Es gibt zwei Arten von Haushalts-Apps. Die erste Art führt das klassische Haushaltsbuch: Sie erfasst Einnahmen und Ausgaben, setzt Budgets und zeigt, wohin das Geld fließt. Die zweite Art organisiert die Arbeit im Haushalt: Putzpläne, wechselnde Aufgaben und Einkaufslisten, die alle Bewohner auf dem eigenen Handy sehen.
Welche App passt, hängt vom Problem ab, das Sie lösen möchten. Möchten Sie am Monatsende wissen, wo das Geld geblieben ist, passt eine Haushaltsbuch-App. Für die Verteilung von Aufgaben und den Aufbau von Putzroutinen ist eine Aufgaben- und Putzplan-App zuständig. Beide App-Arten haben eine kostenlose Basisversion; viele verlangen für erweiterte Funktionen ein Abo. Sortieren Sie zuerst nach dem Zweck, dann nach Plattform, Preis und Datenschutz.
Haushaltsbuch oder Aufgabenplan
Entscheiden Sie zuerst, ob Sie Geld oder Hausarbeit verwalten wollen. Ein Haushaltsbuch erfasst Einnahmen und Ausgaben, ordnet sie Kategorien wie Lebensmittel, Miete und Freizeit zu und zeigt am Monatsende, ob ein Plus oder Minus bleibt. Eine Aufgaben-App plant dagegen wiederkehrende Tätigkeiten wie Staubsaugen, Bad putzen, Wäsche waschen und Müll rausbringen.
Die beiden App-Arten überschneiden sich kaum. Eine Finanz-App erinnert nicht ans Badputzen, eine Putzplan-App führt keine Budgets. Konzentrieren Sie sich deshalb auf die App-Art, die zu Ihrem Problem passt, und lassen Sie sich von Zusatzfunktionen nicht ablenken.
Was Haushaltsbuch-Apps leisten
Die Grundfunktion ist bei allen Apps gleich: Sie tragen ein, was auf dem Konto ankommt und abgeht, ordnen die Beträge Kategorien zu und sehen am Monatsende die Bilanz. Viele Apps verbinden sich dafür mit Ihrem Bankkonto, rufen die Kontobewegungen automatisch ab und sortieren sie nach Kategorien. Sie müssen dann nur noch Ausreißer korrigieren, etwa eine Überweisung, die die App nicht richtig zuordnet.
Aktuelle Übersichten nennen regelmäßig Finanzguru, Outbank, Woolsocks, YNAB und MoneyControl. Bluecoins und Money Manager gelten als Allrounder, weil sie auch Bargeldzahlungen erfassen. Die Preise unterscheiden sich: Einige Apps bleiben in der Basisversion kostenlos, andere verlangen für den vollen Umfang eine Einmalzahlung oder ein Abo. YNAB etwa arbeitet mit einem Abonnement und richtet sich an Menschen, die ihr Geld streng nach Budgets einteilen.
Die Stiftung Warentest hat acht Haushaltsbuch-Apps für Android und fünf für iOS geprüft. Die Basisversionen waren kostenlos, die getesteten Vollversionen bis auf eine kostenpflichtig. Nehmen Sie sich für den Vergleich Zeit: Die kostenlose Basisversion zeigt, ob die App zu Ihren Gewohnheiten passt, bevor Sie Geld ausgeben.
Kontozugriff und Datenschutz
Die komfortabelsten Haushaltsbuch-Apps brauchen Zugriff auf Ihr Bankkonto. Der Zugriff läuft über eine gesetzlich geregelte Schnittstelle, über die die App Kontobewegungen ausliest. Das spart viel Tipparbeit. Die Kehrseite: Die App sieht, wofür Sie Geld ausgeben.
Nicht jede App unterstützt jede Bank. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob Ihre Bank in der App auftaucht; viele Anbieter zeigen das auf ihrer Website. Klären Sie außerdem, wer die App betreibt und wo die Daten gespeichert werden. Apps von etablierten Anbietern mit Sitz in Deutschland oder der EU unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung. Wenn Sie die App nicht mehr nutzen, widerrufen Sie den Kontozugriff; das geht in den App-Einstellungen und bei vielen Banken im Online-Banking. Wer den Zugriff vermeiden will, trägt die Ausgaben manuell ein. Das dauert länger, schützt aber die Bankdaten.
Was Aufgaben- und Putzplan-Apps leisten
Putzplan-Apps strukturieren die Hausarbeit nach Räumen und Zeitabständen. Sie legen fest, welche Räume in welchem Abstand geputzt werden und welche Aufgabe wann ansteht; die App meldet das an die Mitglieder des Haushalts. Jede Person sieht auf dem eigenen Handy, wann sie an der Reihe ist.
Solche Apps gibt es für Android und iPhone. In Übersichten werden häufig Sweepy und Tody genannt; für Familien mit Kindern kommt OurHome infrage, weil es für erledigte Aufgaben Punkte vergibt. Die Unterschiede zwischen den Apps sind größer als bei den Finanz-Apps. Manche planen nach Räumen, andere arbeiten mit einfachen Checklisten. Achten Sie beim Vergleich auf wiederkehrende Aufgaben, auf Erinnerungen und darauf, dass mehrere Personen eigene Zugänge bekommen. In einem Haushalt mit iPhones und Android-Geräten brauchen Sie eine App, die es für beide Systeme gibt. Viele Hersteller begrenzen in der kostenlosen Version die Zahl der Räume oder Aufgaben; für einen vollen Haushalt ist dann die kostenpflichtige Stufe nötig.
Fünf Fragen zur Auswahl
Vor dem Download beantworten Sie fünf Fragen. Die Antworten verkürzen die Liste auf zwei bis drei Kandidaten.
- Welcher Zweck? Geht es ums Geld erfassen oder um die Verteilung der Hausarbeit?
- Wer nutzt die App? Eine einzelne Person oder mehrere mit eigenen Zugängen?
- Welche Geräte? Android, iPhone oder beides?
- Welcher Kontozugriff? Automatisch von der Bank oder manuell eintragen?
- Welcher Preis? Dauerhaft kostenlose Basisversion oder Abo nach der Testzeit?
Testen Sie die übrig gebliebenen Apps parallel, bis deutlich wird, welche sich im Alltag durchsetzt. Entscheidend ist, ob die Eingaben schnell gehen und ob die Erinnerungen zum Tagesablauf passen. Zudem muss jede Person die App bedienen können. Preise und Funktionsumfang ändern sich regelmäßig; der aktuelle Stand steht im App-Store oder auf der Herstellerseite.
Papier und Tabellenkalkulation statt App
Wer keine App installieren möchte, findet mit Papier und Tabellenkalkulation zwei bewährte Wege. Ein gedrucktes Haushaltsbuch oder eine Tabellenvorlage auf dem Computer bildet die wichtigsten Funktionen ab: Einnahmen und Ausgaben eintragen, am Monatsende summieren, sehen, welche Posten hoch sind. Für die Aufgabenverteilung genügt ein Blatt am Kühlschrank, auf dem die wöchentlichen Aufgaben stehen.
Der Preis für diese Lösung ist Aufwand. Die App erinnert an fällige Aufgaben, sortiert Einträge automatisch und rechnet selbst. Papier und Tabellenkalkulation bleiben dagegen vollständig unter Ihrer Kontrolle, denn Abo, Kontozugriff und Datenübertragung entfallen. Wer nur selten Einnahmen und Ausgaben notiert oder keine Bankdaten teilen möchte, fährt damit gut.