschmittel
Normale Vollwaschmittel enthalten Enzyme und Bleichmittel. Diese greifen die Wolle an und machen die Fasern rau. Verwenden Sie ein spezielles Wollwaschmittel oder ein mildes Feinwaschmittel ohne Enzyme. Diese Waschmittel reinigen sanft und enthalten oft rückfettende Substanzen, die die Wolle geschmeidig halten. Weichspüler brauchen Sie nicht, er beschichtet die Fasern nur unnötig.
Wolle hat beim Waschen einen Vorteil gegenüber synthetischen Fasern: Aus Wolle lösen sich keine Mikroplastikpartikel. Polyester, Fleece und ähnliche Stoffe geben bei jedem Waschgang feine Plastikfasern ab. Diese gelangen über das Abwasser in die Umwelt. Wolle ist eine Naturfaser und trägt zu diesem Problem nicht bei.
Trocknen und in Form bringen
Der größte Fehler beim Trocknen ist der Wäschetrockner. Hitze und Bewegung verfilzen Wolle schneller als jeder Waschgang. Legen Sie den Pullover stattdessen flach auf ein Handtuch oder ein Wäschetrocknergestell. Formen Sie ihn mit den Händen in seine ursprüngliche Größe. Ziehen Sie ihn nicht in die Länge, sondern drücken Sie ihn vorsichtig in Form.
Hängen Sie Wollpullover nicht zum Trocknen auf. Das Gewicht des nassen Stoffs zieht Schultern und Bund in die Länge. Drehen Sie den Pullover während des Trocknens einmal um, damit er gleichmäßig trocknet. Meiden Sie direkte Sonne und Heizungsluft, denn beides macht die Wolle spröde.
Wie oft Waschen nötig ist
Wolle muss nicht nach jedem Tragen gewaschen werden. Die Fasern nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab. Das natürliche Lanolin in der Wolle schützt sie vor Schmutz und Geruch. Hängen Sie den Pullover nach dem Tragen zum Auslüften auf. Flecken behandeln Sie direkt mit einem feuchten Tuch und etwas Wollwaschmittel, statt den ganzen Pullover zu waschen.
Zu häufiges Waschen entfernt das Lanolin. Dadurch wird die Wolle anfälliger für Verfilzung und Abnutzung. Wer den Pullover nur lüftet und Flecken punktuell behandelt, verlängert die Lebensdauer deutlich.