Immer wenn Sie Leitungswasser erhitzen, setzt sich Kalk als weiße, harte Schicht auf dem Heizelement und den Innenwänden Ihres Wasserkochers ab. Ein verkalkter Wasserkocher braucht nachweislich mehr Energie als ein sauberer, und das Wasser kocht langsamer.
Die Lösung ist einfach: Entkalken Sie den Kocher regelmäßig mit einer milden Säure, spülen Sie ihn gründlich aus und entfernen Sie so Ablagerungen und Gerüche.
Warum sich Kalk absetzt
Kalk gelangt über das Grundwasser ins Leitungswasser. Das Wasser nimmt die Mineralien auf, wenn es durch Gesteinsschichten fließt, die Überreste von Muschelschalen und Tierpanzern enthalten. Beim Erhitzen fällt ein Teil dieser Mineralien aus und setzt sich als feste Kruste ab. Je härter das Wasser in Ihrer Region ist, desto schneller bildet sich die Schicht.
Die Ablagerung ist gesundheitlich unbedenklich. Für Trinkwasser in Deutschland gelten strenge Grenzwerte, und Kalk in haushaltsüblichen Mengen schadet dem Körper nicht. Das Problem ist technischer Natur: Die Kalkschicht isoliert das Heizelement, die Wärme wird schlechter ans Wasser abgegeben, und das Gerät arbeitet ineffizienter. Bei starker Verkalkung kann der Wasserkocher außerdem schlechter funktionieren, etwa wenn der Sensor die Temperatur nicht mehr richtig misst.
Mit Zitronensäure oder Essig entkalken
Zum Entkalken nehmen Sie eine milde Säure, die den Kalk auflöst. Füllen Sie den Wasserkocher etwa zur Hälfte mit Wasser und geben Sie Zitronensäure oder Essigessenz hinzu. Die genaue Menge steht in der Anleitung des Entkalkungsmittels; bei Essigessenz reicht ein Schuss auf die Wassermenge. Lassen Sie die Lösung aufkochen und danach etwa eine halbe Stunde einwirken. Anschließend gießen Sie sie aus und spülen den Wasserkocher mehrmals gründlich mit klarem Wasser.
Bei hartnäckigen, dicken Kalkkrusten wiederholen Sie den Vorgang, bis sich die Schicht löst. Nach dem Einwirken reiben Sie mit einem weichen Tuch oder Schwamm über die Innenwände, um Reste zu lösen. Verwenden Sie keine scheuernden Schwämme oder Stahlwolle, weil sie die Oberfläche zerkratzen und dem Kalk neue Angriffsfläche bieten. Achten Sie außerdem darauf, dass kein Wasser in die Elektronik oder den Stecksockel am Boden gelangt.
Entkalken nach Material
Wasserkocher gibt es vor allem aus Edelstahl, Kunststoff und Glas. Nicht jede Methode passt zu jedem Material. Edelstahl verträgt Zitronensäure und Essig problemlos und lässt sich auch mechanisch gut reinigen. Bei Kunststoff sollten Sie die Säurelösung nicht zu lange einwirken lassen und danach besonders gründlich ausspülen, damit das Material keinen Säuregeruch annimmt.
Bei Glas sollten Sie vorsichtig sein. Glas verträgt die Säure selbst gut, reagiert aber empfindlich auf plötzliche Temperaturwechsel. Lassen Sie den Wasserkocher nach dem Aufkochen vollständig abkühlen, bevor Sie die Lösung ausgießen oder kaltes Wasser nachfüllen. Ein Temperaturschock kann das Glas springen lassen. Prüfen Sie bei jedem Gerät zuerst die Herstellerhinweise, denn manche Hersteller haben eigene Empfehlungen zur Entkalkung.
Gerüche und Reste entfernen
Nach dem Entkalken bleibt manchmal ein leichter Säure- oder Essiggeruch zurück. Das lässt sich mit klarem Wasser beheben: Füllen Sie den Wasserkocher einmal vollständig mit frischem Wasser, kochen Sie es auf und schütten Sie es weg. Wiederholen Sie das, bis der Geruch verschwunden ist. Auch muffige Gerüche von länger stehendem Wasser verschwinden so.
Wenn sich im Inneren zusätzlich bräunliche Ablagerungen gebildet haben, etwa durch Tee oder Kaffee, entfernen Sie sie mit einem weichen Tuch. Bei starken Verfärbungen hilft es, die Säurelösung etwas länger einwirken zu lassen. Verwenden Sie keine aggressiven Reinigungsmittel oder Chlor, weil sie Rückstände hinterlassen können, die beim nächsten Kochen ins Wasser gelangen.
Verkalkung vorbeugen
Der einfachste Schutz ist, den Wasserkocher nicht unnötig verkalken zu lassen. Gießen Sie nach jedem Gebrauch das Restwasser aus, statt es stundenlang im Gerät stehen zu lassen. Erhitzen Sie nur so viel Wasser, wie Sie tatsächlich brauchen, denn weniger Wasser bedeutet weniger Kalkablagerung pro Kochvorgang. Je nach Wasserhärte reicht es, das Gerät alle vier bis acht Wochen zu entkalken. Bei sehr hartem Wasser kann ein kürzerer Abstand sinnvoll sein.