Beim Erhitzen von Leitungswasser entsteht Kalk im Wasserkocher: Das Wasser enthält gelöstes Calcium und Magnesium, die beim Kochen als weiße Kruste oder Flocken zurückbleiben. Je härter das Wasser, desto mehr Kalk. Der Belag verlängert die Aufheizzeit, kostet Strom und verändert den Geschmack von Tee und Kaffee.

Das einfachste Mittel ist Essig: Mischen Sie Essig und Wasser im Verhältnis 1:1, kochen Sie die Lösung einmal auf und lassen Sie sie einwirken. Das löst den Kalk, kostet wenig und ersetzt teure Spezialreiniger.

Warum sich Kalk bildet

Die Menge an Kalk hängt von der Wasserhärte ab. Hartes Leitungswasser enthält viel Calcium und Magnesium, weiches Wasser wenig. Beim Erhitzen setzen sich diese Mineralien als Belag am Boden und an den Wänden des Wasserkochers ab. In Regionen mit hartem Wasser bildet sich schon nach wenigen Wochen sichtbarer Kalk.

Der Belag hat praktische Folgen. Eine dicke Kalkschicht isoliert den Heizstab, das Wasser braucht länger zum Kochen und der Stromverbrauch steigt. Außerdem gibt der Kalk Geschmack an das Wasser ab, Tee und Kaffee schmecken dann flach oder leicht bitter. Wer weiches oder gefiltertes Wasser verwendet, entkalkt seltener und bekommt besseren Tee und Kaffee.

Mit Essig entkalken

Essig ist das bewährte Hausmittel gegen Kalk. Die Säure löst die Mineralablagerungen, ohne die gängigen Materialien anzugreifen. Füllen Sie den Wasserkocher etwa zur Hälfte mit Wasser und geben Sie die gleiche Menge Essig dazu. Bei Essigessenz, die deutlich konzentrierter ist, mischen Sie einen Teil Essenz mit vier Teilen Wasser. Kochen Sie die Lösung einmal auf und schalten Sie den Wasserkocher aus. Lassen Sie die Flüssigkeit dann einwirken, bis sich der Kalk gelöst hat. Bei hartnäckigen Ablagerungen hilft es, die Lösung über Nacht stehen zu lassen.

Beim Aufkochen entsteht ein kräftiger Essiggeruch. Öffnen Sie ein Fenster oder schalten Sie die Dunstabzugshaube ein. Nach dem Einwirken schütten Sie die Lösung aus, spülen den Wasserkocher gründlich mit klarem Wasser und kochen einmal frisches Wasser auf, das Sie ebenfalls wegschütten. So verschwindet der Essiggeruch aus dem Gerät.

Mit Zitronensäure entkalken

Wer den Essiggeruch nicht mag, kann Zitronensäure verwenden. Das Pulver aus dem Supermarkt löst Kalk genauso zuverlässig. Lösen Sie eine kleine Menge Zitronensäure in Wasser auf, kochen Sie die Lösung auf und lassen Sie sie einwirken. Danach spülen und einmal frisches Wasser aufkochen wie bei der Essigmethode.

Spezielle Entkalker aus dem Handel funktionieren ebenfalls, kosten aber mehr und müssen exakt nach Packungsanleitung dosiert werden. Für den normalen Haushalt reichen Essig oder Zitronensäure aus.

Wann Sie entkalken sollten

Entkalken Sie, sobald Sie einen sichtbaren Belag am Boden oder an den Wänden sehen. Warten Sie nicht, bis sich eine dicke Kruste gebildet hat: Je dicker der Kalk, desto länger muss die Säure einwirken und desto mehr Energie verschwendet das Gerät. Bei hartem Wasser ist das nach wenigen Wochen der Fall, bei weichem Wasser reicht ein größerer Abstand.

Regelmäßiges Entkalken schützt den Wasserkocher, hält die Aufheizzeit kurz und erhält den Geschmack von Tee und Kaffee. Wer von vornherein weiches oder gefiltertes Wasser verwendet, reduziert die Häufigkeit deutlich.

Materialien, die Essig vertragen

Essig und Zitronensäure sind für die gängigen Materialien geeignet: Edelstahl, Glas und Kunststoff halten die milden Säuren problemlos aus. Verwenden Sie trotzdem keine scheuernden Schwämme oder Stahlwolle, um den Belag abzureiben. An den Kratzern setzt sich neuer Kalk ab, und bei beschichteten Modellen beschädigen die Kratzer die Oberfläche.

Prüfen Sie vor dem Entkalken die Bedienungsanleitung Ihres Wasserkochers. Einige Hersteller geben konkrete Hinweise, welche Mittel sie für ihr Modell empfehlen oder ausschließen. Wenn die Anleitung etwas anderes vorschreibt, folgen Sie dieser Vorgabe.

Gerüche aus dem Wasserkocher

Unerwünschte Gerüche entstehen meist, wenn Wasser längere Zeit im Gerät stehen bleibt oder wenn sich Kalk mit Rückständen von Tee oder Kaffee verbindet. Das Entkalken beseitigt in den meisten Fällen auch den Geruch, weil die Säure die Ablagerungen löst, in denen sich die Geruchsstoffe festsetzen.

Damit der Wasserkocher frisch bleibt, leeren Sie ihn nach jedem Gebrauch und lassen Sie kein Wasser darin stehen. Nach dem Entkalken kochen Sie einmal frisches Wasser auf und schütten es weg, das entfernt Reste von Essig oder Zitronensäure. Wenn der Geruch trotzdem bleibt, wiederholen Sie die Behandlung mit etwas längerer Einwirkzeit.