Stößt der Saugroboter gegen Möbel, dreht Kreise oder lässt Zimmer aus, sind oft verschmutzte Sensoren die Ursache. Die Sensoren erkennen Hindernisse und messen Abstände. Auf dieser Grundlage sorgen sie für die Routenfindung. Schon ein dünner Staubfilm oder ein Haarbüschel stört diese Wahrnehmung.

Das Reinigen der Sensoren ist eine einfache Wartungsarbeit, die Sie selbst erledigen können. Sie behebt viele typische Navigationsprobleme, bevor eine Reparatur nötig wird.

Warum Schmutz die Navigation stört

Saugroboter nutzen verschiedene Sensortypen, um sich in der Wohnung zurechtzufinden. Der wichtigste ist bei vielen Modellen der Laser-Distanzsensor (LDS). Das ist ein kleiner Turm auf der Oberseite, der sich dreht und die Umgebung abtastet. Daneben sitzen Stoßsensoren im Bumper. Absturzsensoren an der Unterseite erkennen Treppen, und bei manchen Geräten kommt eine Kamera zur Orientierung an der Decke hinzu.

Jeder dieser Sensoren arbeitet mit Licht oder Infrarotstrahlen. Wenn Staub, Tierhaare oder Fett die Linse oder die Öffnung bedecken, kommt weniger Signal an. Der Roboter misst dann falsche Abstände oder gar keine. Der Roboter fährt dann langsamer und vorsichtiger, bleibt an Hindernissen hängen, obwohl dort keins ist, oder verpasst Bereiche, weil er die Wand nicht zuverlässig erkennt. Bei Geräten mit Kartenerstellung kann eine verschmutzte Sensorik dazu führen, dass der Roboter die Karte neu aufbaut und dabei Räume auslässt oder doppelt abfährt.

Welche Sensoren Sie reinigen sollten

Nicht jeder Sensor ist gleich erreichbar. Die Reinigungsmethode hängt vom Gerätetyp ab. Prüfen Sie zuerst die Bedienungsanleitung Ihres Modells. Die Hersteller geben oft konkrete Hinweise, welche Teile Sie wie behandeln dürfen. Je empfindlicher der Sensor, desto vorsichtiger sollten Sie vorgehen.

Der Laserturm auf der Oberseite ist bei den meisten Geräten leicht zugänglich. Wischen Sie die sichtbare Abdeckung und den schmalen Schlitz, durch den der Laserstrahl austritt, mit einem trockenen, fusselfreien Mikrofasertuch ab. Bei hartnäckigem Schmutz hilft ein leicht angefeuchtetes Tuch, aber lassen Sie keine Feuchtigkeit in die Öffnung gelangen.

Die Stoßsensoren sitzen hinter der vorderen Bumperleiste. Sie können die Leiste vorsichtig eindrücken und die dahinterliegenden Kontakte und Öffnungen mit einem Wattestäbchen reinigen. Achten Sie darauf, dass Sie keine Kabel oder Mechanik beschädigen.

Die Absturzsensoren an der Unterseite sind kleine runde Öffnungen, oft drei bis sechs Stück, und sie sammeln besonders viel Staub, weil sie direkt über dem Boden arbeiten. Wischen Sie sie mit einem trockenen Wattestäbchen oder einem weichen Pinsel aus. Bei stark verschmutzten Geräten können Sie das Wattestäbchen leicht anfeuchten. Warten Sie aber, bis alles vollständig trocken ist, bevor Sie den Roboter wieder einschalten.

So reinigen Sie die Sensoren sicher

Die wichtigste Regel: Schalten Sie den Saugroboter aus und entfernen Sie den Akku, wenn das bei Ihrem Modell möglich ist. So verhindern Sie, dass sich der Laserturm während der Reinigung dreht oder der Roboter unerwartet anfährt.

Verwenden Sie ausschließlich weiche Materialien. Ein Mikrofasertuch, Wattestäbchen und ein weicher Pinsel reichen für fast alle Sensoren aus. Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel, Alkohol oder Scheuermittel. Sie können die empfindlichen Linsen beschädigen oder eine trübe Schicht hinterlassen, die das Licht noch stärker streut.

Druckluft aus der Dose kann helfen, Staub aus engen Öffnungen zu blasen. Halten Sie die Dose aufrecht und sprühen Sie nicht direkt auf die Linse, sonst kann der Kältemittelstrahl Kondenswasser hinterlassen oder die Elektronik beschädigen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Dose weg und arbeiten Sie mit dem Pinsel.

Reinigen Sie die Sensoren nicht nur bei Problemen, sondern als Teil Ihrer regelmäßigen Wartung. Eine gute Gelegenheit ist der Moment, in dem Sie den Staubbehälter leeren und die Bürsten von Haaren befreien. So bleibt die Navigation dauerhaft zuverlässig, und Sie vermeiden, dass sich hartnäckiger Schmutz erst festsetzt.

Wann die Sensorreinigung nicht hilft

Nicht jedes Navigationsproblem lässt sich mit der Sensorreinigung beheben. Wenn der Roboter nach der Reinigung weiterhin unregelmäßig fährt, prüfen Sie andere typische Ursachen.

Verschlissene oder verhedderte Bürsten können den Roboter ausbremsen und ihn an Hindernissen hängen lassen, obwohl die Sensoren einwandfrei arbeiten. Kontrollieren Sie die Hauptbürste und die Seitenbürste auf Haare, Fäden und Fremdkörper. Auch die Antriebsräder können mit Haaren umwickelt sein, sodass der Roboter nicht mehr geradeaus fährt.

Ein weiterer häufiger Grund ist eine veraltete oder beschädigte Karte im Gerätespeicher. Wenn der Roboter nach einem Umzug oder einer größeren Möbelumstellung weiterhin die alte Karte nutzt, kann er gegen Möbel fahren oder Räume auslassen. In diesem Fall hilft es, die Karte zu löschen und den Roboter eine neue Karte erstellen zu lassen.

Auch die Umgebung selbst kann das Problem sein. Spiegelnde Flächen, dunkle Teppiche oder starkes Sonnenlicht verwirren manche Sensoren. Wenn der Roboter an einer bestimmten Stelle immer wieder Probleme hat, prüfen Sie, ob dort ein neuer Spiegel steht oder ein Teppich mit sehr dunklem Muster liegt.

Wenn Sie all diese Punkte geprüft haben und der Roboter weiterhin Fehler zeigt, kann ein defekter Sensor oder ein Softwareproblem vorliegen. Dann lohnt sich der Blick in die App des Herstellers, ob ein Update verfügbar ist, oder die Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice. Eine professionelle Reparatur ist sinnvoll, wenn der Fehler nicht durch Wartung zu beheben ist.