Kalk entsteht aus Kalzium und Magnesium, die im Leitungswasser gelöst sind. Je härter das Wasser, desto schneller setzen sich weiße Ablagerungen auf der Heizplatte und an der Innenwand ab. Sie verlängern die Aufheizzeit, erhöhen den Stromverbrauch und verändern den Geschmack von Tee und Kaffee. Welche Entkalkungsmethode passt, hängt vom Material des Geräts ab und davon, was der Hersteller freigibt.

Zitronensäure löst Kalk zuverlässig, wenn Sie sie kalt ansetzen und nicht aufkochen. Geben Sie ein bis zwei Teelöffel Pulver auf einen halben Liter Wasser, lassen Sie die Lösung eine Stunde einwirken und spülen Sie danach gründlich aus. Bei Aluminium und beschichteten Innenflächen prüfen Sie vorher die Bedienungsanleitung, denn nicht jede Säure verträgt jedes Material.

Warum das Material die Methode bestimmt

Die meisten Wasserkocher haben ein Gehäuse aus Kunststoff oder Edelstahl. Die Heizung sitzt entweder in einer verdeckten Grundplatte aus Edelstahl oder in einer frei sichtbaren Heizspirale. Verdeckte Heizelemente sind leichter zu reinigen und verkalken langsamer, weil das Wasser nicht direkt mit dem Heizdraht in Kontakt kommt. Offene Heizspiralen liegen direkt im Wasser und müssen deshalb häufiger entkalkt werden.

Edelstahl verträgt Zitronensäure und handelsübliche Entkalker in der Regel gut. Kunststoff ist unempfindlich gegenüber Säuren, solange Sie die Einwirkzeit kurz halten und gründlich nachspülen. Kritisch wird es bei Aluminium und beschichteten Innenflächen. Aluminium reagiert mit Säuren. Aggressive Entkalker greifen die Oberfläche an und setzen Metallionen frei. Antihaft- oder Antikalk-Beschichtungen werden durch zu starke Säuren beschädigt. Für beide Materialien gilt: Verwenden Sie nur Mittel, die der Hersteller ausdrücklich freigibt, oder nutzen Sie die vom Hersteller empfohlene Methode.

Zitronensäure kalt ansetzen

Zitronensäure entkalkt am zuverlässigsten, wenn Sie sie kalt anwenden. Geben Sie ein bis zwei Teelöffel Pulver in den leeren Wasserkocher und füllen Sie einen halben Liter kaltes Wasser auf. Lassen Sie die Lösung etwa eine Stunde einwirken. Kochen Sie die Lösung nicht auf, denn bei Hitze bildet sich schwer lösliches Calciumcitrat, das sich nur mühsam wieder entfernen lässt.

Nach der Einwirkzeit schütten Sie die Lösung aus und spülen den Wasserkocher dreimal mit klarem Wasser aus. Wer sichergehen will, kocht danach einmal frisches Wasser auf und verwirft es. Gründliches Spülen ist nicht nur Geschmackssache: Kontaktmaterialien können Stoffe an das Wasser abgeben. Solange die Abgabe gesundheitlich unbedenklich bleibt und Aussehen, Geruch oder Geschmack nicht verändert, ist das unproblematisch. Deshalb gehört das mehrfache Nachspülen fest zur Entkalkung dazu.

Fertigentkalker und Essig im Vergleich

Fertige Entkalkungsmittel lösen Kalk ebenfalls zuverlässig, kosten aber mehr als Zitronensäure. Sie bestehen meist aus Säuren wie Amidosulfonsäure oder Zitronensäure und sind auf bestimmte Materialien abgestimmt. Halten Sie sich genau an die Dosierung und Einwirkzeit auf der Verpackung. Viele Hersteller geben dort an, ob das Mittel für Edelstahl, Kunststoff oder beschichtete Oberflächen geeignet ist.

Essig und Essigessenz sind im Haushalt beliebt, aber aggressiver als Zitronensäure. Essigessenz mit hohem Säuregehalt greift Dichtungen, Kunststoffteile und Beschichtungen an und hinterlässt einen Geruch, der sich nur schwer ausspülen lässt. Verwenden Sie Essig nur, wenn die Bedienungsanleitung ihn ausdrücklich nennt. Bei Aluminium und beschichteten Innenflächen ist Essig die falsche Wahl.

Wann Sie entkalken sollten

Wie oft Sie entkalken, hängt von der Wasserhärte ab. Bei hartem Wasser (Härtebereich 3) entkalken Sie den Wasserkocher etwa alle zwei bis vier Wochen. Bei weichem Wasser genügen zwei bis drei Behandlungen im Jahr. Die Wasserhärte an Ihrem Wohnort erfahren Sie kostenlos beim örtlichen Wasserversorger. Wer nur weiches oder gefiltertes Wasser verwendet, muss seltener reinigen und bekommt besseren Tee und Kaffee, weil keine Kalkpartikel den Geschmack verändern.

Empfindliche Teile separat behandeln

Lassen Sie abnehmbare Teile wie Deckel, Siebe oder Filter nicht gemeinsam mit dem Gehäuse in der Säurelösung liegen, denn diese Bauteile bestehen oft aus anderen Materialien als der Behälter und reagieren empfindlicher auf Säuren. Nehmen Sie sie ab und reinigen Sie sie separat mit einer weichen Bürste und etwas Spülmittel. Bei Geräten mit offener Heizspirale achten Sie darauf, dass die Lösung die Spirale vollständig bedeckt, damit sich der Kalk überall löst. Nach dem Entkalken spülen Sie alle Teile gründlich ab, bevor Sie das Gerät wieder zusammensetzen.