Wer in der Wohnung ständig Dinge sucht und doppelt kauft, braucht ein Ordnungssystem. Das ist ein fester Ablauf: Sie legen fest, wo Sie Dinge aufbewahren, was Sie aussortieren und wohin jedes Teil nach dem Gebrauch zurückkommt. Viele Menschen empfinden das als befreiend: Sie finden Ihre Sachen wieder und kaufen nichts doppelt.
Ob Sie ein komplettes System brauchen oder eine einfache Regel genügt, hängt von Ihrer Wohnsituation und Ihrem Zeitbudget ab. Die bekannteste Methode mit festem Ablauf ist die KonMari-Methode der japanischen Autorin Marie Kondo. Sie hilft beim gründlichen Ausmisten. Wer nur schnell eine Fläche frei bekommen muss, weil Besuch kommt, fährt mit einem festen Platz pro Gegenstand besser.
So funktioniert die KonMari-Methode
Marie Kondo hat eine Methode entwickelt, die den Haushalt nach Kategorien ordnet. Die meisten Menschen gehen Raum für Raum vor. KonMari arbeitet mit Sachgruppen. Die erste Kategorie ist Kleidung: Sie sammeln alle Kleidungsstücke an einem Ort und prüfen jedes Stück mit zwei Fragen. Gefällt mir das Stück wirklich? Brauche ich es im Moment? Wenn Sie eine Frage mit Nein beantworten oder das Stück nicht passt, geben Sie es weg.
Der zweite Schritt macht aus dem Ausmisten ein System: Jedes Teil, das bleibt, bekommt einen festen Platz. Dorthin muss es nach jedem Tragen zurück. Ohne diesen Schritt ist die Ordnung schnell wieder verschwunden. Für aussortierte Kleidung, die noch tragbar ist, ist ein Sozialkaufhaus eine passende Abgabestelle. Das ist ein Second-Hand-Laden, den eine soziale Einrichtung betreibt. So landet nichts im Müll, und jemand anderes kann die Stücke weiterverwenden.
Für wen KonMari passt
KonMari eignet sich, wenn in Ihrer Wohnung immer wieder Unordnung entsteht, weil Dinge keinen festen Platz haben. Nehmen Sie sich Zeit und treffen Sie eine Entscheidung für jeden Gegenstand. Das ist anstrengend, spart aber späteres Suchen. Wer nur eine halbe Stunde Zeit hat, wird mit der Methode nicht fertig, weil sie eine komplette Kategorie auf einmal verlangt.
In einer kleinen Wohnung oder WG kann es schwierig sein, alle Kleidungsstücke auf einmal auszubreiten. Sammeln Sie die Sachen dort, wo Sie Platz haben, etwa auf dem Bett oder einem Tisch. Wichtig ist, dass Sie im selben Haushalt nur Ihre eigenen Dinge sortieren. Die Sachen Ihrer Mitbewohner oder Ihres Partners lassen Sie liegen, für gemeinsame Bereiche treffen Sie eine Absprache.
Der schnelle Weg für einzelne Räume
Wenn Sie nur die Küchenzeile oder das Wohnzimmer vor Besuch in Ordnung bringen wollen, ist KonMari zu aufwendig. Nehmen Sie dann alles von der Fläche, wischen Sie sie ab und stellen Sie nur das zurück, was Sie dort täglich nutzen. Alles andere kommt in eine Kiste, die Sie später aussortieren. Auf diese Kiste kommt es an: Wer sie nur im Schrank verschwinden lässt, hat nichts gewonnen. Räumen Sie sie innerhalb weniger Tage aus und geben Sie jedem Teil einen Platz oder entsorgen Sie es.
Dieser schnelle Weg bringt sofort Ordnung, aber kein System. Er hilft für einzelne Tage, hält aber nicht dauerhaft. Wer die ganze Wohnung von Rückfällen befreien will, kommt an festen Plätzen nicht vorbei.
So entscheiden Sie zwischen KonMari und Kisten-Lösung
Eine kurze Entscheidungshilfe für Ihre Situation:
- Wenn Sie viel Kleidung haben und gründlich neu anfangen wollen, nehmen Sie sich ein Wochenende und arbeiten die Kategorien ab.
- Wenn Sie in einer WG oder Familie leben, sortieren Sie nur Ihre eigenen Sachen nach Kategorien und legen für gemeinsame Bereiche feste Plätze fest.
- Wenn Sie wenig besitzen, brauchen Sie kein großes System. Ein fester Platz pro Gegenstand genügt, solange Sie Neues nur anschaffen, wenn Sie es wirklich brauchen.
- Wenn Sie nur schnell eine Fläche frei bekommen wollen, arbeiten Sie mit der Kisten-Lösung und entscheiden Sie danach.
Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie haben und wie sehr Sie die Unordnung stört. Wer ständig suchen muss, profitiert mehr von der gründlichen Kategorien-Methode. Wer nur ab und zu eine Ablage frei braucht, kommt mit festen Plätzen aus.
Ordnung halten mit festen Plätzen
Am Ende zählt der feste Platz. Egal welches System Sie wählen: Eine Sache, die keinen Ort hat, landet früher oder später wieder auf der Ablage. Legen Sie deshalb für jeden Gegenstand fest, wo er hingehört, und bringen Sie ihn nach dem Gebrauch dorthin zurück. Das ist die tägliche Arbeit, die Ordnung erhält.
In Haushalten mit mehreren Personen hilft eine klare Aufteilung der Schränke und Regale. Wer seinen eigenen Bereich hat, findet seine Sachen schneller und räumt sie eher zurück. Für Küche und Bad brauchen die Dinge, die alle benutzen, feste Orte. So weiß jeder, wo die Schere, das Putzmittel und die Schlüssel liegen.