Kalk entsteht, wenn Sie hartes Leitungswasser aufkochen. Die gelösten Mineralien setzen sich als weiße oder graue Schicht auf dem Heizstab und der Innenwand ab. Diese Schicht kostet Energie, verlängert die Kochzeit und beschädigt bei starker Ablagerung die Heizung.

Welche Methode Sie verwenden, hängt vom Material Ihres Wasserkochers ab: Edelstahl, Glas und Kunststoff vertragen nicht dieselben Mittel. Zitronensäure und Essig wirken bei allen drei Materialien, aber Anwendung und Nachbehandlung unterscheiden sich.

Welches Mittel für welches Material?

Lesen Sie vor dem Entkalken die Bedienungsanleitung Ihres Geräts. Viele Hersteller nennen dort eine konkrete Empfehlung. Grundsätzlich gilt: Zitronensäure ist für alle gängigen Materialien geeignet, Essig auch, aber bei Kunststoff mit Einschränkungen.

Edelstahl ist robust und verträgt sowohl Zitronensäure als auch Essig. Lassen Sie die Säure nicht zu lange einwirken. Bei sehr alten oder dünnen Beschichtungen kann sie den Glanz angreifen. Spülen Sie nach dem Entkalken gründlich mit klarem Wasser nach.

Glas ist unempfindlich gegen Säuren, aber empfindlich gegen Temperaturschocks. Lassen Sie den Wasserkocher nach dem Entkalken abkühlen, bevor Sie kaltes Wasser einfüllen. Glas nimmt keine Gerüche an, daher ist Essig hier unproblematisch.

Kunststoff ist das heikelste Material. Essig dringt in die Poren ein und der Geruch bleibt oft tagelang haften. Zitronensäure riecht neutraler und ist daher die bessere Wahl. Bei stark verkalkten Kunststoffgeräten hilft es, die Lösung etwas länger einwirken zu lassen, aber nicht über mehrere Stunden.

Zitronensäure zum Entkalken

Zitronensäure bekommen Sie als Pulver oder flüssig im Supermarkt. Für einen durchschnittlichen Wasserkocher reichen ein bis zwei Esslöffel Pulver. Füllen Sie den Wasserkocher bis zur Höchstmarke mit Wasser, geben Sie die Säure dazu und kochen Sie das Wasser einmal auf. Lassen Sie die Lösung danach eine Weile stehen. Bei hartnäckigen Ablagerungen können Sie den Vorgang wiederholen.

Nach dem Entkalken leeren Sie den Wasserkocher und spülen ihn zweimal mit klarem Wasser aus. Kochen Sie anschließend einmal frisches Wasser auf und schütten Sie es weg. So entfernen Sie alle Säurereste, bevor Sie wieder Trinkwasser erhitzen.

Essig entkalkt, hinterlässt aber Geruch

Essigessenz oder Haushaltsessig lösen Kalk ebenfalls zuverlässig. Mischen Sie etwa ein Viertel Essig mit drei Vierteln Wasser und kochen Sie die Mischung auf. Lassen Sie sie kurz einwirken und spülen Sie danach gründlich. Der Nachteil ist der intensive Geruch, der sich besonders in Kunststoffbehältern festsetzt.

Wenn Sie Essig verwenden, lüften Sie die Küche während und nach dem Vorgang. Öffnen Sie das Fenster weit, damit der Dampf abziehen kann. Nach dem Ausspülen hilft es, den Wasserkocher offen stehen zu lassen, damit Restgeruch entweicht. Bei Kunststoff kann ein zusätzlicher Durchlauf mit klarem Wasser und etwas Zitronensaft den Geruch neutralisieren.

Nach dem Entkalken ausspülen und lüften

Das Entkalken ist erst abgeschlossen, wenn der Wasserkocher frei von Säureresten und Gerüchen ist. Spülen Sie das Gerät nicht nur kurz aus, sondern füllen Sie es einmal komplett mit klarem Wasser, kochen Sie es auf und leeren Sie es. Wiederholen Sie das, wenn Sie Essig verwendet haben.

Lüften Sie die Küche während des Auskochens, denn der Dampf trägt Säurepartikel in die Luft. Ein weit geöffnetes Fenster für zehn Minuten reicht in der Regel aus. Lassen Sie den Wasserkocher danach mit offenem Deckel trocknen. So verhindern Sie, dass sich Feuchtigkeit staut und der Geruch zurückbleibt.

Kalk vorbeugen

Sie müssen nicht warten, bis sich dicke Krusten bilden. Entkalken Sie regelmäßig, je nach Wasserhärte etwa alle vier bis acht Wochen. In Gebieten mit sehr hartem Wasser kann ein kürzerer Abstand nötig sein. Ein einfacher Anhaltspunkt: Sobald das Wasser länger braucht, um zu kochen, oder Sie weiße Flocken im Wasser sehen, ist es Zeit.

Wer wenig Kalk möchte, kann gefiltertes Wasser verwenden. Das reduziert die Ablagerungen, verhindert sie aber nicht vollständig. Auch das Ablassen des Restwassers nach jedem Gebrauch hilft, denn beim Trocknen bleibt der Kalk zurück.